Die Kürzung der Eigenkapitalrendite der Bundesnetzagentur war ursprünglich dazu gedacht, eine Verteuerung des Strompreises zu verhindern. Gekürzt werden sollten die Zinsen, die sich Netzbetreiber für ihre Investitionen in die eigenen Versorgernetze gönnten und auf den Endpreis aufschlugen. Betreiber wie E.ON verkündeten, dass sich bei den aktuellen Renditen von 7,91 Prozent eine Investition in den Neubau der Stromnetze kaum lohnen würde. Weiter drohte der Konzern, dass er – wenn die Renditen weiter gekürzt würden – seine Netze verkaufen und weitere Investitionen streichen würde. Deswegen wurde die Anreizregulierung investor-freundlich angepasst. Statt der Kürzung der Zinsen wurden diese angehoben. Ab dem 1. Januar 2009 dürfen die Energiekonzerne für Investitionen in neue Versorgernetze satte 9,29 Prozent statt 7,91 Prozent vor Steuern abrechnen. Der Zinssatz für die Investition in Altanlagen wird von 6,5 auf 7,56 Prozent steigen. Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, nennt dies eine absehbare Preissteigerung mit staatlichem Siegel.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, verteidigt den Beschluss. Die Investitionen in die Netze müssten attraktiver gestaltet werden. Gleichzeitig forderte er aber auch die Nutznießer der Zinserhöhung dazu auf, ihre Netze in der Deutschen Netz AG zusammen zu legen. Eine deutsche Netz AG hätte deutliche wirtschaftliche Vorteile und würde die Position der deutschen Energieversorger im europäischen Markt stärken.
Toll, Toll, da kriegen die vom Staat noch Subventionen für den eigenen Reichtum.
Es gibt Dinge die muss man nicht verstehen.
schade dass wir verbraucher das nicht auch so machen können…ein bißchen drohen, dass man sich aus dem geschäft zurückzeiht, und shcon steigen die zinssätze wieder. sollte ich das mal bei meiner bank probieren?? ich fürchte, ich werde nur ausgelacht. die stromkonzerne müssen sich ja wie könige fühlen. die können sich nehmen, was sie wollen!
Das ist doch immer so, wer viel Geld und Macht hat bekommt noch mehr. Denke wenn Du mindestens 10000 Euro zum anlegen hättest würde die Drohung funktionieren.
meinst du?? wär mal ein experiment wert. leiht mir jemand 10.000??
Aber nur bei einer Verzinsung von 6 Prozent.
nee, kriegst du nicht. selbst wenn ich es hätte. dann knebelt dich die bank in einen 2 jahresvertrag, mein auto geht kaputt, und was dann?!
Was ich mich frage: Warum wartet die Regierung nicht erst einmal ab, wie die EU in der Frage des Verkaufs der Stromnetze entscheidet? Die niedrige Rendite war doch schon ein EU-Instrument, um die Energieunternehmen zum Verkauf der Netze zu zwingen. Kann die Bundesregierung die Politik der EU wirklich so torpedieren oder droht da jetzt mächtig Ärger?
So oder so finde ich es teilweise wirklich hart, wie wenig von seiten Deutschlands auf die EU RÜcksicht genommen wird. Wenn ein EU-Gesetz past, wird es übernommen, wenn nicht, dann eben nicht. Kein Wunder, dass niemand die EU ernst nimmt…
pah. nachdem sich die bundesregierung erstmal im eu-parlament gegen eine zerschlagung der verbindung von netzten und stromversorgern ausgesprochen hatte
Ach hat sie? Lass mich raten, das waren Politiker der CDU?
na ja, eben unsere lieben vertreter im europaparlament…weiss nicht von welcher partei die kommen. im zweifelsfall von der energielobby
Dann könnten es also auch Politiker der Grünen sein….
tatsächlich hat die liebe cdu eine mehrheit von 44,5 prozent in der deutschen fraktion europaparlament. habs garde nachgeschaut…jetzt wundert einen doch gar nix mehr
Damit wären dann wohl alle Zweifel beseitigt. Danke fürs Nachschauen!
Also so viel ich weiß, haben die Politiker des Europaparlaments damit gar nicht so viel zu tun. Blockiert wird meines Wissens eher von den nationalen Politikern (die natürlich um einiges mehr unter dem Einfluß der nationalen Unternehmen stehen). Aber wer hier eine Mehrheit hat, ist ja auch bekannt. Wobei unser ehemaliger SPD-Kanzler ja auch einen gut dotierten Posten in der Energiewirtschaft besitzt und unser Ex-SPD-Arbeitsminister einen gut dotierten Beratervertrag für die Energiebranche…
Wo Millionen fließen, da gibt es auch gute Jobs für die Menschen die es ermöglicht haben, das Millionen verdient werden.
versteh ich nicht
Was gibts da nicht zu verstehen? Wenn Politiker während ihrer Amtszeit dafür sorgen, dass gewisse Unternehmen Millonen- oder Milliardengewinne einfahren, dann können sie sich der Dankbarkeit dieser Unternehmen nach ihrer Amtszeit sicher sein. Da wird dann schnell ein neuer Posten mit Millionengehalt geschaffen, den der Ex-Politiker dann einnehmen kann.
Das meinte ich, – vielen Dank RedKeep.
ach ja klar jetzt versteh ich. wir wissen ja alle, dass das so funktioniert…welcher ehemalige politiker sitzt denn heute NICHT im vorstand irgend eines konzerns? man kann manchmal nur den kopf schütteln
Es ist traurig aber wahr . Deswegen finde ich die Forderung nach Offenlegung von Nebenbeschäftigungen bei Politikern auch mehr als berechtigt.