900 Millionen durch Kohlendioxid

Umweltbewusstes Handeln zahlt sich aus, ganz besonders wenn es dabei um CO2 Emissionen geht. Das sorgt für frische Luft für die Region und Taschen voller Geld. Möglich macht das der Handel mit CO2-Emissionshandelszertifikaten. Deutschland hat so viele Emissionen eingespart, dass es die nicht benötigten Zertifikate jetzt meistbietend versteigern kann. 900 Millionen Euro erwartet der Bund durch den Verkauf der Kohlendioxid-Emissionshandelszertifikate, mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr. So lauten die Zahlen, die das Bundesumweltministerium jetzt bekannt gab. Grundlage für diese Rechnung ist der Durchschnittspreis für Kohlendioxidemissions-Berechtigungen multipliziert mit 40 Millionen Zertifikaten, die Deutschland wegen seines vorbildlichen Verhaltens nicht benötigt. Alleine von Januar bis Mai 2008 konnte der Bund mit dem Zertifikatshandel 422 Millionen Euro erzielen, 22 Millionen mehr als der Etat-Ansatz für das ganze Jahr beträgt. Gespart wurden die Emissionen vom Volk, doch die monetären Gewinne bleiben bisher beim Staat. Eine Ungerechtigkeit, wie Gudrun Kopp, FDP-Bundestagsabgeordnete, findet. Die Zusatzeinnahmen müssten an die Bürger – zum Beispiel durch eine Senkung der Ökosteuer – zurückgegeben werden.

6 Antworten zu 900 Millionen durch Kohlendioxid

  1. Thorsten sagt:

    900 Millionen für den Staat, das macht verständlich warum plötzlich so für umweltbewusstes Leben geworben wird.

  2. Kathrin sagt:

    einerseits schön, dass Deutschland sich vorbildlich verhält (also emissionen einspart), andererseits: die co2-Ausstoß-Rechte weiterzuverscherbeln, damit andere Länder dafür die Umwelt so richtig schön versauen können… bravo!
    das war ja wohl nicht ganz der Sinn der Sache, oder? *kopfschüttel

  3. Kapitalist sagt:

    Anders wären die Maßnahmen zum Umweltschutz nicht durchsetzbar gewesen.
    Es ist wohl der finanzielle Anreiz, der dringend nötig ist, damit Unternehmen einen Grund sehen (Geld) sich daran zu beteiligen.

  4. Rookee sagt:

    Also ehrlich, was heißt “für den Staat”? Wenn das Geld beispielsweise zum Schuldenabbau verwendet wird, ist doch alles in Ordnung.
    Schlecht wäre es, wenn mit dem Geld weiterhin die Atomenergie subventioniert wird. Oder Deutschlands Grenzen am Hindukusch verteidigt werden. Aber nach den erfolgten Erklärungen soll das Geld aus dem Emmissionshandel ja wirklich zum Schuldenabbau verwendet werden (jaja, Politiker und ihre Absichtserklärungen, ich weiß – ich habe da auch ein Auge drauf und werde mich erkundigen, wofür das Geld letztendlich wirklich verwendet wurde, aber komischerweise bin ich in diesem Falle voller Vertrauen. Und ich hoffe, ich werde nicht – wieder einmal – bitter enttäuscht)

  5. Kapitalist sagt:

    Sicher folgt da bald die nächste Diätenerhöhnung. Die Politiker müssen ja gestärkt sein, das Buffet bei Eon war so mickrig.

  6. Rookee sagt:

    Hm, ich hätte jetzt gedacht, dass die Buffets bei Eon aufgrund stetiger Bestrahlung mindestens doppelt so groß wie normal sind… :)

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