Am 30.April 1993 wurde das World Wide Web vom Europäischen Kernforschungszentrum CERN zur kostenfreien Nutzung für die Allgemeinheit freigegeben. WWW, das steht nicht für das Internet an sich, sondern ist ein Internetdienst, über den Informationen aus dem Internet zugänglich gemacht werden. Dass gerade mit dem WWW der Grundstein für einen neuen Markt gelegt werden würde, war damals nur wenigen bewusst.
Selbst Softwarehersteller Microsoft hat den Trend erst spät erkannt. 80 Prozent des Internet-Browsermarktes waren bereits vom Netscape-Navigator erobert, als Microsoft die erste Version des Internet-Explorers auf den Markt brachte. Heute wird das Internet dort, wo die Infrastruktur dafür vorhanden ist, von nahezu jedem genutzt – weltweit sollen es um die 1,3 Mrd. Menschen sein. Kaum einer versteht wirklich, wie das Internet funktioniert, aber jeder sucht etwas darin: einen Freund, einen Feind, eine Nadel, einen Heuhaufen, Alles oder Nichts. Vor allem Nichts zu suchen, ist eine verbreitete Freizeitbeschäftigung geworden und wird mit der schönen Redewendung „im Internet surfen“ passend bezeichnet.
Dank der schnellen Internetverbindung über DSL wurde das Internet Anfang des neuen Jahrtausends für viele Surfer auch interaktiv nutzbar. Der Begriff Web 2.0, der diese Entwicklung verdeutlichen soll, wurde 2004 geprägt. Web 2.0 steht dafür, dass jetzt weltweit Text-, Audio- und Videodateien heruntergeladen, heraufgeladen, getauscht, aufgebauscht und in Blogs zerrissen werden. Auch die Politik bleibt davon nicht unberührt. Diktatoren sind nicht grundlos gegen das Internet allergisch, doch auch Demokratien haben ihre Schwierigkeiten mit dem großzügigen Freiraum des Netzes.
Wenn innerhalb von 15 Jahren ein Medium weltweit solch eine Bedeutung erlangt, was ist dann erst in der Zukunft von diesem zu erwarten? Das World Wide Web scheint zunächst einmal in Gefahr zu sein. Dem weltweiten Netz droht laut Lawrence G. Roberts, einem Mitentwickler des Internet-Vorgängers „Arpanet“, der Komplettabsturz. Grund dafür soll die mit ihren 40 Jahren inzwischen veraltete Technologie, die schlechte Programmierung und das wachsende Datenvolumen sein. Mit dem zunehmenden Internet-Traffic sind außerdem Kosten verbunden, die sich inzwischen alle drei Jahre verdoppeln. Alles gar nicht so schlimm, erwidern andere Experten und gehen davon aus, dass die globale und wirtschaftliche Bedeutung des Internets für Unternehmen und internationale Organisationen so groß ist, dass die Funktion des Netzes von diesen auch in Zukunft sichergestellt werden wird.
Ein weiteres Problem, das die Zukunft des Internets betrifft, ist seit dieser Woche wieder in den Medien. Internetnutzer werden von der Adressknappheit bedroht. Ab 2010 oder 2012 können keine IP-Adressen mehr vergeben werden, die für die Nutzung des Internets notwendig sind. Experten tagen dazu jedoch momentan auf einer Fachkonferenz in Potsdam und planen die Umstellung auf das Internet-Protokoll in der Version 6. Diese könnte bis zu 340 Sextillionen Adressen bescheren.
Es liegt wohl in der Natur des Internets, Grenzen zu überschreiten, wenn nötig eben auch seine eigenen. Das Web 3.0 ist schon auf dem Weg. In 15 Jahren wird aber auch dieses höchstwahrscheinlich archaisch anmuten.
Sehr schöner Artikel. Gut recherchiert und informativ.
und stellenweise ganz schön ironisch!!
Interessant! am besten gefällt mir, dass Microsoft die Einführung und Bedeutung des Internets erstmal total verpennt, bzw. unterschätzt hat…
gute zusamenfassung über die Geschichte des Internets! Gefällt mir!
Wie schön daran erinnert zu werden. Wer hätte gedacht, dass das Weltweite Werbenetz schon in der Pubertät ist?