Endlich gibt es ein Auto, das mit einer Ressource fährt, die auf dieser Erde reichlich vorhanden ist: Luft! Guy Négre vom „Moteur Développement International“ (MDI) hat ein Auto erfunden und gebaut, welches sich fast ausschließlich durch Luftdruck bewegt. Ein bisschen mehr als Luft kostet das Fahren mit dem Luftgefährt dann schon. Bei einem Anschaffungspreis von 3500 Euro für das Basismodell werden zusätzlich die immensen Kosten von 1,50 Euro für 100 Kilometer fällig.
Nachdem der mittlerweile 68-jährige Ingenieur mit seiner Entwicklung von zahlreichen namhaften Automobilherstellern ausgelacht wurde, ist sein Traum nun in greifbare Nähe gerückt. In die Entwicklung des Luftmotors investierte der Ingenieur 10 Jahre seines Lebens und große Teile seines Privatvermögens. Doch im Januar 2007 fand Négre endlich einen finanzkräftigen indischen Partner, Ratan Tata.
Ab 2009 soll das Luftdruck-Auto dann über französische Straßen rollen. Guy Négre betont dabei, dass es sich dabei um ein richtiges Auto handeln würde, welches alle Nutzungsmöglichkeiten eines normalen Autos haben wird. Betankt wird das Auto durch Elektrokompressoren – eine Tankladung reicht dann für 100 Kilometer. Für den Notfall gibt es jedoch zusätzlich einen kleinen Benzinmotor, dadurch kann der Wagen eine Strecke von bis zu 800 Kilometern zurück legen, bei einem Benzinverbrauch von 1,5 Litern. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 110 Kilometer die Stunde begrenzt, das ist jedoch schnell genug, um auf Autobahnen zugelassen zu sein.
mit luft fahren…und von luft und liebe leben?
das sowieso! „all you need is love!“ bzw. in dem fall „air“ für die fortbewegung… hihi
Finde die Idee klasse und erst den Idealismus mit dem der Mann seinen Plan verfolgt hat.
Bin mir sicher das es solche Autos dann auch bald in D geben wird.
Die Inder werden uns alle noch abhängen, sehe uns schon in 100 Jahren Entwicklungshilfe bei denen beantragen.
1,50 Euro für 100 Kilometer sollen „immense Kosten“ sein? Das ist doch im Vergleich zu Benzin quasi gar nichts! Diese Idee ist genial, komisch, dass der gute Mann noch nicht von irgendwelchen Autofirmen umgebracht wurde. Wahrscheinlich wird sein Auto von staatlicher Seite verboten mit dem Hinweis, diese Autos in Serie würden zu viele Arbeitsplätze kosten…
Denke auch, das das der Grund ist das bisher keiner diese Projekt unterstützen wollte. Das er nicht umgebracht wurde liegt wohl daran das er lange für die Formel 1 Motoren etc. entwickelt hat. Aber jetzt wird es gefährlich für ihn, von einer indischen Mafia, die ihn vielleicht beschützen könnte, habe ich nämlich noch nichts gehört.
Naja…ich würde da nicht zu euphorisch sein, ich kenne das Konzept nicht, aber schonmal soviel dazu:
Das Auto wird durch wahrscheinlich durch einen Entspannungsmotor angetrieben der durch Druckuft aus einem Tank gespeist wird. Entspannungsmotoren haben einen sehr bescheidenen Wirkungsgrad (sicher deutlich unter 50%, wenn man eine größere Druckspanne abdecken will), wahrscheinlich muss die Luft vorgewärmt werden, um das Einfrieren des Motors zu vermeiden. Aber erstmal muss die Druckluft in den Tank. Druckluftsysteme sind so ziemlich das ineffektivste, was es gibt. Motor- und Kompressorwirkungsgrad sind in der Regel sehr bescheiden (70-80%) und die Verluste (Speicherung, Verteilung) recht hoch..und die Energieverluste steigen, umso höher man verdichten muss. Ich gehe davon aus, dass man sehr hoch verdichten muss, um Antriebsenergie für 100 km Fahrt in überschaubaren Abmessungen zu speichern. Also….wenn der Strom für das Betanken des Autos zu halbwegs marktpüblichen Konditionen gekauft werden muss, wird das Ganze wohl kaum wesentlich günstiger werden als das ganz normale “Benzin”-Auto.
Ich habe beruflich u.a. mit Erdgastankstellen zu tun gehabt, bei denen man (auch kostenmäßig) einen guten Eindruck gewinnen kann, was es bedeutet, ein Auto mit z.B. 200 bar komprimiertem Gas betanken zu müssen…
@ energiepass
Danke für die Aufklärung. Immer wieder schön, etwas von jemandem zu lesen, der etwas tiefer in der Materie zu stecken scheint
Lassen wir uns also überraschen…
Danke Energiepass für die gute Erläuterung. Ernüchternd, aber es bleibt die Hoffnung das der benötigte Strom vielleicht über ein Solarmodul gedeckt werden könnte?
Ich habe kein Auto mehr und brauche dringend eines. Wie kommt man schnell an so ein Druckluftauto?
man muss mal sehen, wie das Konzept tatsächlich aussieht. So wie es beschrieben ist, wird es nicht sonderlich energieeffizient sein, da ist es auch egal, woher der Strom kommt.
ich verfolge diese Pressluftautogeschichte schon seit geraumer Zeit. Alle Einwände was die Energieeffizienz angeht sind sicher berechtigt, aber es ist ja generell so, dass motorengetriebene Mobilität immer mehr oder weniger schlechte Effizienzwerte aufweist.
Die Elektroenergie als Antrieb ist da besonders gut, aber bis sie zum Wirken kommt, ist auch schon viel auf der Strecke gebleiben, und bei der sowieso viel zu positiven Einschätzung bzgl. der Umweltbilanz wird immer schön ausser Acht gelassen, wo bzw. wie denn der benötigte Strom erzeugt wird.
Mich fasziniert daher bei dem Druckluftkonzept etwas anderes:
Ich bin überzeugt davon, dass wir zukünftig – nach Finanz.-Wirtschafts- und schließlich Klimakollaps- gut dran getan hätten, uns intensiver weg von den großen anfälligen Netzen hin zu kleineren möglichst autarken Einheiten orientiert hätten.
Dabei spielen dann die nachhaltigen Energieerzeugungsträger eine bedeutende Rolle bzgl. der dezentralen Energieversorgung, neben anderen weiteren also besonders Solar – und Windkraft.
Hier würde dann die Kombination von autarker Energieerzeugung und -speicherung! eine Schlüsselrolle u.a. für den Erhalt von Nutzungen darstellen, die aus unserem jetzigen Leben kaum weg zu denken sind, und zu denen eben auch die Mobilität gehört.
Ich bin bislang davon ausgegangen, dass Druckluft trotz aller Verluste bzgl. der Speicherung von aus solchen nicht fossilen Quellen gewonnerer Energie ein durchaus geeignetes Medium ist.
Insofern würde mich die Erfahrung von „energiepass“ bzgl der Einschätzung intessieren, in wie weit es möglich sein könnte, eigenerzeugte Druckluft in Speicher zu pressen, um ein Pressluftauto mit der so gewonnenen Energie zu betanken.
Grundsätzlich ist ein solcher Ansatz auch für Fahrzeuge mit Elektroantrieb sinnig, aber die Batterientechnik ist zumindest bislang doch noch sehr resoourcenaufwendig , wohingegen ein Pressluftmotor ein relativ einfaches Konzept verfolgt. Wir MDI das Problem der ggf. zuzuführenen Energie wegen der Abkühlungseffekte löst, würde mich allerdings auch noch interessieren.
ich sage nur – CARGOLIFTER.
@amboy,
ich kann das nur mal grob überschlagen, was bei isentroper Entspannung ungefähr rauszuholen ist. Mal beispielhaft vorausgesetzt, das Auto hätte einen 100Liiter Drucktank, der mit Luft bei 200 bar (!!!) gefüllt wäre, dann könnte man so zwischen 1,5 und 2h lang ca. 30kW draus gewinnen, mechanische Übertragungsverluste mal unberücksichtigt. Die Berechnung ist nicht ganz trivial, da sich ja der Druck im Behälter abbaut.
Problematisch ist bei diesem Beispiel, dass die Luft vor dem Entspannungsmotor vorgewärmt werden müsste. Bei einstufiger Entspannung theoretisch auf über 350°C. wird sicher in der Praxis durch mehrstufige Entspannung gelöst.
Man muss natürlich auch bedenken, dass man in dem 100Liter-Behälter bei 200bar mehr als 250kg Luft rumfahren, hab jetzt garkeine Ahnung, ob die da schon verflüssigt ist.
Wenn man mit kleineren Behältern und Drücken arbeitet, sinken natürlich auch Leistung und Reichweite. Höhere Drücke führen definitiv zu höheren Verlusten in der Drucklufterzeugung
schauen wir mal… die ersten Benzinautos wurden auch schräg beäugt. Die Entwicklung geht weiter.