Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat sich eine gute Alternative zu staatlichen Hilfen bei den Energiekosten ausgedacht: Einen Pullover. Gegenüber RP-Online hatte er geäußert, dass Menschen, die unter hohen Energiepreisen leiden, doch nochmal überlegen sollten, ob eine Raumtemperatur von 15 Grad – mit einem dicken Pullover bekleidet – doch auszuhalten sei. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), kritisierte die Äußerung in der Energiedebatte hart: „Das ist menschenverachtend und nicht mehr hinnehmbar.“ Anschliessend forderte sie Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dazu auf, Sarrazin aus dem Amt zu entheben. Er verhöhne die Schwächsten der Gesellschaft „in einer Tour“ und sei deswegen nicht mehr tragbar. Das Original-Zitat von Sarrazin lautete: „Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können.“ Das sind deutliche Worte, die Kritik herausfordern. Ulrich Maurer, der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, sagte: „Gegen so viel soziale Kälte helfen auch keine Pullover“ und unterstellte dem Senator, er habe nur in die Schlagzeilen kommen wollen. Weiter regte er an, Sarrazins Büro in ein Kühlhaus zu verlagern – dort könnte er dann mit Pullover versuchen, einen kühleren Kopf zu bekommen. Der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sehen die Sache mit dem Pullover etwas anders. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten sie, dass besonders einkommensschwache Haushalte durch die Preiserhöhungen hart getroffen werden und plädierten für finanzielle Hilfen für diese Menschen. Doch Sarrazin bleibt bei seinem Standpunkt: Gegen die Preiserhöhungen könne der Staat nichts ausrichten und deswegen sei es die einzige Lösung, die Heizung abzudrehen. Finanzsenator Sarrazin hatte schon vor wenigen Monaten Schlagzeilen gemacht, indem er behauptete, für einen Betrag von 3,76 Euro könne sich ein Hartz IV Empfänger vollwertig ernähren.
Die Aussage ist zwar unter aller Kanone, aber es funktioniert mit dem Pullover.
Ab nach Alaska mit dem Typen! Ohne Pulli!
Hm, ich seh die soziale Kälte nicht wirklich. Um ehrlich zu sein handele ich schon jetzt so, wie Sarrazin sagt: Um Heizkosten zu sparen und Umwelt zu schonen drehe ich die Heizung nicht auf volle Pulle und verstecke mich stattdessen lieber unter einer Decke oder eben unter einem dicken Pullover. Das funktioniert prächtig zumal die Luft in der Wohnung viel besser ist.
Problematisch an Sarrazins Aussage ist leider nur, dass sie sich einmal mehr wieder nur an die einkommensschwachen Haushalte richtet. Millionären rät er nicht zum Pullover, sondern nur den Schwächsten der Gesellschaft. Insofern ist die Aussage schon asozial, vom Grundprinzip her aber eigentlich nicht. Alle sollten versuchen, Heizkosten zu sparen. Statt den Einkommensschwachen einen Sozialtarif zu gewähren würde ich also eher dafür plädieren, den Reichen ordentlich Aufschläge reinzuhauen. Und Sarrazin selbst sollte natürlich mit gutem Beispiel vorangehen – so wie schon bei seiner Aussage, dass er für 5 Euro die Stunde arbeiten würde. Da er das aber selbst natürlich nichtmal im Ansatz in Erwägung zieht, kann man über Thilo nur den Kopf schütteln.
Naja, nach dieser Legislaturperiode hat er die Drecksarbeit für Wowereit erledigt und man wird nie mehr etwas von ihm hören.