Verbraucherschutzminister gegen den Handy-Tarifdschungel

Schluss mit der totalen Verwirrung, wenn man einen neuen Handytarif sucht. Bayerns Verbraucherschutzminister Otmar Bernhard fordert mehr Transparenz für Handy Kunden. Fast jeder Anbieter wirbt mit Schnäppchen, Aktionsangeboten und Flatrates, doch was das wirklich bedeutet, kann man meist nur in kleingedruckten Fußnoten lesen. Das Vergleichen der unterschiedlichen Tarife ist wegen fehlender Übersicht und Transparenz nicht so leicht möglich. Ein Tarifdschungel, der besonders für Jugendliche viele Tariffallen bereit hält. Verbraucherschutzminister Otmar Bernhard fordert die Handybranche dazu auf, ihre Angebote einheitlich und übersichtlich auf einem Datenblatt anzubieten. Verbraucherkredite in Europa müssten ihre Konditionen auch transparent und vergleichbar gestalten – nur so habe der Kunde tatsächlich Wahlfreiheit. Dieses Anliegen wird Bayern bei der nächsten Verbraucherministerkonferenz (VSMK) vorschlagen. Ein weiteres Anliegen des Verbraucherschutzministers Bernhard ist die Sensibilisierung von Schülern für die Tücken von Mobilfunkverträgen. Sein Ministerium fördert deswegen das Verbraucherbildungsprojekt „Handy-Trend“ welches in den Schulen aufklärt. Schüler werden dabei vom Verein Ökoprojekt-Mobilspiel e.V zu Handybotschaftern ernannt. Mittlerweile gibt es 1200 Jugendliche, die ihre Mitschüler vor teuren Klingeltönen aus dem Netz oder Fernsehen warnen. Dauertelefonieren sollten Jugendliche und Kinder mit ihrem Handy auch nicht, da bisher unklar ist, wie sich die Strahlung auf diese Altersgruppe auswirkt. Auch die EU sieht Handlungsbedarf. Jährlich soll deswegen jetzt ein Bericht erstellt werden, der einen Überblick über den europäischen Handymarkt gibt.

25 Antworten zu Verbraucherschutzminister gegen den Handy-Tarifdschungel

  1. RedKeep sagt:

    Ich finde es ja schön, dass nun für die vermehrte Aufklärung unserer Jugend gesorgt werden soll. Ein wesentlicher Faktor wird aber irgendwie immer ausgeklammert: Die Eltern sollten auch ein wenig mehr in die Pflicht genommen werden, ihren Sprößlingen den richtigen Umgang mit Geld und Handy beizubringen…

  2. Heinz K. sagt:

    Die Eltern und die Gesellschaft. Kinder lernen doch von Vorbildern, es liegt also an den Erwachsenen Vorbilder zu sein und Kindern den richtigen Weg zu zeigen.

  3. toptarif sagt:

    Hallo Handy sehe ich ähnlich, aber oft sind es die Eltern die Ihren Kindern einen Handyvertrag ermöglichen. Ab einem Alter von 10-12 Jahre würde ich deinen Lösungsvorschlag auch befürworten.

  4. Motzki sagt:

    Jaja, einfacher, als man denkt. Die Kommentatoren hier haben wohl keine Kinder. Aber wenn meine 13jährige Tochter Sie mit großen Rehaugen ansieht und tieftraurig flüstert: “Aber meine Freunde haben auch alle einen Vertrag”, dann will ich Sie mal sehen, wie Sie sie mit einer Prepaid-Karte abspeisen. Ich will meine Tochter ja auch nicht ins gesellschaftliche Abseits stellen und leider gehört anscheinend ein Handyvertrag heute dazu wie zwei Beine und ein Kopf.
    Man sollte vielleicht eher mal etwas an der grundsätzlichen Konsumhaltung der Kinder ändern, dabei sind die Eltern allein aber hoffnungslos überfordert. Hier müsste die Wirtschaft sich selbst beschränken und bis das passiert, kommt eher der Weihnachtsmann an Ostern.

  5. Else K. sagt:

    Haben Sie schon mal was Erziehung gehört? Nur weil Ihre Tochter etwas haben will müssen Sie doch nicht jeden Wunsch nachgeben. Wo kommen wir denn da hin? Gut ein Handy muss wohl sein, aber ein Vertrag? Sind sie verrückt? Nicht die Wirtschaft ist erziehungsberechtigt für ihr Kind, sonder sie sind es – handeln sie endlich danach!

  6. chrissi sagt:

    Ich finde es sehr schwierig, die Grenze zu ziehen,was man Kindern erlauben sollte und muss und ab wann das Ganze unnötig und absurd wird. Leider ist es wohl heute so, dass Teenies ohne gewisse technische Spielereien sofort “unten durch” sind. Will man das seinem Kind zumuten? Es wissentlich zum Außenseiter zu machen?

  7. Else K. sagt:

    Wenn alle so “rücksichtsvoll” handeln entsteht doch erst der Gruppendruck. Irgendwer muss damit anfangen. Ärmere Menschen können sich sowas gar nicht leisten, finde Kinder brauchen andere Beschäftigungsmöglichkeiten als mit Technik rum zu klicken.

  8. Juliane sagt:

    Ich kenne genug Leute, die selber an allen Ecken und Enden sparen, nur um ihrem Kind die nötigen Luxusgegenstände kaufen zu können und es so nicht zum Außenseiter zu machen. Man kann sich dem kaum entziehen, traurig aber wahr.

    @ Else: Der Ruf nach anderen Beschäftigungen als Technik ist ja wohl ein bisschen naiv…was schwebt dir denn da so vor?

  9. Else K. sagt:

    Genau so sollte es aber nicht sein. Kauft den Kindern lieber Bücher, einen Ball oder ein Eis, aber nicht diese technischen Spielkram. In dem Alter ist es besonders wichtig, das sie sich mit sinnvollen Dingen beschäftigen. Gut Technik mag heutzutage sinnvoll sein, aber bitte in Massen!

  10. Rookee sagt:

    Also ohne jetzt selbst Vater zu sein, aber ich glaube, wenn Motzki statt mit einem Handy mit einem Eis ankommt, lacht die Tochter ihn aus und dann ist für laaaange Zeit Terror unterm Dach angesagt.
    Dies ist eine schwierige Diskussion. Alles den Eltern aufzubürden geht nicht. Sie von jeglicher Vernatwortung freizusprechen geht aber auch nicht.

  11. Else K. sagt:

    Wer ist denn für die Kinder verantwortlich wenn nicht die Eltern und die Gesellschaft?
    Erwartest du etwa verantwortliches Handeln von einem 10 Jährigen? IT und der richtige IT Umgang sollte teil der Schulerziehung sein. Die Kinder machen lassen und sich selber ausbeuten, um den Kindern das zu ermöglichen kann keine Lösung sein.

  12. Juliane sagt:

    aber es ist doch auch keine lösung, von kindern des 21. jahrhunderts zu erwarten, dass sie sich mit murmeln und einem eis zufrieden geben wir zwei generationen zuvor noch. das geht ganz klar an der realität vorbei

  13. Rookee sagt:

    @ Else K.
    Natürlich müssen die Eltern für die Erziehung ihres Nachwuchses sorgen (mehr als sie es in weiten Teilen momentan tun). Doch gegen die medial verbreitete Konsumgeilheit, deren Aussage ja quasi ist: “Du bist nichts, wenn du Produkt xy nicht besitzt”, sind die Eltern bis zu einem gewissen Grad machtlos. Es müsste hier eine Werbe-Selbstbeschränkung der Industrie geben und da muss ich Motzki zustimmen und zitiere ihn hier: Eher kommt der Weihnachtsmann an Ostern.

  14. sailor_moon sagt:

    wir sind nur noch, was wir besitzen und konsumieren…seht der realität ins auge

  15. Else K. sagt:

    @Juliane: Ach das müssen dann digitale Murmeln sein oder was?
    @Rookee: Ja leider mich stört jedoch die Haltung, da kann man halt nix machen, das ist unsere Welt und nicht die Welt der Hersteller der wir ausgeliefert sind.
    @Sailor-Moon: Ich weiß nicht in welcher Realität du lebst, aber ich bin mehr als ich besitze. Es sei denn du zählst schöne Erinnerungen, Freunde und Familie zu Sachen die man besitzt.

  16. Pippi Langstrumpf sagt:

    denke auch, dass das nicht realistisch, sondern eher zynisch ist, wenn ein mensch allein nach seinem besitz oder status beurteilt wird. dasselbe gilt natürlich auch für den fall, dass sich jemand selbst nur über diese dinge definiert.

  17. Heinz K. sagt:

    Jeder Mensch wird von anderen Menschen nach den Gewinn und Verlust Regeln beurteilt.

  18. sailor_moon sagt:

    zynismus hin oder her, wir leben nun mal in einem konsumorientiertem kapitalismus. da können optimistisch-naive weltverbesserer noch so sehr an die inneren werte im menschen glauben…

  19. Leonie sagt:

    Denke das wenn sich alle Weltverbesserer der Welt zusammentun die Idee doch ne Chance hat….

  20. die _andere sagt:

    glaube ich nicht. da müsste schon noch ein wunder geschehen, damit sich die allgemeine konsumideologie ins gegenteil umdreht…

  21. Mia sagt:

    Zitat aus dem Buch/Film 39,90: Ein durchschnittlicher Mensch hat von Geburt bis zum 18 Geburtstag ca. 350.000 Werbebotschaften gesehn hat. Das prägt wahrscheinlich unwiderruflich.

  22. Juliane sagt:

    man will ja auch nicht, dass seine kinder den anschluss an neue technologien verpassen! ich finde, je früher und besser die heute mit sowas umgehen können, desto leichter fällt es ihnen später, zum beispiel im job damit zu arbeiten. man darf bei aller nostalgie nicht übersehen, dass man ohne moderne technologie in keinem job mehr auskommt.

  23. Else K. sagt:

    Keine Frage Kinder müssen mit den neuen Technologien vertraut sein um später im Wettbewerb bestehen können. Aber es muss doch einen Mittelweg geben, einen verantwortungsbewussten, der auch berücksichtigt, das nicht jedes Kind in der IT arbeiten wird.

  24. Caroline sagt:

    natürlich wird nicht jedes kind in der it arbeiten, aber es ist doch auffallend wie schwer der umgang mit e-mail und handy intelligenten, gebildeten menschen ab einer gewissen generation fällt. man muss da schon aufpassen, um nicht den anschluss zu verlieren. nicht nur für den job, sondern fürs tägliche leben

  25. Else K. sagt:

    Aber doch nicht schon im Kindergarten und erst rech nicht jeden Tag. Umgang bitte, aber unter Aufsicht und wohl dosiert. Davon kann man einem eigenen Vertragshandy wohl kaum von sprechen.

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