Glos, Gabriel und die Physik

Frei nach Isaac Newtons Wechselwirkungsgesetz zoffen sich Sigmar Gabriel (SPD) und Michael Glos (CSU) in der Energiepolitik: „Übt ein Körper A auf einen Körper B eine Kraft F1 aus, so übt stets auch der Körper B auf den Körper A eine Kraft F2 aus, die von gleichem Betrage, aber entgegengesetzter Richtung ist.“
Und so geht es zwischen den beiden Streithähnen seit Monaten hin und her. Wagt sich der eine mit einem Statement an die Öffentlichkeit, erfolgt umgehend die Reaktion. Auf die muss dann wiederum reagiert werden und so unterhalten die beiden Politiker eine große Schar von Journalisten und vielleicht inzwischen sogar Fans.
Dabei sind sie in ihrer Auseinandersetzung nicht zimperlich. Während Gabriel vor allem mit markigen Ausdrücken punktet („blauäugig“, „unseriös“, „Atomlobbyismus“) besucht Glos in Seelenruhe demonstrativ finnische Atomkraftwerke oder ruft Arbeitsgruppen ins Leben, die nach ausgiebigem Abwägen überraschenderweise verlängerte Laufzeiten der Atomkraftwerke für unabdingbar erachten.
Aktuellster Anlass für Umwelt-Gabriel, mal wieder ordentlich vom Leder zu ziehen, bevor er in Vergessenheit gerät, ist Glos’ sorgsam ausgearbeitetes Energiepapier. Partout will der CSU-Politiker nicht auf längere Laufzeiten verzichten. Grund genug für Gabriel, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche ausführlich Stellung zu nehmen. Auf die Antwort von Glos darf man bereits gespannt sein. Gehen er und RWE-Chef Großmann in Asse eine Runde schwimmen? Oder preist er die Ruinen von Tschernobyl als neuen Touristen-Erlebnispark? Man darf gespannt sein…

6 Antworten zu “Glos, Gabriel und die Physik”

  1. RedKeep sagt:

    Irgendwie sind die beiden wirklich süß. Das scheint ja eine wahre Hassliebe zu sein. Ich wette, wenn einer der beiden nach der nächsten Wahl nicht mehr in einer verantwortungsvollen Position ist, schmeißt der andere freiwillig hin, weil es ihm zu langweilig wird :)

  2. quietscheentchen sagt:

    das kann man sich ja richtig bildlich vorstellen: der kleine michi und der kleine sigi spielen im sandkkasten. „wirst du wohl aufhören, dem sigi immer sand in die augen zu schmeißen?!“ – „und du gibst dem michi jetzt sein förmchen zurück!“ nur mit dem unterschied, dass die beiden aus dem alter eigentlich raus sein sollten… aber grade deshalb echt unterhaltsam! *grins

  3. Mia sagt:

    @quietscheentchen: du hast da was entscheidendes übersehen: das sind politiker. und die sind aus dem alter NIE raus…

  4. Mia sagt:

    @RedKeep: da könntest du recht behalten! aber dann können sie sich ja wenigstens noch privat treffen und über ihre familien herziehen oder so. obwohl das für uns natürlich nicht so spannend wäre, wenn es nicht öffentlich passiert. sie müssten sich dann also schon an die bildzeitung wenden mit ner entsprechenden schlagzeile. hat jemand vorschläge? *gg

  5. RichieH sagt:

    ob die beiden wohl abends kichernd über einem bier sitzen und zusammen durchlesen, was sie sich in den diversen medien mal wieder verbal um die ohren gehauen haben?

  6. Zyniker sagt:

    @RichieH: Noch besser, die besprechen abends zusammen, wer morgen was sagt und wie der andere darauf reagieren wird.

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