Energiepreise verdoppelt seit Marktliberalisierung

Der offene Strom- und Gasmarkt hat für Verbraucher zu keiner Entlastung geführt, so das Fazit einer Ende Januar vorgelegten Studie der Postbank. Im Schnitt ist Energie um die Hälfte teurer geworden als vor zehn Jahren, dem Zeitpunkt, mit dem die Marktliberalisierung ins Rollen kam. Rund 100 Milliarden Euro haben die Verbraucher vergangenes Jahr für Kraftstoff, Strom, Gas und Heizöl ausgegeben. Im letzten Jahrzehnt sind die Energieausgaben entsprechend viermal so schnell gestiegen wie die Lebenshaltungskosten.

Strom kostet die Verbraucher heute etwa 40 Prozent mehr als vor zehn
Jahren. Der Gaspreis hat sich fast verdoppelt. Noch stärker ist der Preisanstieg bei den Erdölprodukten: Für Heizöl wird dreimal so viel bezahlt wie 1998 und für einen Liter Kraftstoff das Doppelte.

Als Hauptursache dafür sind sich die meisten Experten einig: der liberalisierte Energiemarkt ziehe nur einen mangelnd ausgeprägten Wettbewerb nach sich. So hätten sich die großen Versorger das Land untereinander aufgeteilt und ein Oligopol gebildet.

Ähnlich argumentiert auch André Malitzki, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Noch lange nicht könne von einem freien Markt die Rede sein, da viele Strom- und Gasanbieter als Tochterfirmen der Großkonzerne “kartellähnliche Strukturen” vorweisen. “Trotzdem ist das Einzige, was die Verbraucher für mehr Wettbewerb tun können, zu wechseln”, so Malitzki. Die Sorge, bei einem Anbieterwechsel ohne Strom dazustehen, sei unbegründet. Verbraucherschützer raten im Allgemeinen dazu, den Stromanbieter mit Hilfe eines unabhängigen Tarfifrechners zu wechseln. Dieser ermittelt für den Verbraucher individuell den jeweils günstigsten Tarif und bietet in einfachen Schritten im Internet oder telefonisch den Service, kostenfrei zum günstigsten Stromanbieter zu wechseln.

8 Antworten zu Energiepreise verdoppelt seit Marktliberalisierung

  1. DerZonk sagt:

    ich habe gerade im Forum darüber geschrieben und schon finde ich hier einen artikel zu den massiven erhöhungen der stromanbieter. ich denke eben auch dass sie die stromanbieter die drastischen erhöhungen nur erlauben können weil niemand etwas dagegen unternimmt. keine proteste oder dergleichen.

  2. Carmino Burano sagt:

    Richtig, aber was kann man denn unternehmen, wenn alle günstigeren Stromanbieter mit Tricks wie Sonderabschlag und Vorauskasse arbeiten? Wie kann man denn als Verbraucher die Alternative ergreifen, WENN DIE ALTERNATIVE GEGEN EINEN ARBEITET?

  3. Lemuel Bär sagt:

    Hallo Carmino Burano,

    das ist absolut keine realistische Einschätzung der Lage. Ich habe vor einiger Zeit meinen Stromanbieter gewechselt und mich sehr detailliert über den Strommarkt informiert.

    Natürlich gibt es einige Stromanbieter, die mit Vorauskasse locken, doch wer sich mal ein wenig umschaut entdeckt auch zahlreiche “faire” und trotzdem sehr günstige Anbieter wie z.B eprimo, E WIE EINFACH oder NUON.

    Der Bär

  4. green-sticky-fingers sagt:

    ich stimme dem bär zu. man braucht auf den strom vergleichsrechner nur ein häckchen zu bedienen was die vorauskasse nicht mit einberechnet und zack hat man ein super verbraucherfreundliches ergebnis! natürlich steigen die preise wenn niemand was macht. man hat als stromanbieter die wahl ob man X gewinn macht oder ob man seinen gewinn auf 2X erhöht und damit nur ein paar kunden verliert. ist doch klar was jeder clevere geschäftsmann macht, oder..?

  5. Arnulf sagt:

    Günstige Stromanbieter gibt es doch wie Sand am Meer. Wer nicht den Stromanbieter wechselt ist selber schuld… Die Trendforscher beweisen doch, dass immer mehr und mehr Verbraucher über Strom Vergleichsrechner wie eben TopTarif den Anbieter wechseln und das auch nicht bereuen. Warum auch, Strom kommt aus der Steckdose, wer zu viel zahlt – hat Geld verschwendet.

    Peace Out
    Arnulf

  6. postocke sagt:

    Hallo Arnulf,

    hier geht es doch gerade darum, dass es günstige Stromanbieter NICHT wie Sand am Meer gibt. Die paar, die es sich lohnt in Erwägung zu ziehen werden von den trügerisch günstigen Stromtarif der billig Strom Anbieter überschattet und versteckt.

    Deshalb ist die Strompreis Thematik komplizierter als man denkt.

  7. jkl67 sagt:

    Billigstrom ist nicht immer die Lösung. Vergesst nicht, dass viele dieser Stromanbieter die Strom billiger anbieten dubios sind. Sie bieten den Strom teilweise unterm Marktwert an – und erhöhen dann auf einmal die Preise. Ein ganz mieser Trick. Am besten bei Verbraucherportalen wie TopTarif.de genau informieren und dann erst Stromanbieter wechseln.

    JKL

  8. OiPoloi sagt:

    Hallo Sebastian,

    wahre Worte die Du da sprichst. Der Stromwechsel ist einfach, aber wer billig Strom will, sollte auch darauf achten, dass er wie Du schon sagst mal dem großen Stromanbieter die Rote Karte zeigt. Günstiger Strom ist nicht gleich günstiger Strom, beim Stromanbieter Vergleich muss man auch die wirtschaftlichen Hintergründe beachten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

Gravatar
WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.