RWE spart bei den Dienstwagen

Jürgen Großmann, Vorstandschef des Energieversorgers RWE, möchte sparen. Doch statt – wie für Manager üblich – das Einsparpotential in der Kürzung von Stellen zu suchen, hatte der liebe Mann eine ganz andere Idee. Vergünstigungen für Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer sollen gestrichen werden – auch für den Chef.
So hat Großmann beschlossen, dass Dienstwagen für die Obersten schon sein müssen, aber vielleicht dann doch keine S-Klasse. Er selbst ist schon von der Mercedes S-Klasse auf die E-Klasse umgestiegen und erwartet jetzt, dass seine 77 Vorstandskollegen seinem Beispiel folgen. Diese fahren aktuell nämlich alle S-Klasse oder ähnlich prunkvolle Limousinen anderer Hersteller.
Genau genommen fährt ein Teil der RWE-Spitze noch nicht mal, denn Manager haben bei RWE Anspruch auf einen Fahrer. Die Streichung von Vergünstigungen im Vorstand und im Management ist Teil eines Sparprogramms, mit dem bis zum Jahr 2012 insgesamt 1,2 Milliarden Euro bei RWE eingespart werden sollen.

12 Antworten zu RWE spart bei den Dienstwagen

  1. Rookee sagt:

    Nein! Der arme Mann. In so einer gammeligen E-Klasse kann sich doch kein Mensch sehen lassen, wenn er zum Ski-Urlaub nach St. Moritz fährt! Also da würde ich lieber ein paar Arbeiter feuern.

  2. Motzki sagt:

    Naja, natürlich kann man sich nun hinstellen und sagen: Toll, von S- auf E-Klasse, großartiger Verzicht. Aber in jedem Fall bleibt festzuhalten, DASS die Manager zum Verzicht bereit sind. Das sollte man vielleicht doch einmal würdigen, auch wenn die Manager natürlich nicht am Hungertuch nagen. Dennoch sieht das beispielsweise in den USA ganz anders aus.
    Ich finde es insgesamt etwas schwach, den Managern grundsätzlich jede Moral abzusprechen. Die meisten haben verdammt hart dafür gearbeitet, dass sie nun da stehen, wo sie stehen. Das wird so manches Mal verkannt.
    Trotz der harten Arbeit müssen sich die Vorstände aber fragen lassen, ob ein Fahrer unbedingt nottut. Das ist in meinen Augen nicht so und einer der Auswüchse, die nun durch den Anstoß der Finanzkrise berichtigt werden wird. Am System der freien Marktwirtschaft braucht man nicht zu zweifeln.

  3. Rookee sagt:

    @Motzki
    Richtig, Konsequenzen müssen folgen. Und die bestehen nach meiner Meinung bestimmt nicht nur darin, von einer S-Klasse auf eine E-Klasse umzusteigen. Das reicht ganz einfach nicht. Die Herren (sind ja wohl fast ausschließlich Herren in den Banken-Vorständen) haben den Fast-Zusammenbruch des weltweiten Finanzmarktes zu verantworten. Die Folgen sind noch in keinster Weise abzusehen. Mit welcher Rechtfertigung verlangen sie auch nur einen Fiat Punto?
    Unmoralisch als Mensch würde ich sie nicht bezeichnen – unmoralisch bei ihrer Arbeit dagegen durchaus schon. Schwach finde ich es eher, ihre lächerlichen Rechtfertigungsversuche noch als moralisch wertvoll darstellen zu wollen. Hart arbeiten tun nämlich auch viele andere Menschen – für einen Bruchteil des Gehalts. Die Höhe des Gehalts wird einzig und allein mit der hohen Verantwortung gerechtfertigt. Diese Rechtfertigung greift aber nicht mehr, wenn die Konsequenzen eines Fehlverhaltens im Umstieg von einer S-Klasse auf eine E-Klasse bestehen.

  4. Motzki sagt:

    Ob die bisher sichtbaren Konsequenzen ausreichen oder nicht, darüber kann man sicherlich streiten. Zunächst sollte man aber mal erkennen, DASS Konsequenzen folgen. Dieser Umstieg von S- auf E-Klasse, an dem wir uns hier so hochziehen, kann auch ein erster Schritt sein.
    Und die Höhe der Gehälter wird eben nicht nur mit der hohen Verantwortung gerechtfertigt, sindern vor allem damit, was diese Manager dem Unternehmen einspielen – ähnlich wie bei Fußballspielern. Oder ist es gerechtfertigt, dass ein Fußballspieler 4 Millionen im Jahr verdient? Was im übrigen mehr ist, als was die meisten Top-Manager zumindest in Deutschland verdienen. Bislang haben diese hochbezahlten Manager den Aktionären und Unternehmen großartige Renditen beschert – so lange hat sich niemand beschwert. Jetzt brach der Gewinn ein, ok, aber auch die Manager müssen große Einbußen ihres Gehalts hinnehmen, deren Vermögen besteht nämlich meistens aus Aktienvermögen und wie allgemein bekannt ist, stürzten die Kurse in den letzten Wochen gewaltig ab – und damit auch das Vermögen der Manager.

  5. Ricardo sagt:

    sagt mal, ist euch langweilig?

  6. berliner_göre sagt:

    sorry ricardo, hier werden nur kommentare mit mehr als 150 Wörtern zugelassen ;-)

  7. Rookee sagt:

    Man darf sich aber gerne an der Diskussion beteiligen ;)
    Wobei von meiner Seite aus alle Argumente genannt wurden. Die kann man übernehmen oder – wie Motzki – auch nicht.
    Übrigens halte ich die Gehälter der Fußballer auch für maßlos überzogen. Und auch vor der Krise haben sich schon diverse Menschen über die Höhe der Manager-Gehälter beschwert – damals wurden sie nur als linke Spinner abgetan, die zurück zum Sozialismus wollen. Wie sich die Zeiten doch ändern :)

  8. RedKeep sagt:

    Also ich würde mich auch mit einer E-Klasse zufrieden geben…aber nur ausnahmsweise :)
    Aber auf den Fahrer könnte ich nicht verzichten. momentan habe ich auch einen. Kostet mich nur eine Monatskarte bei der BVG :)

  9. firefox sagt:

    was ist denn die bvg?

  10. Leonie sagt:

    @RedKeep: *lol* Lass mich raten der Name deines Chaffeurs heißt Zugschaffner oder Busfahrer?

  11. Elvira sagt:

    Bvg= Berliner Verkehrsbetriebe, früher Berliner Verkehrs-AG, da ist aber das S-Bahnnetz von Berlin noch nicht drin.

  12. Berti44 sagt:

    Die BVG ist hier in Berlin für Bus, Metro-Bus, Tram und die U-Bahn zuständig. Die S-Bahn ist ein eigenes Unternehmen, daher kommt es zum Glück zu keinem gesamten Ausfall, sollten die Herren mal wieder streiken.

    Gruß Berti

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