Klima Saboteur in Käferform

Alarmstufe Rot in Kanada. Die Kiefern setzen ein Zeichen: Bald werden sie nicht mehr da sein, davon künden ihre Nadeln in rot. Riesige Waldflächen sind dem Untergang geweiht. Schuld daran ist der Bergkiefernkäfer Dendroctonus ponderosae oder kürzer Borkenkäfer. Dabei könnte man den Borkenkäfer leicht übersehen: Er ist nur so groß wie ein Reiskorn. „Gemeinsam sind wir stark“ ist jedoch ein Motto, mit dem der Käfer bei starker Population ganze Landstriche verwüstet. Das Rot der frisch befallenen Bäume wechselt nach einem Jahr in grau über – dann sind die Bäume endgültig tot. Schlecht für die Bäume – aber was hat das mit dem Klima zu tun? Das massenhafte Absterben der Bäume hinterlässt Biomasse, die sich nach und nach zersetzt und damit eine ordentliche Menge an Kohlendioxid freisetzt. Kanadische Wissenschaftler haben berechnet, dass der Borkenkäfer im Zeitraum von 2000 bis 2020 dafür sorgen wird, dass ein großes Waldgebiet in British Columbia eine völlig neue Klimarolle bekommt. Statt das Kohlendioxid wenigstens geringfügig zu reduzieren, wird dieser Wald riesige Mengen an Kohlendioxid freisetzen. Das Pacific Forestry Center sagt voraus, dass allein aus diesem Gebiet mit einer Kohlendioxid- belastung von durchschnittlich 36 Gramm pro Quadratmeter und Jahr zu rechnen ist. Doch dieses Waldgebiet hat eine Dimension, die größer ist als die Bundesrepublik Deutschland. Bis zum Jahr 2020 dürften so – dank dem Borkenkäfer – zusätzliche 270 Megatonnen Kohlendioxid freigesetzt werden. Ärgerlich oder dumm gelaufen, denn genau diese Menge Kohlendioxid soll Kanada laut Kyoto-Protokoll bis zum Jahr 2012 einsparen. Die Käfer haben eindeutig nicht das Kyoto-Protokoll gelesen. Große Klimamodelle sind einfach zu allgemein gehalten, als dass Käfer und ihre Gewohnheiten darin hätten berücksichtigt werden können.

11 Antworten zu “Klima Saboteur in Käferform”

  1. Elfriede sagt:

    Diese Anarchisten! Durchkreuzen einfach unsere Pläne. ;-)

  2. emir sagt:

    was soll man da machen?! tonnenweise insektenvernichtungmittel auf die wälder kippen?!
    die natur hat eben auch ein recht auf co2 produktion. man könnte mla erforschen, warum es auf einmal so viele Käfer gibt. vielleicht hat der menschn seinen natürlichen feind schon ausgerottet.

  3. Elfriede sagt:

    Nein, das wäre auch keine Lösung. Denkst du nicht das der natürliche Feind auch der Käfer sein könnte? Denke das die Natur sich alles merkt und sich heimlich rächt, leise, klein und unscheinbar.

  4. emir sagt:

    was weiß ich, wer das ist. war nur die frage, warum es auf einmal so viele sind. das muss doch gründe haben.vielleicht gibts bei den käfern auch einfach keine geburtenkontrolle. das könnte man doch mal einführen dann wäre das problem gelöst ;)

  5. Elfriede sagt:

    Empfängnisverhütung für Käfer? Gute Idee. *lol*

  6. Mia sagt:

    @emir: „die natur hat eben auch ein recht auf co2 produktion. “ genauso wie der mensch, oder? warum kommt denn dann niemand auf die idee, großflächig menschenvernichtungsmittel auszustreuen?
    ist ne frage, die sich mir grade aufgedrängt hat… ;-)

  7. Caroline sagt:

    ach, irgendwie schön. da macht der mensch große pläne und entwirft klimaschutzprotokolle und dann kommt so ein klitzekleiner käfer daher und macht alles zunichte. herrlich.

  8. Elfriede sagt:

    Genau – das Wesentliche ist für das (menschliche) Auge unsichtbar. :-)

  9. Caroline sagt:

    sehr philosophisch :-)

  10. Elfriede sagt:

    Antoine de Saint-Exupéry konnte Hellsehen, welche Bedeutung Käfer mal haben werden. ;-)

  11. Caroline sagt:

    ahso?

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