Der als Hardliner geltende CDU Politiker Wolfgang Schäuble ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Unbekannte knackten die persönliche Webseite des Ministers und verschönerten diese mit einem Link zum Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Dieser Arbeitskreis koordiniert seit langem die bundesweiten Aktivitäten gegen Schäubles Datenhunger.
Hauptbeweggrund der Hacker ist wohl das Aufbegehren der Bürger gegen das von Schäuble zuletzt geforderte Gesetz, nach dem Betreiber von Online-Diensten die IP-Adressen ihrer Besucher bewusst speichern sollen, um technische Probleme analysieren und Hacker-Angriffe abwehren zu können.
Fast 34.000 Bundesbürger reichten gegen Schäubles Vorratsdatenspeicherung Klage ein. Dies stellt immerhin die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten dar. Vorwürfe wie in etwa „Bundesnachrichtendienst bald CIA“, perlen an dem konservativen Innenminister jedoch ab wie Regen an einer Lotusblüte.
Somit warb nun auch Schäuble selbst für den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung – zumindest ungewollt. Er selbst äußerte sich zu dem Hacker-Angriff zunächst nicht. In Blogs und Foren verbreitete sich die Nachricht über die Panne auf der Homepage von Deutschlands Sicherheits-Chef jedoch wie ein Lauffeuer, denn es war nicht der erste Angriff dieser Art. Bereits im Mai 2008 hatten Hacker erfolgreich die Internet-Präsenz des Innenministers “verschönert”.
Der Coup könnte sich allerdings als kontraproduktiv für die Aktivisten und Bürgerrechtler erweisen, denn Herr Schäuble wird sich umso mehr darin bestätigt sehen, dass die geplante Vorratsspeicherung dem Wohle des Volkes diene.
Generell kann man provokativ die Frage in den Raum werfen, wie den der für die innere Sicherheit zuständige Minister ein Land schützen will, wenn er bei allem technischem Know-How seines öffentlichen Dienstes noch nicht einmal seine eigene Internetpräsenz schützen vermag?
Schäubles Webseite wurde im Übrigen einige Stunden nach dem Angriff vom Netz genommen.
vielleicht sollte schäuble mal den bnd auf die ganze sache ansetzen. es muss doch mit geheimdienstlicher kompetenz möglich sein, die persönliche website des herrn innenministers vor angriffen von aussen zu schüzen …
… jedenfalls trifft es den Richtigen. Irgendwie neigen die Innenminister immer dazu, Sherrif zu spielen, erst der “rote Otto2 und jetzt “Daten-Wolfgang”. Gut, dass diese Leute durch solche Aktionen auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden