Die letzten Tage waren Konsumschecks auch in Deutschland ein Thema. Die SPD forderte die Ausgabe von Konsumschecks, um das Weihnachtsgeschäft zu retten, die CDU bevorzugt Steuersenkungen. Neu ist die Idee nicht. In Amerika gab es bereits Konsumschecks, um die Wirtschaft zu stärken – der Effekt fiel jedoch etwas anders als gewünscht aus.
Zwischen 300 und 1200 Dollar hatte der einzelne Bürger vom Finanzamt erhalten, abhängig von Einkommen und Familienstand. Das Geld sollte ausgeben werden, um die Wirtschaft zu stärken; viele Amerikaner investierten es jedoch lieber in ihre private finanzielle Vorsorge. Eine interessante Auflistung der verschiedenen Verwendungszwecke bietet diese Seite hier. Dort berichten vom Staat Beschenkte, was sie mit dem Geld gemacht haben. Glücklich wird der neue iPod in die Kamera gehalten, der neue Ofen gezeigt oder ein Foto vom Strandurlaub präsentiert.
Stimuliert wurde die Wirtschaft damit aber nicht immer. Viele stimulieren lieber ihr eigenes Sicherheitsgefühl als die Kassen irgendwelcher Geschäfte. Wie eine Mutter, die es vorgezogen hat, das Geld nicht auszugeben, da die Zeiten für allein erziehende Mütter ohnehin schwierig wären.
Eine andere Frau zeigt ihren Kontoauszug und erzählt von der drohenden Kündigung ihrer Stelle und der ihres Mannes. Zwei Mädchen schreiben: „Danke für Nichts“, und dass sie vom Scheck ihre Stromrechnung bezahlen werden. Eine andere Frau berichtet, mit dem Scheck den Umzug zu ihrem Vater finanziert zu haben, weil sie sich keine eigene Wohnung mehr leisten kann. Konsumieren ist halt nur eine patriotische Bürgerpflicht, so lange man sich das leisten kann. Ob das in Deutschland anders wäre?
Mich würden ein paar Hundert Euro Extra schon stimulieren….
Um die Schlussfrage zu beantowrten: Nein, das wäre in Deutschland nicht anders als in den USA. Konsumschecks bringen gar nichts in Zeiten, in denen es den Leuten dreckig geht. Denn dann haben die andere Sorgen, als sich einen neuen iPod zu kaufen – zum Beispiel ein Dach über dem Kopf zu finden, wie im Beitrag beschrieben. Und dabei bringt ein neuer iPod überhaupt nichts. Dennoch ist die staatliche Unterstützung zu begrüßen – auch wenn die Leute mit der Unterstützung nicht das machen, was sich der Staat (und vor allem die Wirtschaft) erhofft. Aber eine bezahlte Stromrechnung kann gerade im Winter ja auch helfen…
ob das der wirtschaft soviel hilft, bleibt ja wohl abzuwarten. gibt es da erfahrungswerte?
naja man wird sich das schon gut überlegt haben, denke ich…sowas wird ja nicht hopplahopp entschieden
“sowas wird ja nicht hopplahopp entschieden”
In Amerika schon *gg
Manchmal klappts, manchmal nicht…
Die Frage ist letztendlich wer, diese Konsumschecks erhält. Was Rookee sagt stimmt schon, wenn man sich umschauen muss, wie man die Rechnungen bezahlt, dann wird so ein Scheck nicht den Weg in den Konsumtempel finden.
Allerdings könnte, dank der doch sehr unterschiedlichen sozialen Absicherung im Gegensatz zu den USA, die Gruppe der “Notleidenden” kleiner ausfallen und die Grenzfälle doch sich was schönes zu Weihnachten gönnen…
Also das irgendeien Notleidenden damit geholfen wird sehe ich nicht. Denn wer vor der Krise arm war ist es in der Krise erst Recht. Grundlage für die Höhe der Schecks sind ja die Steuerzahlungen vom vorherigen Jahr.
Hält jemand einen Konsumscheck in der Hand ist dies stimulierend, wenn auch nur für sehr kurze Zeit. Doch momentan ist genau gegenteiliges der Fall. Solange es nämlich noch keinen Scheck gib, werden die Bürger weniger Kaufen, da sie ja sonst mehr ausgeben würden. Zwei Wochen vor Weihnachten ist es außerdem viel zu spät, als dass der Scheck noch vor dem Fest verteilt werden könnte. So befürchte ich, dass das Weihnachtgeschäft schleppender verläuft, als es zum momentanen Zeitpunkt sein könnte. S3
Wieso, die CDU gibt sich dorch gerade alle Mühe ihren Fehler bei der Pendlerpauschale und die damit folgenden Rückzahlungen ans Volk als großes Konsumprogramm zu verkaufen. Vermute aber, das auch diese Beträge eher dazu genutzt werden Kredite abzutragen als das sie das Weihnachtsgeschäft beleben.