Sündenfreier Strom für den Vatikan

28. Nov 2008

Da, wo der Vatikan ist, erstrahlt die Sonne. Über der Audienzhalle des Papstes scheint sie jetzt auch noch für eine gute Sache: den Umweltschutz.
Seit Mittwoch, dem 27. November 2008, wird über Gottes Dach Strom erzeugt. Dafür wurden 2400 Solarmodule installiert, die in der Spitze bis zu 220 Kilowatt Strom erzeugen können.
Das sorgt für frische Luft im Vatikan, denn durch die Anlage können bis zu 225 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden. So wollten es Papst Johannes Paul II und Frank Asbeck. Wer Frank Asbeck ist? Frank Asbeck ist der Chef der deutschen Firma Solarworld.

Er muss ein schlimmer Sünder gewesen sein, denn wer verschenkt sonst eine jährliche Stromleistung von 300.000 Kilowattstunden? Der Generalablass dürfte damit vorfinanziert sein.
Und im Vatikan gibt es jetzt jeden Tag eine göttliche Erleuchtung.


Nackte Tatsachen auf dem Handy

27. Nov 2008

……sollte man(n) lieber vermeiden, es sei denn, man hatte ohnehin vor, ein neues Leben an einem weit entfernten Ort zu beginnen und benötigt dafür ein Startkapital von 3 Millionen Dollar.
Doch das war eigentlich nicht der Plan, den Phillip Shermann verfolgte, als er sein Handy in einer McDonald’s Filiale im US-Staat Arkansas vergaß. Er wollte doch nur schnell etwas essen und dabei viel Haut seiner Frau genießen. Nein, er hatte nicht aus Versehen Bluetooth und Datenfreigabe aktiviert. Um an die Nacktfotos seiner Frau zu kommen, brauchte niemand eine Funkverbindung oder Hackerwissen. Der Mann hat nach seinem ausgiebigen Mahl einfach sein Handy vergessen – und damit auch seine nackte Frau.
Angestellte der Filiale fanden das Handy und versprachen nach einem Anruf von Herrn Sherman, es für ihn aufzuheben. Doch eine Bitte des Amerikaners wurde nicht erfüllt: Das Handy sollte abgeschaltet werden, um die sensiblen Daten für andere unzugänglich zu machen.
Das Gegenteil ist passiert. Nicht nur, dass die Augen eines McDonald’s Mitarbeiters die Kurven seiner Frau zu sehen bekamen, nein, dieser Mitarbeiter schnüffelte auch in den Textmitteilungen, im Adressbuch und in anderen persönlichen Daten herum. Als wäre das nicht genug, veröffentlichte er die Bilder auch noch im Netz, mit Name und Adresse des Paares und dem McDonald’s Logo.
Die Schadensersatzforderung von Sherman betrug 3 Millionen Dollar. Er und seine Frau mussten sich nach dieser Veröffentlichung ein neues Leben suchen. Ein neues Haus, zwei neue Jobs und die Anschaffung einer neuen Digitalkamera ist sicher auch geplant – dann passiert das nicht mehr mit dem Handy.


Stromintensives Zocken

26. Nov 2008

So ein wenig Entspannung zuhause kann teuer werden. Nicht, weil der Rechner mal wieder aufgerüstet werden muss oder das neue Add-On für World of Wordcraft (WoW) das letzte Taschengeld kostet: Teuer ist vor allem der Strom. Gut, bei Minderjährigen kommen dafür im Zweifelsfall die Eltern auf. Volljährige sollten sich aber gut überlegen, ob es wirklich nötig ist, den Rechner oder die Spielkonsole die ganze Zeit im Standby-Betrieb laufen zu lassen. Die Stromrechnung könnte diese Bequemlichkeit rächen.
Wie die Umweltorganisation Natural Resources Defense Council (NRDC) errechnet hat, verbraucht eine Xbox 360 oder eine Playstation 3 alleine durch den Standby-Betrieb Strom im Wert von 100 Dollar pro Jahr. Deswegen fordert der NRDC, die Konsolen mit einer besseren Stromspartechnologie auszustatten. Allein in den USA könnte dadurch bis zu einer Milliarde Dollar gespart werden.
Gut, einfacher wäre es natürlich, wenn die Zocker selbst den Aus-Knopf finden würden. Da Zocker aber anscheinend im echten Leben eher träge sind, sollen sich jetzt die Hersteller darum kümmern.
Noah Horowitz vom NRDC fordert die Hersteller von Spielkonsolen dazu auf, die Geräte energieeffizienter zu gestalten und damit das Geld der Kunden und die Umwelt zu retten. Ob die Umwelt die Produzenten interessiert, dürfte fraglich bleiben. Aber das Geld der Kunden, das dürfte sie doch spätestens beim Verkauf des nächsten Updates interessieren.


Keine Angst – hat RWE mir gesagt

25. Nov 2008

Der „ProKlima Strom 2011“ Tarif von RWE sorgt für Aufregung. Greenpeace zeigt sich auf der Unternehmenswebsite empört. Die Umweltschutz-Organisation schreibt dem Atomstrom nicht nur wenig Klima förderliche Eigenschaften zu. Anstoß erregt auch die Tatsache, dass sich Achtzigerlegende Stefan Remmler als Werbeträger verpflichten ließ. Der Sänger wurde vor allem durch seine Band Trio und den Hit „Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha“ bekannt.

Der Pressesprecher von RWE Energy, Sebastian Ackermann, sieht das beruflich bedingt ganz anders: „RWE trifft mit seinem Produkt das Kundeninteresse“. Er forderte dazu auf, zu akzeptieren, dass Atomstrom zu den CO2-armen Produktionsarten beim Strom zählt. Ackermann würde verstehen, dass andere Auffassungen existieren, aber man hätte durch die Kampagne niemanden provozieren wollen.

Die Werbespots für den „ProKlima Strom 2011“ Tarif werden im TV, im Radio und in den Printmedien geschaltet. Für Stefan Remmler ist der Atomstrom-Anteil, laut eigener Aussage, „ok“. Für Greenpeace, die SPD und die Grünen ist es weniger okay – wir werden sehen, wie sich der Verbraucher entscheidet.


Ist das eine Grippe? Ich frage mal Google

24. Nov 2008

Ob Sie eine Grippe haben oder nicht, sehen Sie … wenn Sie Google fragen. Die Datensammelwut von Google ist endlich mal sinnvoll für die Gemeinschaft, also für die Leute, die ihre Daten nur zu gern mit Google teilen. Krankheitssyndrome werden schon lange bei Google eingegeben, nur falls der eigene Hausarzt gelogen hat oder als nicht vertrauenswürdig gilt. Da fragt man doch lieber den Netzdoktor – den man gar nicht kennt.

Auf der Seite Google Flu Trends werden die gesuchten Krankheitssyndrome der eigenen Region gesammelt und ausgewertet. So möchte Google in Zukunft Grippewellen vorhersagen. Der interessierte Sucher kann dann entweder vorsorgen oder doch noch zum Doktor gehen – der hat dann wohl doch nicht gelogen. Im Testbetrieb ist die Seite bisher nur für Amerika ausgelegt, soll aber noch erweitert werden. In Deutschland ist für derartige Frühwarnungen bisher das Robert Koch Institut zuständig. Das Institut kann jedoch erst Frühwarnungen aussprechen, wenn die Symptome durch einen Arzt diagnostiziert und weitergegeben wurden.


Arbeitsentschleuniger Informationstechnologie

23. Nov 2008

Mit dem Rechner geht alles schneller, einmal hochgefahren spart er viele Minuten kostbarer Arbeitszeit. Wie viel Zeit und damit auch Geld durch langsame Rechner verloren geht, möchte man gar nicht berechnen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat es trotzdem getan. Hätte nur jeder dritte Haushalt in Deutschland einen Breitbandanschluss über Glasfaser, könnten dadurch bis zu 250.000 Arbeitsplätze entstehen. Oder anders gesagt: Eine Investition von 15 Milliarden Euro in die Infrastruktur der Informationstechnologie könnte zu Mehreinnahmen von 50 Milliarden Euro führen. Die 250.000 Arbeitsplätze sollen unter anderem in der Telearbeit entstehen.
Beim privaten oder beruflichen Gebrauch von Rechnern könnte eine Menge Geld und Zeit gespart werden. Und nicht nur das: Auch die Nerven könnten geschont werden.
Nie wieder den Bits beim Springen zu sehen, nie wieder Kaffee kochen, bis eine Webseite endlich erscheint. Vielleicht wird die Informationstechnologie endlich das, was sie verspricht zu sein?
Ein Arbeitsbeschleuniger?


Die Finanzkrise hat Weihnachten geklaut

21. Nov 2008

Spendierhosen kann sich dieses Jahr fast keiner leisten. Die sind im Budget einfach nicht mehr drin oder gerade wegen des Budget unnötig. Die Deutschen haben Angst, Angst vor dem Monster, das sich „Rezession“ nennt. Jeder Cent wird für den etwaigen Katastrophenfall zurück gelegt. Weihnachten gibt es auch nächstes Jahr noch.
Im Auftrag des Magazins „Stern“ hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa über 1000 Leute befragt, wie hoch ihr Budget für Weihnachten ist. Mehr ausgeben als im Vorjahr wollen nur 7 Prozent der Befragten, während 32 Prozent dafür sind, sich Weihnachten zu sparen. Optimistisch geben sich 56 Prozent der Umfrageteilnehmer: Sie wollen dieses Jahr genauso viel ausgeben wie letztes Jahr.
Ob das viel war? Die Budgethöchstgrenze lag bei einem Drittel der Befragten immerhin bei 200 bis 500 Euro. Mehr als ein Drittel, rund 33 Prozent, wollen nur 100 bis 200 Euro für das Fest ausgeben. Weitere 20 Prozent können nur 50 bis 100 Euro in Geschenke umsetzen, einige noch nicht mal 50 Euro.
Vielleicht die große Chance auf ein traditionelles Weihnachten? Mit ganz viel kostenloser Nächstenliebe, hausgemachten Keksen und selbstgebasteltem Geschenk?


Wikipedia Sperrung durch Lutz Heilmann

19. Nov 2008

Alles nur ein PR-Gag? Oder doch ein kleiner Amoklauf einer eitlen Seele?
Lutz Heilmann, Mitglied des deutschen Bundestages (MdB) für DIE LINKE und ehemalig hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), hatte am Wochenende die Nase voll von der freien Meinungsäußerung auf Wikipedia.de. Er lies am 13. November 2008 per einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck die Seite sperren mit der Forderung, bestimmte Äußerungen über ihn zu löschen. Eine dumme Idee, denn das Netz sollte man sich nicht zum Feind machen.
Ein paar Stunden später hatte er dann auch ein Einsehen und zog seine Verfügung zurück. Seine Kollegin Petra Pau versucht jetzt den Sympathieverlust für DIE LINKE wieder wett zu machen. Auf der Seite der Linken erklärt sie jetzt, dass DIE LINKE niemals für Zensur ist und außerdem Wikipedia ganz toll findet.
Wer es glaubt? Der Betreiber der Seite Netzpolitik beurteilt die Aktion des Herrn Heilmann als gelungene PR-Maßnahme. Ob man Herrn Heilmann nun mag oder auch nicht – sein Name müsste sich über den nahenden Wahlkampf hinaus in die Köpfe eingeprägt haben.


Am Alex surfen über den Fernsehturm

18. Nov 2008

Bald könnte die graue Funkkugel am Alexanderplatz eine neue Funktion erfüllen, und zwar als rasante Internetverbindung für die ganze Stadt. Ähnlich wie in den USA könnte die Vision „Kostenloses und flächendeckendes Internet für alle!“ auch in Deutschland über Fernsehsignale realisiert werden. In Amerika hat die Regulierungsbehörde FCC bereits Frequenzen frei gegeben, die früher für die analoge Fernsehübertragung genutzt wurden. Doch sie hat eine Bedingung an die Nutzung der Frequenz geknüpft: Der Internetzugang muss kostenlos angeboten werden. Firmen wie Google, Microsoft und Motorola forderten einen solchen Zugang schon lange. In Deutschland wird die Übertragung von Internetsignalen erstmalig in Baden-Württemberg und Brandenburg erprobt. TV-Signale haben nämlich einen entscheidenden Vorteil: Sie überbrücken mühelos große Strecken und könnten damit auch in ländliche Regionen einen schnellen Anschluss zum Internet vermitteln. Einen kleinen Haken hat die Ideenübertragung aus den USA aber: Im Gegensatz zu den USA werden in Deutschland noch Frequenzen für Fernseh- und Radioübertragung durch DVB-T benötigt.


Energieklassen für Häuser und Reifen

17. Nov 2008

Strom ist teuer, Energie ist teuer. Wer einen Kühl- oder Gefrierschrank kauft, wird durch bunte Aufkleber mit entsprechenden Energieklassenbezeichnungen darüber aufgeklärt, wie hoch der Stromverbrauch des betreffenden Gerätes sein wird. Bei Häusern und Autoreifen ist das nicht so. Zwar gibt es mittlerweile die Energieausweispflicht für Gebäude, aber warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?
Die Europäische Union (EU) plant aktuell, Energieklassen für Häuser und Autoreifen einzuführen, die ähnlich funktionieren und aussehen sollen wie die Aufkleber an Haushaltsgeräten. Damit möchte sie dem Verbraucher das Energiesparen erleichtern.
Aktuell ist die Europäische Kommission nämlich nicht gerade zufrieden mit dem Sparverhalten der Europäer. Das liegt aber nicht nur an den Bürgern, sondern auch am Maßnahmenkatalog der EU. Würden alle bisher beschlossenen Energiesparvorschriften der EU von allen 27 Mitgliedstaaten befolgt, könnte der gesamte Energieverbrauch damit nur um 13 Prozent gesenkt werden.
Deswegen brütet die Kommission aktuell über neuen Maßnahmen und Vorschriften, die das Energiesparen erleichtern sollen. Schließlich war der ursprüngliche Plan, bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent einzusparen. Da fehlen irgendwie noch 7 Prozent und ein wenig Engagement der Europäer.