RWE will an Europas Spitze

20. Mrz 2008

· Expansion: Beteiligungen in England, Russland und der Türkei
· Gerüchte über Netzverkauf dementiert

Berlin, 20.März 2008 – Das Essener Energieunternehmen vermeldet erste Erfolge bei der geplanten Expansion ins Ausland. Mit einem russischen Partner beteiligt sich RWE an dem russischen Strom- und Wärmekonzern TGK-2 und will somit im wachsenden russischen Strommarkt Fuß fassen. Das Engagement wird über die Sintez-Gruppe verwirklicht, die zunächst 33,5% des Staatskonzernes TGK-2 übernimmt und in Zukunft weitere Anteile erwerben will. Sintez gehört zu 51 % zum Konzern aus Essen. RWE verfolgt dabei die Strategie statt mit teuren und aggressiven Einkäufen eher auf Partnerschaften zu setzen. In Verhandlungskreisen heißt es, dass durch die Partnerschaft mit Sintez „Die Sache für RWE in jeder Hinsicht kalkulierbar“ sei.

Zugleich tritt RWE in Großbritannien in die engere Auswahl der Bewerber zur Übernahme des staatlichen Stromerzeugers British Energy. Unter Branchenkennern ist dies umstritten: zwar übernimmt RWE attraktive Standorte zum Bau neuer Anlagen, jedoch erhält das Unternehmen dann auch alte Kraftwerke, die mit Entsorgungsproblemen zu kämpfen haben und das Ende ihrer Laufzeit bald erreichen, was mit weiteren Kosten für RWE verbunden wäre.

Und auch in der Türkei zeigt RWE Interesse: eine Beteiligung an dem türkischen Versorger Park Elektrik sei geplant, so ein Zeitungsbericht. Eine Absichtserklärung soll hierfür mit dem Mutterkonzern der Park Elektrik, der Ciner Group, unterzeichnet worden sein. RWE wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Schon im Januar hat das Essener Unternehmen die Gründung einer türkischen Landesgesellschaft angekündigt und sich an einem türkischen Stromerzeuger beteiligen, um gemeinsam Kraftwerke bauen, heißt es von RWE-Chef Jürgen Großmann.

Einen Bericht des Spiegels, wonach RWE seine Stromnetze in eine europäische Gesellschaft übertragen will, bestätigte das Unternehmen nicht. Zu einer Zusammenarbeit mit anderen europäischen Betreibern sei man bereit, doch an den Netzen will man festhalten, so ein Sprecher.


China: CO2-Ausstoß kennt keine Grenzen

20. Mrz 2008

· Weltweiter Anstieg der CO2-Emissionen
· China löst die USA als größter Emissionsverursacher ab
· Deutschland kann den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verringern

    Berlin, 20 März 2008 – Während in Deutschland seit Jahren die CO2-Emission reduziert wird, nimmt der Ausstoß in anderen Ländern immer weiter zu. Chinas Emissionsrate wächst hierbei am schnellsten: seit 2001 kamen rund 600 Millionen Tonnen CO2 jährlich dazu. Laut National Geographic hat China somit die USA als weltweiter Spitzenreiter bei den CO2-Emissionen abgelöst. Laut Untersuchungen von der University of California in Berkeley wächst der Ausstoß im „Reich der Mitte“ um jährlich 11% und wird somit im Jahr 2011 fast 9000 Tonnen erreichen. Zum Vergleich: Die USA haben einen Ausstoß von knapp 7000 Tonnen, Deutschland unter 900 Tonnen.

    Der Grund: durch das rasante Wirtschaftswachstum in China, steigt auch der Bedarf an Energie. Durchschnittlich alle zwei Wochen geht ein neues Kohlekraftwerk in China ans Netz und lässt die CO2-Rate steigen. Die Ziele des Kyoto-Protokolls seien somit schwer zu erreichen, so Experten. Weltweit steigen die Emissionsraten auf über 30 000 Tonnen.

    Der Vorwurf, sein Land verursache zu viel CO2, ist für Chinas Außenminister Yang Jiechi nicht haltbar. Man solle den Pro-Kopf-Ausstoß, den historischen Hintergrund und die Produktionsmenge berücksichtigen. Der Klimawandel habe seine Ursache eher bei den entwickelten Industrienationen, die einen sehr hohen Ausstoß pro Kopf haben. In China sei einzig die Bevölkerungszahl der Grund für die hohe Emissionsmenge. Rechnet man den Ausstoß pro Einwohner runter, dann entspreche dies etwa einem Drittel der pro Kopf-Menge in den entwickelten Industrienationen. Um den Lebensstandard in China weiter zu erhöhen, sei es unvermeidlich, dass der CO2-Ausstoß in einer gewissen Periode noch weiter steigt.

    Doch auch in den USA sieht es im Bereich der umweltschonenden Energieproduktion nicht besser aus. Die Emissionswerte sind zwischen 2006 und 2007 um 2,7 % gestiegen. Vor allem die veralteten Kraftwerke sind der Grund, die teilweise 50 Jahre sind und mit überholter Technik im Betrieb bleiben. Ebenso wie in China, wird in den USA vor allem Kohle für die Produktion von Strom verwendet.

    Grafik:

    China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich.


    Rabattretter: Vorsicht beim Versicherungswechsel

    12. Mrz 2008

    Jeder Fahrzeughalter in Deutschland ist verpflichtet eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Fährt man viele Jahre ohne Unfälle, so zahlt man entsprechend des gewählten Tarifs weniger für seine Versicherung – doch im Falle eines Unfalls stuft die Versicherung den Kunden um eine bestimmte Anzahl an schadensfreien Jahren zurück und berechnet anhand der aktuellen Daten einen neuen Schadenfreiheitsrabatt.

    Ein sehr verlockendes Angebot stellt daher die Option des so genannten Rabattretters dar: dieser federt die Rückstufung in eine ungünstigere Schadenfreiheitsklasse ab. Doch solche Angebote sollte man als Verbraucher mit Vorsicht genießen. Bei einem Wechsel übernimmt die neue Versicherung nämlich nicht die Schadenfreiheitsklasse des alten Versicherers sondern holt sich Auskunft über Jahre der Schadenfreiheit. So kann es leicht passieren, dass die neue Versicherung dem Kunden die Schadenfreiheitsklasse gibt, die man ohne den Rabattretter gehabt hätte.

    Oft ist es für den Verbraucher ratsam, die Option des Rückkaufs wahrzunehmen: Bei so genannten Bagatellschäden (Schäden bis 1000 €) ist es in vielen Fällen auf Dauer günstiger, den Schaden selbst zu übernehmen. Bei Schäden bis 500 € sind die Versicherer sogar verpflichtet, auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse nach einem Unfall durch einen Rückkauf des Schadens kann bis zu sechs Monate im Nachhinein noch verhindert werden, selbst wenn der Versicherer den Schaden bereits beglichen hat.