Edisons Erbe verglüht

Welcher Erfinder kann schon von sich behaupten, dass seine Erfindung 130 Jahre lang die Welt erhellt hat? Thomas Edison könnte das sagen, wäre er nicht schon lange tot. Bereits 1879 erfand Edison die Glühbirne – so heißt es zumindest. Eigentlich verbesserte er nur die vorhandene Kohlefadenlampe um einen Gewindesockel und ließ das Endprodukt patentieren.

Die über 100 Jahre alte Geschichte der Glühbirne wird jedoch nach einem Beschluss der Europäischen Union spätestens am 1. September 2012 enden. Die Glühbirne ist zu ineffizient, weil sie nur 5 Prozent der eingespeisten Elektrizität in Licht umsetzt und den Rest in Wärme.
Doch die Entwöhnung soll schrittweise erfolgen. Ab September 2009 sollen zuerst klare und matte Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt aus den Regalen verschwinden. Im Jahr 2010 sollen die 75 Watt Birnen folgen, ab 2011 die 60 Watt Modelle. Im Jahr 2012 sollen dann die letzten 40 Watt und 25 Watt Birnen die Regale im Supermarkt für Energiesparlampen räumen.

Politiker wie Umweltminister Sigmar Gabriel begrüßen diesen Schritt. Energiesparlampen sind besser für die Umwelt und für den Geldbeutel. Laut der Europäischen Union kann ein durchschnittlicher Haushalt – nach Abzug der erhöhten Anschaffungskosten – bis zu 50 Euro im Jahr an Stromkosten sparen. Ein kleiner Trost für Edison bleibt auch: Der von ihm erfundene Gewindesockel wird auch bei Energiesparlampen weiter genutzt.

8 Antworten zu Edisons Erbe verglüht

  1. Grisu sagt:

    Dachte immer die Edison hätte tatsächlich die Glühbirne erfunden – Lesen bildet doch ungemein. ;-)

  2. nancy sagt:

    dass man die leute dazu zwingen muss, auf energiesparlampen umzusteigen, ist ja sehr bedenklich..

  3. oma sagt:

    ….und was mach ich dann mit meinem schönen luster?

  4. Von Gurken und Birnen – Brüssel verbietet die Glühlampe

    Erinnern Sie sich an die „Sensationsmeldung“, dass die EU-Kommission ihre legendäre Gurkenverordnung, in welcher der Krümmungsgrad von Gurken reguliert wurde, jüngst aufgehoben hat? Die Freude über so viel Bürokratieabbau war kaum verflogen, da wenden sich die Eurokraten mit der Rettung des Weltklimas dem nächsten Megathema zu: Das Glühlampenverbot.
    Spätestens 2012 sollen die Glühlampen in Europa ausgedient haben. Brüssel will mit der Umstellung auf Energiesparlampen eine jährliche Einsparung von 23 Mio. Tonnen Treibhausgasen durch Stromeinsparung erreichen. Eine Annahme, die selbst unter Fachleuten nach wie vor umstritten ist. Hat die EU wirklich keine anderen Sorgen als ein Glühbirnenverbot? Ist ein solches Technikverbot wirklich der effizienteste Weg zu mehr Klimaschutz, wenn in China täglich neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen? Wurde die Entsorgung von Energiesparlampen hinreichend berücksichtigt? Und wer außer Osram und Philips profitiert von den deutlich teureren Energiesparlampen?

    • toptarif sagt:

      Sehr geehrte Frau Kopp,

      vielen Dank für Ihren anregenden Beitrag in unserem Blog. Natürlich würden wir uns freuen, wenn Sie oder auch Ihre Kollegen aus dem Bundestag in Zukunft weiterhin Stellung zu unseren Themen beziehen würden.

      Sie haben natürlich Recht, wenn Sie darauf verweisen, dass sich das Glühbirnenverbot im Hinblick auf den Klimaschutz gegen die Entwicklung in China eher „bescheiden“ auswirkt. Wie bei so vielen Gesetzen auf europäischer Ebene (aber nicht nur dort) bleibt vieles unberücksichtigt oder spielt einzelnen Interessengruppen in die Hände. Auch die aktuellen Beschlüsse zum Emissionshandel zeigen ganz deutlich den „suboptimalen“ Charakter von Paketlösungen, die ein wirkliches Vorankommen in Sachen Klimaschutz und Bürokratieaabbau in Europa behindern. Hier liegt generell vieles im Argen, was aber auf Ebene der EU von der Politik selbst, also auch von Ihnen und Ihren Parteikollegen, gelöst werden muss, da die Politik für die geschaffenen Strukturen und Entscheidungsprozesse – und somit auch für den Charakter der Entscheidungen selbst – verantwortlich ist.

      Auf der anderen Seite muss man natürlich auch das Bestreben der EU honorieren, dem Klimaschutz mehr Raum zu geben. Inwieweit dies jetzt zu guten Resultaten führt, soll an dieser Stelle einmal außer Acht gelassen werden. Wichtig ist doch der Aspekt, dass immer jemand mit gutem Beispiel vorausgehen muss, um anderen später mögliche Lösungsansätze aufzeigen zu können. Wer sollte den im Klimaschutz mit gutem Beispiel voran gehen? Das können momentan nur die Europäer. In den USA muss die neue Administration unter Obama großen Worten erst noch Taten folgen lassen.

      Um somit zu den Glühbirnen zurück zu kommen. Auch hier ist die EU nicht der erste Akteur, der ein Verbot der Glühbirnen gesetzlich zu regeln versucht. Vorreiter sind in diesem Falle Australien und – man mag es kaum glauben – Kalifornien.

  5. manni_gw sagt:

    Von den deutlich teureren Energiesparlampen profitiert in jedem Fall ja auch der Staat. Schließlich ist auf dem höheren Preis anteilsmäßig auch eine höhere Mehrwertsteuer drauf.

  6. totti sagt:

    Es sit schon ein Wahnsinn, dass wir hier schon wieder denken, unser kleines Land könnte die Welt durch radikale Massnahmen verbessern. Nicht nur, dass wir es bevorzugen, dass 5km hinter der deutschen Grenzein Frankreich, Tschechien und so weiter Atomkraftwerke Strom für Deutschland produzieren, ohne dabei die deutschen Sicherheitsstandards einhalten zu müssen. Nein, wir machen uns auch künstlich teurer bzw. ärmer mit radikalen Öko-Massnahmen, die einfach mal zehnfach von China allein „aufgefressen“ werden mit den 100 Kohlekraftwerken, die in den nächsten Jahren dort ans Netz gehen. Es gibt keinen besseren Grund als unser schlechtes Gewissen, das wir beruhigen mit unserem irrationalen Protest gegen Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke, Flughäfen und alles was wir sonst gerne hätten, aber eben nicht in unserer Nähe. Wenn es nach den Bürgerbewegungen ginge, dann würden wir sofort alle Kraftwerke und Flughäfen etc abschalten.

  7. lele sagt:

    ich mach ein fortrag über die glühbirne

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