Sonniges Logistikzentrum bei Lidl

Lidl hat einen neuen Weg gefunden, seine Gewinnzahlen zu erhöhen und gleichzeitig das etwas angeschlagene Image des Discounters zu polieren. So weit, so gut – hätten sie bei der Ankündigung ihres Logistikzentrums mit Solardach nicht maßlos übertrieben. Als die Anlage 2006 eröffnet wurde, sprachen Lidl von der größten „Solaraufdachanlage Deutschlands” und von einem klimafreundlichen Logistikzentrum. Diese Bezeichnungen treffen aber nur bedingt auf das Logistikzentrum in Hartheim bei Freiburg zu.

Zwar ist die Erzeugerleistung des Solardachs mit 1,1 Millionen Kilowattstunden beeindruckend und ausreichend für 600 Einfamilien-Haushalte, aber wird in Deutschland von anderen Anlagen übertroffen. Es ist nämlich nicht die größte Solardachanlage Deutschlands: Die Münchener Messe betreibt eine Solardachanlage mit einer doppelt so hohen Leistung und in Bürstadt bei Mannheim gibt es ein Logistikzentrum, welches sogar fünfmal so viel Strom erzeugt wie die Anlage von Lidl.
Am Logistikzentrum ist zudem nichts ökologisch optimiert, abgesehen vom Solardach. 5 Millionen Euro hat Lidl in die Solaranlage investiert – eine Summe, die sich dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes rentieren wird. Gemeint sind damit die Einspeisevergütungen, die die Bundesrepublik für die nächsten 20 Jahre allen Anbietern von alternativen Energien garantiert.

Da die Gewinnmargen mit 0,5 bis 2 Prozent bei Lidl sehr knapp kalkuliert sind, könnte es sein, dass der Discounter mit der Solaranlage auf dem Dach des Logistikzentrums mehr verdient als mit dem eigentlichen Geschäft im Logistikzentrum.

10 Antworten zu Sonniges Logistikzentrum bei Lidl

  1. Rookee sagt:

    Wow, ich bin erstaunt, dass Lidl sich das leiten kann. Die haben doch schon so viel Geld in Spionage-Technik gesteckt. Das war sicher nicht ganz billig, die ganzen Filialen mit Kameras auszustatten. Naja, wahrscheinlich haben sie so viel Mitarbeiter bei der Unterschlagung von Cent-Beträgen erwischt, dass sie sich das Solardach doch leisten können…und die eingesparten Gehälter der gefeuerten Mitarbeiter (bzw. Lohnsklaven) tut sein übriges…

  2. Heinz K. sagt:

    Nein noch besser Lidl braucht noch mehr Kameras und Bewegungsmelder für die Belgeschaft, diese werden jetzt über das eigene Dach mit Strom versorgt. ;-)

  3. Rookee sagt:

    Stimmt, das macht Sinn. Die Stromkosten für die Kameras müssen auch immens gewesen sein.
    Sorry, aber der Laden kann machen was er will, ein positives Image bekommt der nicht mehr, bevor nicht alle Kameras deinstalliert und sämtliche Verantwortlichen für die Spitzelei rausgeflogen sind…

  4. Motzki sagt:

    Man kann die Kirche auch mal im Dorf lassen. All die Kommentatoren, die sich jetzt hier so aufregen, stehen doch sonst in vorderster Linie an der Öko-Front. Da sollte man sich lieber über das Solardach freuen.
    Letztendlich kann Lidl in seinen eigenen Räumen so viel spionieren, wie sie wollen. Und ob mir da beim Kassieren eine Kamera über dem Kopf schwebt, ist mir völlig egal, wenn ich nicht gerade was klauen will.
    Schlimmer wären Kameras in den Aufenthaltsräumen gewesen, weil das die Privatsphäre der Mitarbeiter ist, aber da gabs meines Wissens keine…
    Also, köpft ne Flasche Sekt und feiert ne Party, weil jetzt noch mehr Strom ohne Umweltverschmutzung gewonnen wird, meine lieben Freunde des Baumes…

  5. Elfriede sagt:

    Motzki du scheinst ja nicht viel von Privatsphäre zu halten. Als Kunde solch eines Marktes will ich nicht gefilmt werden! Ist mir egal ob ich dann am Ende ein paar Euro gespart habe, sie haben Bilder von mir! Oder wie die Indianer sagen würden:“Meine Seele geklaut.“ Und das alles für günstiges Toastbrot?

  6. RichieH sagt:

    ich halte das eigentlich auch nur für einen netten pr-versuch, das image wieder ein bisschen aufzupolieren

  7. Juliane sagt:

    ja…lidl goes öko – dass ich nicht lache!

  8. Leonie sagt:

    PR-Versuch oder ein Weg auf zu neuen Geschäftsfeldern? Lidl hier kaufen sie billig Strom, perfekte Produktionsüberwachung seit 2007. ;-)

  9. Motzki sagt:

    @Elfriede

    Als Kunde wirst du sowieso die ganze Zeit gefilmt, das ist wahrlich keine Erfindung von Lidl. Geh mal in irgendeinen x-beliebigen Supermarkt. Der Skandal bei Lidl bestand darin, die eigenen Mitarbeiter zu überwachen. Und wie ich schon sagte: Der Arbeitsplatz ist keine Privatsphäre. Privatsphäre habe ich zu Hause.
    Aber da du scheinbar überhaupt nicht gefilmt werden willst, schlage ich vor, ein Gemüsebeet im Garten anzulegen. Und falls Fleichesserin: eine Weide und ein Schlachthaus. Denn dann bleibt dir nichts anderes übrig, als autark zu leben. Supermärkte, U-Bahn-Stationen, Banken…alles tabu für dich.

  10. Logistiker sagt:

    Auch jetzt, eine Weile nach diesem Artikel, ist der Boom der Solaranlagen usw. nicht vorbei.
    Sicherlich bringt es nichts nur eine Anlage zu installieren ohne den Rest zu optimieren.

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