Die Finanzkrise lässt auch Russland nicht kalt. Obwohl der Kreml Milliarden in die eigene Wirtschaft investiert, mussten erst kürzlich zwei Wodkafabriken schließen, obwohl es doch in Russland noch nie Absatzprobleme beim Wodka gab. Die geschlossenen Fabriken gehören zum Weda Konzern – einer der größten Alkoholproduzenten des Landes. Als Grund für die Schließung der Fabriken nannte der Eigentümer offene Rechnungen der Supermarktbetreiber. Diese hätten im Zuge der Finanzkrise versäumt, ihre Rechnungen zu begleichen. Dem Alkoholproduzenten OST-Alko geht es noch schlechter; ihm gingen nicht nur zwei Filialen durch die Lappen, sondern Teile des Firmenbesitzes wurden durch das Betreibungsamt im Auftrag der Behörden beschlagnahmt.
Doch nicht nur die Alkoholproduzenten in Russland leiden unter der Finanzkrise. Das wichtigste und bisher auch teuerste Exportgut Russlands, das Erdöl, kostet aktuell nur noch die Hälfte des Preises, den es noch Anfang Sommer gekostet hat. Durch den Börsencrash hat Russland 33 Milliarden US-Dollar an Investitionen verloren und der russische Börsenindex RTS verlor seit Mai 70 Prozent seines Wertes. Die russische Wirtschaft leidet sehr unter der Vertrauenskrise, Kredite sind gar nicht oder schwer zu bekommen. Sogar Oleg Wladimirowitsch Deripaska, der reichste Mann Russlands, bekommt aktuell keinen Kredit mehr und musste verkaufen, um bestehende Kredite zu tilgen. Russlands Wirtschaft droht zusammenzubrechen: Zu viele Kredite wurden aufgenommen, um das wirtschaftliche Wachstum noch mehr zu beschleunigen – das rächt sich jetzt. Bis zum Jahresende 2009 müssen russische Unternehmer 160 Milliarden US-Dollar an ihre Gläubiger zurück zahlen. Seine Sorgen im Alkohol zu ertränken, dürfte jedoch beim fehlenden Wodka im Land schwierig werden.
Das ist hart, keine Kohle und nix zu saufen. Was machen die Russen da?
Finde ich gut, das es die Russen auch trifft. Die letzten Jahre hatte ich oft den Eindruck die kaufen bald die Welt auf. Das wäre dann wohl vorerst vertagt.
na ja es trifft ja leider nicht nur die neureichen, sondern auch die ganz armen…wie immer eigentlich.
Aber immerhin, auch die Reichen sind betroffen. An die Armen mag ich in so einer Situation gar nicht denken, hoffe nur das sie einen Vorsrpung durch Krisenmanagement haben.
Wieso kein Alkohol? Nur, weil der nicht mehr im Supermarkt steht? Jeder anständige Russe hat eine Schwarzbrennerei in seinem Haus.
Im Ernst: Ich habe mal gelesen, dass nur 20 Prozent des in Russland konsumierten Alkohols gekauft wird, der Rest wird in Eigenarbeit hergestellt…Probleme, den Frust zu ersaufen, dürften die Russen also eigentlich nicht haben. Außerdem werden sie auch wissen, dass ein Land nicht über Jahrzehnte zweistellige Wirtschaftswachstumsraten aufweisen kann. Irgendwann, wenn ein bestimmtes Niveau erreicht ist, geht es einfach langsamer. Das müssen inzwischen sogar die Chinesen erfahren.
Das ist ja interessant zu erfahren, wusste ich gar nicht das die Russen soviel selbst brennen. Gut dann können sie der Krise wenigstens blau entgegen sehen.
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