Energie sparen mit Pullover?

31. Jul 2008

Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat sich eine gute Alternative zu staatlichen Hilfen bei den Energiekosten ausgedacht: Einen Pullover. Gegenüber RP-Online hatte er geäußert, dass Menschen, die unter hohen Energiepreisen leiden, doch nochmal überlegen sollten, ob eine Raumtemperatur von 15 Grad – mit einem dicken Pullover bekleidet – doch auszuhalten sei. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), kritisierte die Äußerung in der Energiedebatte hart: „Das ist menschenverachtend und nicht mehr hinnehmbar.“ Anschliessend forderte sie Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dazu auf, Sarrazin aus dem Amt zu entheben. Er verhöhne die Schwächsten der Gesellschaft „in einer Tour“ und sei deswegen nicht mehr tragbar. Das Original-Zitat von Sarrazin lautete: „Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können.“ Das sind deutliche Worte, die Kritik herausfordern. Ulrich Maurer, der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, sagte: „Gegen so viel soziale Kälte helfen auch keine Pullover“ und unterstellte dem Senator, er habe nur in die Schlagzeilen kommen wollen. Weiter regte er an, Sarrazins Büro in ein Kühlhaus zu verlagern – dort könnte er dann mit Pullover versuchen, einen kühleren Kopf zu bekommen. Der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sehen die Sache mit dem Pullover etwas anders. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten sie, dass besonders einkommensschwache Haushalte durch die Preiserhöhungen hart getroffen werden und plädierten für finanzielle Hilfen für diese Menschen. Doch Sarrazin bleibt bei seinem Standpunkt: Gegen die Preiserhöhungen könne der Staat nichts ausrichten und deswegen sei es die einzige Lösung, die Heizung abzudrehen. Finanzsenator Sarrazin hatte schon vor wenigen Monaten Schlagzeilen gemacht, indem er behauptete, für einen Betrag von 3,76 Euro könne sich ein Hartz IV Empfänger vollwertig ernähren.


Atomkraftwerksbau in Belene abwendbar?

30. Jul 2008

Ein Atomkraftwerk in ein Erdbebengebiet zu bauen – diese Idee fanden russische Wissenschaftler schon im Jahr 1984 sehr bedenklich. Die bulgarische Akademie der Wissenschaft bestätigte die Befürchtungen 1990 in einem 500 Seiten langen Bericht und kurz darauf wurde das Bauvorhaben in Belene gestoppt. Doch 2004 hatte man offenbar schon wieder vergessen, was die Experten gesagt hatten – und auch die 120 Toten, die beim Erdbeben 1977 keine 20 Kilometer entfernt ums Leben gekommen waren. Die Gegend sei sicher, behauptet ein neues Gutachten, auf das sich die Regierung beruft. Dieser Bericht wurde von einer privaten Firma für mehrere Millionen Dollar innerhalb von nur drei Monaten erstellt. Abgesehen von dem unrealistischen Zeitrahmen für eine solche Untersuchung fällt auf, dass es laut dem Bericht nie ein Erdbeben in der Region gegeben haben soll. Bisher haben Umweltexperten 200 gravierende Fehler in dem Gutachten gefunden. „Wer zahlt, bestimmt die Musik“ ist ein bulgarisches Sprichwort, welches die Umweltaktivistin Albena Simeonova – im Kontext ihrer Vermutung, dass es sich hier um eine Schmiergeldaffäre handelt – zitiert. Frau Simeonova ist seit Jahren eine aktive Umweltschützerin und so engagiert, dass sie mehrfach bedroht wurde und Greenpeace ihr deswegen vor zwei Jahren einen eigenen Leibwächter stellte.

Ruhig sieht sie aus, die Baustelle in Belene: Ein paar Verwaltungsgebäude, ein Besucherzentrum und Kräne, umrahmt vom Bauzaun. Die Finanzierung stockt. Ursprünglich wollte der staatliche Energieversorger NEK zusammen mit einem ausländischen Investor – wie der belgischen Electrabel oder dem deutschen Unternehmen RWE – zusammen die Kosten von ungefähr 5 Milliarden Euro tragen, doch sehr viele Banken haben ihr anfängliches Angebot zur Finanzierung als zu riskant zurück gezogen. Frau Simeonova hofft deswegen, dass es vielleicht doch nicht zur Fertigstellung des Atomkraftwerks kommen wird. Der versprochene Aufschwung für die Region wäre nämlich unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher wäre, dass Fachkräfte von außerhalb in die Region geholt werden müssten.


Plaudertasche Mann

29. Jul 2008

Es sind doch nicht die Frauen, die stundenlang schwatzen, sondern die Männer. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Aris, die vom Hightech-Verband Bitkom beauftragt wurde. Das Ergebnis widerlegt das Vorurteil, dass es immer die Frauen sind, die viel zu sagen haben. Männer greifen im Schnitt deutlich häufiger zum Handy als Frauen und wenn sie dann telefonieren, dann auch noch länger als der Durchschnitt der Frauen.
10 Prozent der Männer nutzen das Handy täglich länger als eine Stunde. Nur 7 Prozent der Frauen kommen auf einen ähnlichen Wert. Bei den Senioren gibt es keinen so gravierenden Geschlechter- unterschied: Egal, ob Mann oder Frau – nur 1 Prozent dieser Gruppe telefoniert täglich länger als eine Stunde. Auch in der Gruppe der Vieltelefonierer bis zu einer Stunde täglich geht der erste Platz an die Männer. Sie machen 15 Prozent dieser Gruppe aus, während die Frauen wieder nur den zweiten Platz mit 10 Prozent belegen. In der Gruppe der „Normalos“, die jeden Tag nur ein paar Minuten telefonieren, sind Männer mit 65 Prozent und Frauen mit 72 Prozent vertreten. Durch die immer günstigeren Tarife ist allerdings abzusehen, dass die Gesprächsanzahl und die Gesprächsdauer weiter wachsen werden. Immerhin nutzen heutzutage schon 90 Prozent der Handybesitzer ihr Handy täglich – nur die Rentner können es auch mal einen Tag sein lassen. Der Trend zu mehr Gesprächsminuten wird jedoch durch die Flatrateangebote verstärkt. Während 2006 in Deutschland noch 57 Milliarden Minuten vertelefoniert wurden, waren es in 2007 schon 68,3 Milliarden Minuten bei Handytelefonaten. Tja, liebe Männer, das solltet ihr jetzt mal den Frauen erklären – am besten über das Handy.


Höhere Netzinvestitionszinsen – höhere Strompreise?

28. Jul 2008

Die Kürzung der Eigenkapitalrendite der Bundesnetzagentur war ursprünglich dazu gedacht, eine Verteuerung des Strompreises zu verhindern. Gekürzt werden sollten die Zinsen, die sich Netzbetreiber für ihre Investitionen in die eigenen Versorgernetze gönnten und auf den Endpreis aufschlugen. Betreiber wie E.ON verkündeten, dass sich bei den aktuellen Renditen von 7,91 Prozent eine Investition in den Neubau der Stromnetze kaum lohnen würde. Weiter drohte der Konzern, dass er – wenn die Renditen weiter gekürzt würden – seine Netze verkaufen und weitere Investitionen streichen würde. Deswegen wurde die Anreizregulierung investor-freundlich angepasst. Statt der Kürzung der Zinsen wurden diese angehoben. Ab dem 1. Januar 2009 dürfen die Energiekonzerne für Investitionen in neue Versorgernetze satte 9,29 Prozent statt 7,91 Prozent vor Steuern abrechnen. Der Zinssatz für die Investition in Altanlagen wird von 6,5 auf 7,56 Prozent steigen. Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, nennt dies eine absehbare Preissteigerung mit staatlichem Siegel.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, verteidigt den Beschluss. Die Investitionen in die Netze müssten attraktiver gestaltet werden. Gleichzeitig forderte er aber auch die Nutznießer der Zinserhöhung dazu auf, ihre Netze in der Deutschen Netz AG zusammen zu legen. Eine deutsche Netz AG hätte deutliche wirtschaftliche Vorteile und würde die Position der deutschen Energieversorger im europäischen Markt stärken.


Einweg Handy von BIC

27. Jul 2008

Das amerikanische Unternehmen Hop-On hat es 2002 vorgemacht. Es brachte ein Wegwerf-Handy für umgerechnet 13 Euro auf den Markt, inklusive Gesprächsguthaben. Eigentlich hatte das Unternehmen geplant, auch in Europa Fuß zu fassen, aber der französische Hersteller BIC kam ihm zuvor. Bisher ist der Hersteller BIC für Feuerzeuge, Kugelschreiber und Einwegrasierer bekannt, aber in Frankreich wird es bald auch das „BIC phone“ geben. BIC Phone ist eine Kooperation: Alcatel liefert die Handys und der französische Mobilfunkanbieter Orange die Prepaid Karten. Verkauft werden soll das Handy in Tabakläden, Bahnhöfen, Flughäfen und Supermärkten für 49 Euro, inklusive voller Akkuladung und 60 Minuten Gesprächsguthaben. Doch im Gegensatz zu dem Hop 1900 Handy ist es kein reiner Einwegartikel. Laut dem Handyhersteller Alcatel lässt sich nämlich der Akku beim BIC Phone mit einem USB-Kabel wieder aufladen und Gesprächsguthaben kann man beim Anbieter Orange nachkaufen. Unklar ist allerdings, ob das USB-Kabel bei dem Angebot inklusive ist. Zu beachten bleibt außerdem, dass man seine Mobilfunkkarte bei Orange registrieren muss, um die vollen 60 Minuten abtelefonieren zu können.


Kohlekraftwerk ist pro Kohle

25. Jul 2008

Wenn einer eine Umfrage startet, sollte er sich vorher genau überlegen, wer sich daran beteiligen darf. Die Zeitung „Schwäbisches Tagblatt“ berichtete, was passieren kann, wenn eine Umfrage über den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken öffentlich und zugänglich für jeden gestaltet wird. Am Montagmorgen um 4:34 Uhr war die Welt noch in Ordnung. Der Server in Brunsbüttel hatte eine ruhige Zeit und das Abstimmungsergebnis über die Zukunft der Tübinger Stadtwerke schien noch offen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren lediglich 31,6 Prozent der Abstimmenden für den Weiterbetrieb der Kohlekraft, dagegen 17,1 Prozent für Windkraft, 16,4 Prozent für ein lokales Energieprojekt und die Mehrheit mit 34,9 Prozent für regenerative Energien allgemein. Doch ab 10:51 Uhr wurde der Server gestürmt und im Sekundentakt wurden Pro-Kohlekraftwerk-Stimmen abgegeben. In kürzester Zeit stiegen die Kohlekraftwerksstimmen so von 31,6 Prozent auf über 65 Prozent.
Was war passiert? Ganz einfach: Der Geschäftsführer der Stadtwerke hatte seine 280 Personen starke Belegschaft aufgefordert, sie möge sich an der Abstimmung beteiligen. Auf Nachfrage, ob es sich damit nicht um eine grobe Manipulation handele, begründete er seinen Aufruf: „Bei Entscheidungen über die Zukunft der Stadtwerke sollten auch Mitarbeiter der Stadtwerke gehört werden.“ Nächste Woche entscheidet der Tübinger Rat, wie es weiter geht mit der Energieversorgung in Tübingen. Es besteht die Option, sich mit 10 bis 13 Millionen Euro am Bau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel zu beteiligen. Umweltschützer sind gegen den Bau dieses emissionsstarken Werkes und auch der Stadtrat Anton Brenner ist gegen die Kohle und für Windkraft. Zu groß sei das Risiko der Kostenexplosion bei den herrschenden Steinkohlepreisen und die laufenden Kosten für Wind- und Kohlekraft seien mittlerweile vergleichbar.


Und wöchentlich grüßt der Atomunfall

24. Jul 2008

Aller guten Dinge sind drei? Es ist jedenfalls bereits der dritte Atomunfall in Frankreich – und das innerhalb von 2 Wochen. Nach den Zwischenfällen von Tricastin und Romans sur Isère, bei denen in der letzten bzw. vorletzten Woche radioaktive Flüssigkeit ausgetreten war, wird nun der nächste atomare Unfall gemeldet. Bei der Inspektion einer Baustelle in der Nähe des südost-französischen Atomkraftwerks Saint-Alban wurden die 15 anwesenden Experten „leichter“ radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Der Vorfall habe aber keine Folgen für die Gesundheit der Betroffenen, beeilte sich Electricité de France (EDF), der größte europäische Stromerzeuger, zu erklären. Diese hätten ohne eine weitere Behandlung direkt nach Hause gehen können. Im Gegensatz zu den verstrahlten Mitarbeitern soll aber nun zumindest der Grund für die freigesetzte radioaktive Strahlung untersucht werden. Die „15 Experten“ dagegen dürfen nun abwarten, welchen Einfluss die Strahlung im Lauf der Jahre noch auf ihre Gesundheit haben kann. Wetten auf die Kernkraftwerke, die in den nächsten Wochen zerbröckeln oder auslaufen werden, werden noch angenommen. Dafür wendet man sich am besten direkt an die Homepage der Kraftwerks-Betreiber oder an einen glühenden Befürworter und Förderer der Atomkraft wie einen gewissen Herrn Sarkozy.

Nachdem heute der vierte Störfall in einem französischen Kernkraftwerk bekannt wurde – es handelt sich übrigens erneut um Tricastin, sozusagen den Vorreiter unter den atomaren Unfällen der letzten zwei Wochen – werden aus Gründen akuten Aberglaubens keine Wetten mehr angenommen.
Die Atomkraftwerksleitung nannte den Vorfall, bei dem rund 100 Mitarbeiter durch radioaktiven Staub verstrahlt wurden, „belanglos“. Auch dieses Mal hatte die Strahlung selbstverständlich keinen Einfluss auf die Gesundheit der Betroffenen, die – wie gewohnt – ohne ärztliche Behandlung nach Hause gehen konnten. Man gewöhnt sich offenbar an einiges in Frankreich.


Klima Saboteur in Käferform

24. Jul 2008

Alarmstufe Rot in Kanada. Die Kiefern setzen ein Zeichen: Bald werden sie nicht mehr da sein, davon künden ihre Nadeln in rot. Riesige Waldflächen sind dem Untergang geweiht. Schuld daran ist der Bergkiefernkäfer Dendroctonus ponderosae oder kürzer Borkenkäfer. Dabei könnte man den Borkenkäfer leicht übersehen: Er ist nur so groß wie ein Reiskorn. „Gemeinsam sind wir stark“ ist jedoch ein Motto, mit dem der Käfer bei starker Population ganze Landstriche verwüstet. Das Rot der frisch befallenen Bäume wechselt nach einem Jahr in grau über – dann sind die Bäume endgültig tot. Schlecht für die Bäume – aber was hat das mit dem Klima zu tun? Das massenhafte Absterben der Bäume hinterlässt Biomasse, die sich nach und nach zersetzt und damit eine ordentliche Menge an Kohlendioxid freisetzt. Kanadische Wissenschaftler haben berechnet, dass der Borkenkäfer im Zeitraum von 2000 bis 2020 dafür sorgen wird, dass ein großes Waldgebiet in British Columbia eine völlig neue Klimarolle bekommt. Statt das Kohlendioxid wenigstens geringfügig zu reduzieren, wird dieser Wald riesige Mengen an Kohlendioxid freisetzen. Das Pacific Forestry Center sagt voraus, dass allein aus diesem Gebiet mit einer Kohlendioxid- belastung von durchschnittlich 36 Gramm pro Quadratmeter und Jahr zu rechnen ist. Doch dieses Waldgebiet hat eine Dimension, die größer ist als die Bundesrepublik Deutschland. Bis zum Jahr 2020 dürften so – dank dem Borkenkäfer – zusätzliche 270 Megatonnen Kohlendioxid freigesetzt werden. Ärgerlich oder dumm gelaufen, denn genau diese Menge Kohlendioxid soll Kanada laut Kyoto-Protokoll bis zum Jahr 2012 einsparen. Die Käfer haben eindeutig nicht das Kyoto-Protokoll gelesen. Große Klimamodelle sind einfach zu allgemein gehalten, als dass Käfer und ihre Gewohnheiten darin hätten berücksichtigt werden können.


Selbstgemachter Atomausstieg

23. Jul 2008

Der Atomausstieg soll rückgängig gemacht werden, wenn es nach der CDU/CSU geht. Das würde Unternehmen wie E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall sehr gefallen, denn es gäbe noch Millionen zu verdienen mit den noch funktionstüchtigen und abgeschriebenen Atomkraftwerken. „Ohne uns!“, sagt das Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ und fordert Stromkunden dazu auf, zu einem unabhängigen Ökostrom-Versorger zu wechseln. Dies wäre die einzige wirksame Reaktion auf die Pläne der Versorger, die – was Atomkraft angeht – keine Diskussionen oder Vergünstigungen kennen. Die Behauptung, dass der Strompreisanstieg durch Atomkraft aufzuhalten sei, ist bereits von EnBW-Chef Villis widerlegt worden. Zusätzlich verdienen die Konzerne durch die CO2-Emissionszertifikate. Deren Wert stellen sie ihren Kunden in Rechnung, während sie selbst 90 Prozent der Zertifikate geschenkt bekommen haben. Ändert sich an diesem Gebaren nichts, dürften die vier Konzerne allein durch den Weiterverkauf der Zertifikate an ihre Kunden bis zum Jahr 2012 zusätzliche 35 Milliarden Euro verdient haben. Jedes Jahr der Laufzeitverlängerung eines bereits abgeschriebenen Atomkraftwerkes würde weitere 250 bis 400 Millionen Euro in die Kasse des Betreibers spülen. Das Versprechen, einen Teil der Gewinne aus Atomkraft dann in erneuerbare Energien zu investieren, ist kein großzügiges Angebot der Konzerne, sondern eine Notwendigkeit, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Was auch immer aktuell diskutiert oder von den Konzernen versprochen wird – nichts davon wird wahr werden, wenn der Atomausstieg rückgängig gemacht wird. Die einzige Art, sich zu wehren, scheint aktuell der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter zu sein. Wer nicht hören will, der muss halt fühlen und finanzielle Verluste schmerzen die Konzerne sicher am meisten. Wechseln Sie jetzt und setzen Sie ein Zeichen, damit die Atomstromlobby bemerkt, dass Sie sich nicht für dumm verkaufen lassen.


Katholizismus wird Handy

22. Jul 2008

Ein guter Christ braucht den richtigen Handytarif. Einen günstigen, damit auch die Ärmsten daran teilhaben können. Ähnlich wie das Angebot der Bild hatte die katholische Kirche in Polen eine erleuchtende Idee. Wie wäre es mit einem günstigen Prepaid Handytarif, der den Nutzer kostenfrei mit Bibelversen und Gebeten per SMS versorgt? Als Netzbetreiber soll der Mobilfunkanbieter Orange fungieren und auch eine Anbindung an christliche Nachrichtenagenturen ist geplant. Zwei Millionen potenzielle Kunden sieht die Betreiberfirma MNI Mobile – immerhin sind 90 Prozent aller Polen Katholiken. Im ersten Jahr möchte sie bereits 100.000 Kunden gewinnen. Da kann man wohl nur noch beten.


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