Die Ich Suche

31. Aug 2008

Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Das ist leider eine Frage, die das Netz nicht beantworten kann – aber versuchen kann man es ja mal. Wie das Magazin iX berichtet, suchen 70 Prozent der Internetnutzer nach sich selbst, weitere 63 Prozent nach ihren Mitmenschen und 19 Prozent spionieren ihren Arbeitskollegen hinterher. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Studie, bei der 1006 Menschen Frage und Antwort standen.
Es muss nicht unbedingt die Eitelkeit sein, die die Internetsucher dazu bewegt, ihren Namen in eine Suchmaschine einzugeben. Es ist eher die Vorsicht oder auch Paranoia, die den Nutzer dazu bringt, zu überprüfen, was das Netz über ihn weiß. Schließlich ist das Netz ein öffentlicher Ort, der auch von Leuten eingesehen werden kann, die vielleicht nicht alles über einen wissen sollten. Personalchefs, zum Beispiel, googeln mögliche Aspiranten gern mal vor der Einladung zum Gespräch. Deswegen heißt es: Vorsicht bei der Dateneingabe im Netz. Wer einmal in einem Sozialen Netzwerk oder bei einem Buchversand seine Daten öffentlich gemacht hat, kann das nicht so leicht rückgängig machen. Den gesetzlichen Anspruch auf Privatsphäre hat man verspielt, wenn man der Veröffentlichung absichtlich oder unabsichtlich zugestimmt hat. Doch die Transparenz des Netzes kann man sich auch zu Nutze machen. Marketingexperten berichten, dass eine gute Internetpräsenz auch der Selbstvermarktung dienen kann.


Nimm zwei – Der Benzinpreis macht’s möglich

29. Aug 2008

In Nevada kann man(n) ein Schnäppchen schlagen: Nimm zwei, zahle nur für eine! Es sind die Benzinpreise, die das Bordell „Bunny Ranch“ in Nevada zu einem Rezessions-Special getrieben haben. Denn die Stammkundschaft, die aus 60 Prozent Lastwagenfahrern besteht, findet ihren Weg nicht mehr in die ländliche Region. Schuld sind die Benzinpreise und die amerikanische Gesetzgebung. Prostitution ist nämlich nur in Nevada erlaubt und dort auch nur in Regionen mit weniger als 400.000 Einwohnern.
Die gestiegenen Benzinpreise versauen den Damen aus dem ältesten Gewerbe der Welt das Geschäft. Im Vergleich zum Vorjahr sank der durchschnittliche Umsatz von 50 Millionen Dollar um die Hälfte ab. Deswegen haben die ‘Bunnies’ aus dem Osten von Nevadas Hauptstadt Carson City jetzt ein Rezessions Angebot: Für die ersten 100 Kunden, die bereit sind, ihren Steuernachlass-Scheck in Höhe von umgerechnet 600 Euro in der „Bunny Ranch“ einzulösen, gibt es das Angebot: Nimm zwei, zahle für eine.


Das passive Haus

28. Aug 2008

Einfach mal passiv verhalten. „Nein, ich handele nicht, ich bin einfach da. Aber das kann ich gut, da sein und Wärme geben.“ So ein Passivhaus hat ein ruhiges Leben, denn fast nie klappert eine Heizung in seinem Inneren und einen Heizungsinstallateur hat es selten gesehen. Es sei denn, das Haus hat schon eine Reinkarnation hinter sich, weil es früher ein gewöhnliches Haus war. Doch durch die Lüftungsanlage und die Wärmedämmung wurde alles besser – für das Haus und auch für seine Bewohner. Jetzt fließen nur noch maximal 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter durch seine Venen und die Luftdichtigkeit liegt bei angenehmen n50 ≤ 0,60/h. Auch das Luft-Innenraumvolumen hat damit – dank guter Innen- und Außenisolierung – endlich eine ruhige Zeit.
Auch Passivität spendet Wärme. Die Abwärme der Bewohner und ihrer technischen Geräte sowie die Wärme der Sonne können genutzt werden. Das hat das Passivhaus-Institut in Darmstadt genau berechnet und eine Zauberformel für die Passivität aufgestellt: Ein echtes Passivhaus darf maximal einen Jahresheizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/(m²a) ), eine Heizlast bis 10 Watt pro Quadratmeter (W/m²) und einen Primärenergiebedarf von maximal 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (m²a) haben. Dann funktioniert es auch mit der Passivität. Eine kompakte Bauweise hilft übrigens dabei, die konstante Innentemperatur noch besser zu halten. Endlich ein Haus zum Wohlfühlen – keine kalten Füße mehr, keine Schimmelbildung an den Wänden und sogar im Sommer bietet es das perfekte Klima, denn durch die Dämmung kann auch kühle Luft perfekt gehalten werden. Die Investitionen in ein solches Haus sind zwar nicht gerade günstig, aber man spart Heizkosten, eine Klimaanlage und vor allen Dingen eine Menge Stress – die Passivität ist eben einfach bequemer.


Die Welt retten für Anfänger

27. Aug 2008

Und was machen wir morgen, Brian? Die Welt retten – wie immer, Pinky! Wird alles öko, wird alles gut. Die Bundesregierung unterstützt wie nie zuvor den aktiven Umweltschutz und ein Gesetz nach dem anderen verpflichtet den Bürger sogar dazu, ökologisch zu handeln. Umweltschutz ist schon lange kein Thema der Alt 68er Generation mehr, auch tragen die Aktivisten meist keine selbst gestrickten Pullover mehr. Ökologisches Handeln ist mittlerweile im Alltag jedes Bürgers angekommen und das Image des Umweltaktivisten hat sich auch stark gewandelt. Die Welt retten, ist eigentlich gar nicht so schwer. Im Haushalt kann man schon mal damit anfangen:
Kaufen Sie bei Neuanschaffung energiesparende Geräte wie Energiesparlampen oder Geräte der Energieklasse A+++. Öffnen Sie Ihre Kühlgeräte nur so lange wie es nötig ist, schalten Sie beim Verlassen eines Raums alle Geräte aus und verzichten Sie auf den Stand-By-Modus bei der Unterhaltungselektronik.
In der Küche bietet sich jedoch noch viel mehr Potenzial: Vermeiden Sie Massennahrung wie Fertiggerichte. Diese sind nicht nur ungesund für Sie, sondern in ihrer Produktion und im Transport sehr kohlendioxidlastig. Beim Auto fahren können Sie weiter die Welt retten, durch nachhaltiges Auto fahren. Eigentlich bedeutet das nur, die Straßenverkehrsordnung (StVO) einzuhalten, also Abstand zu halten, unnötiges Bremsen zu vermeiden und frühzeitig in einen höheren Gang zu wechseln – das spart bis zu 20 Prozent Benzin und der Kohlendioxid-Ausstoß wird auch reduziert.
Haben Sie schon genug oder wollen Sie die Welt weiter retten? Informieren Sie sich! Wenn Sie das nächste Mal die Altkleider weg bringen, gehen Sie sicher, dass sie an der richtigen Adresse ankommen. Mit Investment lässt sich auch die Welt verbessern. Schauen Sie genau, welcher Bank Sie Ihr Geld zur Verfügung stellen und in was die Gelder investiert werden. Überhaupt mit jedem Ihrer Verträge lässt sich die Welt verbessern. Verträge mit Banken, Versicherungen und Energielieferanten sollten gut gewählt sein, damit auch Sie dazu beitragen, die Welt zu retten.
Das Tollste aber zum Schluss: Diese Art, die Welt zu retten, ist diskret – kein Mensch muss davon erfahren und niemand wird Ihnen zu Weihnachten einen selbst gestrickten Pullover schenken.


Zensiert China jetzt auch ausländisches Fernsehen?

26. Aug 2008

Der Satellitenbetreiber Eutelsat hat die Ausstrahlung des regierungskritischen chinesischen Fernsehsenders NTDTV in China im Juni abgeschaltet. Angeblich, weil der Satellit, der das TV-Signal an China sendete, einen Solarflügel verloren hat und damit die Energieversorgung des Satelliten nicht mehr gegeben sei. Dies ist auf jeden Fall die offizielle Begründung des Betreibers Eutelsat.
Da China für seine Medienzensur bekannt ist und der Sender NTDTV außerhalb Chinas weiterhin zu empfangen ist, stimmt diese Begründung misstrauisch. Der Sender NTDTV hat seinen Sitz in New York und nicht in China und wird deswegen auch nicht von chinesischen Zensoren kontrolliert.
Der Sender selbst wirft Eutelsat vor, das Sendesignal auf Wunsch oder Druck der chinesischen Behörden abgeschaltet zu haben. Viviane Reding, die EU Kommissarin für Telekommunikation, hat Eutelsat wegen der Abschaltung einen Brief geschrieben und um Stellungnahme gebeten.


Zurück zum staatlichen Stromnetz

25. Aug 2008

Wolfgang Zimmermann, Geschäftsführender Vorstand der Linken in Nordrhein-Westfalen, wünscht sich die gute alte Zeit zurück. Frei nach dem Motto „Früher war alles besser“ fordert er jetzt die Verstaatlichung der Stromgesellschaften RWE und E.ON. Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) ertönten aus seinem Mund Forderungen wie: „Energieversorger sollten vergesellschaftet werden zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge.“ Offenbar in Rage geredet forderte er auch gleich noch die Rente mit 60 und die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 50 Prozent.
Hört sich nach „Wünsch-dir-was-Politik“ an, kritisierte NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft. Diese Äußerung beeindruckte Zimmermann jedoch wenig und er beteuerte seine Bereitschaft, Kraft wieder zur Ministerpräsidentin zu wählen, um dann später gemeinsam – nach hessischem Vorbild – über die Themen abzustimmen. Zimmermann ist sich ebenfalls sicher, dass Kraft nach den nächsten Landtagswahlen den Dialog zu den Linken suchen wird.
Als mögliche Abstimmungspunkte sieht der Parteisprecher Bildung und die Privatisierung von staatlichen Gütern vor: „Wir würden zum Beispiel für die Abschaffung der Studiengebühren, die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems und gegen die Privatisierung öffentlichen Eigentums stimmen.“ Eine Koalition mit der SPD schließt er jedoch aus: „Was man als Partei mit einer völlig anderen politischen Ausrichtung an Zugeständnissen machen muss, führt zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit, wenn man den Kurs nicht wesentlich selbst bestimmen kann.“


Atommüll in die Mehrwegdose

24. Aug 2008

Gut verpacken, luftdicht abschließen und nach Ewigkeiten einfach wieder auspacken und genießen!
Ähnlich wie die gute alte Plastikdose mit Deckel sollen die Pollux-Behälter für Atommüll funktionieren. Warum wir Pollux-Behälter brauchen? Der Grund liegt in den neuen „Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle“, die das Bundesumweltministerium im Internet veröffentlicht hat. Diese Schrift verlangt, dass in Zukunft der Atommüll noch bis zu 1000 Jahre nach Einlagerung zurück geholt werden kann. Nur für den Fall, dass ein Wunder geschieht und zukünftige Generationen einen Weg finden, der es möglich macht, Atommüll unschädlich zu machen oder noch besser wieder zu verwenden – was man hat, das hat man halt. Das hat sich Sigmar Gabriel ganz genau ausgedacht und verteidigt seinen Plan mit dem Argument, dass es mittlerweile international üblich sei, die Rückholbarkeit der Atomabfälle in die Planung mit einzubeziehen. Dass die deutsche Regierung bereits 1983 die Rückholoption wegen zu hoher Kosten und zu hoher Sicherheitsrisiken abgelehnt hat, wurde wohl nach so langer Zeit schon vergessen. Durch die Rückholbarkeit würden nicht nur immense Kosten durch die Jahrhunderte lange Überwachung und Dokumentation der Lager entstehen. Es ist auch davon auszugehen, dass von einem wiederverschließbaren Gefäß ein höheres Risiko von Strahlenabsonderung ausgeht, als von den alten, nicht zu öffnenden Fässern. Aber eigentlich ist diese Frage sowieso nicht relevant, denn in Deutschland sind bis jetzt keine geeigneten Ton- oder Salzhöhlen, die sich für die Endlagerung eignen würden, bekannt. Der einzige Ort, bei dem die Erforschungen aber im Jahr 2000 begründet abgebrochen wurden, ist der Salzstock in Gorleben. Ob nun Gorleben und / oder Pollux-Behälter – Niedersachsen scheint der Mittelpunkt der Atomdiskussion zu sein.


Geld, Macht und Anerkennung

22. Aug 2008

Und wenn Zwei sich trennen, dann war sicher das liebe Geld schuld daran. Zumindest, wenn man der Statistik glaubt, denn jedes dritte geschiedene Paar in Deutschland gibt an, dass die Trennung nach einem Streit über Geld folgte. Der Soziologe und Direktor des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt/Main, Professor Rolf Haubl, behauptet, dass es dabei in Wirklichkeit um etwas ganz anderes gehe. Dabei meint er nicht die ganzen anderen Alibi Trennungsgründe wie ein gemeinsamer Urlaub, mangelnde Kommunikation, schlechter Sex oder ein unerfüllter Kinderwunsch. Er ist sich sicher: „Es geht um Macht, Kontrolle, Ängste und Anerkennung.“ Der Soziologe erklärt, dass Frauen und Männer Geld eine ganz unterschiedliche Bedeutung zuordnen. Frauen verbänden mit Geld Sicherheit und Selbständigkeit, während Männer Geld mit Einflussnahme und Macht assoziierten. Dieser Unterschied in der Wahrnehmung sorge für Konfliktstoff zwischen den Geschlechtern. Den einzigen Ausweg aus diesem Dilemma sieht der Soziologe darin, dass beide Seiten einsehen, dass es in Wirklichkeit gar nicht um Geld geht.
Besonders, wenn die Frau mehr Geld verdient, hilft alle Emanzipation der Welt nicht dagegen, dass die Gefühle altmodisch reagieren. Männer messen ihren Wert immer noch an dem Geld, das sie nach Hause bringen. Daher haben sie ein Problem, wenn ihre Partnerin mehr verdient als sie selbst. Laut dem Experten dreht sich der Effekt bei gut verdienenden Frauen jedoch um: Frauen, die viel verdienen, machen Geld zu ihrem Maßstab und verlieren die Achtung vor ihrem Partner, wenn er weniger verdient, behauptet der Soziologe. Ob der gute Mann aus Erfahrung spricht?


Königlicher Ökostrom

21. Aug 2008

Ein Schloss wird zum Selbstversorger, genauer gesagt: Schloss Balmoral in Schottland, auch bekannt als die Sommerresidenz der Königsfamilie von Großbritannien. Dank eines eigenen Wasserkraftwerks ist Balmoral das erste Schloss, das komplett mit alternativen Energien versorgt wird. Für die Angestellten ist auch gesorgt, denn das königliche Wasserkraftwerk erzeugt so viel Energie, dass diese auch noch für weitere 1000 Haushalte in der Region reicht.
Das Wasserkraftwerk wurde an einem Bach auf dem Schlossgrundstück errichtet und kann bis zu einem Megawatt Elektrizität erzeugen. Es gilt als Miniaturnachbau des schottischen Wasserkraftwerks, das 300 Megawatt produzieren kann, erklärte Projektleiter Alastair Gill. Königin Elizabeth II. möchte ein Vorbild für ökologisches Verhalten für ihre Untertanen sein. Das Wasserkraftwerk ist erst der Anfang – zusätzlich werden auf dem Gelände des Schlosses 50 Tonnen Bioabfall kompostiert und alle Maschinen werden mit Biodiesel betrieben. Das Klima zum Königinnenthema zu machen, ist wirklich vorbildlich. Die Frage, die sich noch stellt, ist jedoch: Wie riechen 50 Tonnen Bioabfall im Garten?


Atomkraft: Steuerfrei und nicht versichert

20. Aug 2008

Die Nutzung von Energieträgern wie Öl und Gas muss laut Gesetzgeber besteuert werden, während die Nutzung nuklearer Brennstoffe unbesteuert bleibt. Zudem sieht das Gesetz über die Produktion von Atomenergie im Schadensfall nur eine Deckung von 2,5 Milliarden Euro vor. Der Präsident des Naturschutzbunds Deutschland e.V., Olaf Tschimpke, bezeichnet deswegen die gesetzlich geforderte Vorsorge für mögliche Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden bei Freisetzung von Radioaktivität als völlig unzureichend.
Daher verlangt der NABU eine Gefahrenzulage für die Atomstromproduktion. Diese Gefahrenzulage soll dann alle Kosten für Sicherheit, Betrieb und Entsorgung abdecken. Durch das hohe Risiko im Schadensfall sind die Gefahren eines Atomkraftwerks auf dem freien Markt nicht versicherbar. Kosten in Milliardenhöhe für den Rückbau von Atomanlagen und die Entlagerung von Atommüll werden nach wie vor vom Steuerzahler und Staat getragen. Aus diesem Grund fordert der NABU, dass die Energiekonzerne einen Teil ihres Gewinns in eine angemessene Vor- und Nachsorge für Sicherheit, Betrieb und Entsorgung investieren, anstatt den Verbrauchern Hoffnungen auf vergünstigten Atomstrom zu machen.