Und wöchentlich grüßt der Atomunfall

Aller guten Dinge sind drei? Es ist jedenfalls bereits der dritte Atomunfall in Frankreich – und das innerhalb von 2 Wochen. Nach den Zwischenfällen von Tricastin und Romans sur Isère, bei denen in der letzten bzw. vorletzten Woche radioaktive Flüssigkeit ausgetreten war, wird nun der nächste atomare Unfall gemeldet. Bei der Inspektion einer Baustelle in der Nähe des südost-französischen Atomkraftwerks Saint-Alban wurden die 15 anwesenden Experten „leichter“ radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Der Vorfall habe aber keine Folgen für die Gesundheit der Betroffenen, beeilte sich Electricité de France (EDF), der größte europäische Stromerzeuger, zu erklären. Diese hätten ohne eine weitere Behandlung direkt nach Hause gehen können. Im Gegensatz zu den verstrahlten Mitarbeitern soll aber nun zumindest der Grund für die freigesetzte radioaktive Strahlung untersucht werden. Die „15 Experten“ dagegen dürfen nun abwarten, welchen Einfluss die Strahlung im Lauf der Jahre noch auf ihre Gesundheit haben kann. Wetten auf die Kernkraftwerke, die in den nächsten Wochen zerbröckeln oder auslaufen werden, werden noch angenommen. Dafür wendet man sich am besten direkt an die Homepage der Kraftwerks-Betreiber oder an einen glühenden Befürworter und Förderer der Atomkraft wie einen gewissen Herrn Sarkozy.

Nachdem heute der vierte Störfall in einem französischen Kernkraftwerk bekannt wurde – es handelt sich übrigens erneut um Tricastin, sozusagen den Vorreiter unter den atomaren Unfällen der letzten zwei Wochen – werden aus Gründen akuten Aberglaubens keine Wetten mehr angenommen.
Die Atomkraftwerksleitung nannte den Vorfall, bei dem rund 100 Mitarbeiter durch radioaktiven Staub verstrahlt wurden, „belanglos“. Auch dieses Mal hatte die Strahlung selbstverständlich keinen Einfluss auf die Gesundheit der Betroffenen, die – wie gewohnt – ohne ärztliche Behandlung nach Hause gehen konnten. Man gewöhnt sich offenbar an einiges in Frankreich.

8 Antworten zu Und wöchentlich grüßt der Atomunfall

  1. Juliane sagt:

    ah ja sehr schön. aber die franzosen haben zu umweltfragen je traditionell eine laissez-faire einstellung. ich glaube, die millionenstadt marseille hat bis weit in die 90er hinein alle ihre abwässer einfach so ins mittelmeer abgeleitet

  2. Atomanfall sagt:

    Sollen sie doch machen wie sie möchten, aber wenn die Nachbarn unter den Auswirkungen zu leiden haben, dann hört die Lockerheit auf.

  3. Juliane sagt:

    ja, vor allem das ganze mit einem typisch französischen schulterzucken abzutun. der grund für die freigesetzte strahlung soll untersucht werden, na fein. vieleicht weil die dinger uralt und morsch sind?

  4. Atomanfall sagt:

    Soll untersucht werden, – lächerlich! Die sollen mal untersuchen wie es den betroffenen Menschen nach der Strahlendosis geht und schnell was machen, damit sie weiter mit ihren Schultern zucken können…..*grummel*

  5. Rookee sagt:

    Hierzu las ich einen sehr interessanten Kommentar bei einer online-Zeitung:
    “Verfahren zur Bestimmung der Belanglosigkeit eines Atomunfalles:

    Kontaminiertes Personal wird in einen Raum gestellt.

    Das Licht wird ausgeschaltet.

    Kann man das Personal dann nicht mehr sehen, war die Verstrahlung belanglos; leuchtet das Personal, sollte Ruhe bewahrt werden.

    Atomkraft ist sicher. Ganz ehrlich. Und harmlos. Wirklich!”

    Es stammt leider nicht aus meiner Feder, aber es trifft die Wirklichkeit ziemlich genau :)

  6. Franz-Josef S. sagt:

    eine Alternative:

    1. wenn das verstrahlte Personal sich nicht unmittelbar nach dem Störfall äußerlich verändert hat (zweite Nase oder ähnliches) oder sowieso gleich tot ist – ist alles in Ordnung!!!

    2. und wenn dann Jahre später irgendwas nicht mehr in Ordnung sein sollte (z.B. “plötzlich” Krebs aufgetreten ist), dann liegt das an was gaaaanz anderem. ungesunde lebensführung oder so… ist doch klar!!!

  7. Nicole sagt:

    Das finde ich verdammt bitter, finde Länder die Atomkraftwerke betreiben sollten von z.b. der EU kontrolliert werden.

  8. Juliane sagt:

    @ Rookee: ja, das ist sehr schön bissig und wahr ausgedrückt! Sowas wie sichere und harmlose Atomkraft gibt es halt einfach nicht

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