29. Apr 2009
Apples iPod ist eine richtige Allzweckwaffe. Auch die US-Armee scheint von dem vielseitigen Multimediaplayer sehr angetan zu sein. Nach Berichten des US-Magazins „Newsweek“ plant das Pentagon, den iPod in Zukunft bei Auslandseinsätzen und in Kampfhandlungen zu nutzen.
So soll der iPod, für den laut „Newsweek“ bereits eine entsprechende Militärsoftware entwickelt wird, mehrere bestehende Geräte ersetzen und den Soldaten u.a. als Übersetzungs- und Kommunikationsgerät oder auch zur Steuerung von Bombenräumungsrobotern dienen.
In der bewaffneten Auseinandersetzung gilt heute mehr denn je das Credo: „Vorsprung durch Technik“. Schon seit Menschengedenken werden ursprünglich zivile Erfindungen stets auch für militärische Zwecke genutzt. Man denke beispielsweise an das Rad (Kampfwagen) oder die Bronze- und Eisenherstellung. Auch mit Blick auf die Neuzeit ist Apple bei weitem kein Einzelfall. So nutzen Millionen Menschen weltweit selbstverständlich GPS, was ursprünglich ein militärisches Satellitenortungssystem der USA war und auch heute noch ist.
Der größte Vorteil von Apples iPod ist aber sein vergleichsweise geringer Anschaffungspreis. Moderne Militärtechnik ist oftmals wesentlich teurer in der Herstellung, Anschaffung und Wartung. Da ist das Modifizieren einer bestehenden Plattform oder Hardware wesentlich günstiger.
Vielleicht steigt Apples iPod damit auch zu einem neuen Kultobjekt auf, ähnlich wie es in der Vergangenheit auch die Zigarettenmarke „Lucky Strike“ geschafft hat, die durch die GI’s in aller Welt bekannt gemacht wurde.
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27. Apr 2009
Die von T-Mobile kurzfristig durchgeführte Aktion, allen rund 40 Millionen Kunden den SMS-Dienst am letzten Sonntag kostenlos anzubieten, ist von den Nutzern sehr rege angenommen worden und hat dem Konzern Rekordwerte bei der Nachrichtenübermittlung beschert. Der Gratis-SMS-Sonntag ist dabei eine Geste der Entschuldigung und Wiedergutmachung für den Netzausfall vor knapp einer Woche gewesen, als für mehrere Stunden nichts mehr ging.
Wie der Konzern mitteilte, wurden am Sonntag mehr als 85 Millionen SMS über das Netz von T-Mobile verschickt. Dieser Wert liegt sogar weit über den Zahlen für Weihnachten und Silvester, die Tage, an denen sonst die meisten SMS geschrieben werden. Insofern kann man bei dieser Art der Kundenentschädigung von einer durchaus gelungenen Aktion sprechen.
Die Reaktion von T-Mobile auf den Netzausfall sollte dabei mit Blick auf die Kundenzufriedenheit einen Vorbildcharakter für Dienstleister aus anderen Branchen haben. Unternehmen wie beispielsweise die Bahn oder viele Airlines, wo Ausfälle und Verspätungen keine Fremdwörter sind, haben hier noch einen massiven Nachholebedarf. Zwar hat der Bundestag mit Blick auf die Deutsche Bahn im Rahmen des neuen Fahrgastrechtegesetzes positive Veränderungen eingeführt. Zugfahrten umsonst wird es in Zukunft dennoch nicht geben.
Was bleibt, ist für den T-Mobile-Kunden das gute Gefühl, sich ein wenig mehr mit seinen Mitmenschen ausgetauscht haben zu können, was bestimmt nicht umsonst, dafür aber kostenlos und mit Blick auf die Kundenpflege recht und billig war. Aber es gibt ja bekanntlich immer die Möglichkeit, es noch besser zu machen. Also liebe T-Mobile: Noch schöner wäre eine Gratis-SMS-Aktion zu Weihnachten und zu Silvester gewesen.
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22. Apr 2009
Gestern um 16.09 Uhr gingen bei T-Mobile sprichwörtlich „die Lichter aus“. Mehr als 40 Millionen T-Mobile-Kunden konnten für mehrere Stunden mit ihren Handys nicht telefonieren, angerufen werden oder SMS verschicken. Erst am Abend gelang es, die Probleme weitgehend zu beheben. Die „Bild“-Zeitung spricht in diesem Zusammenhang gar vom „größten Telekommunikations-Gau“ in Deutschland.
Grund des stundenlangen Ausfalls war eine Störung im sog. Home Location Register (HLR), eine Datenbank, in der jede Mobilfunknummer gespeichert ist und einer bestimmten Region zugeordnet wird. Erst am Abend konnten die HLR-Server wieder hochgefahren und eine schrittweise Wiederherstellung des geregelten Netzbetriebs eingeleitet werden.
Der Ausfall bei T-Mobile sorgte bei zahlreichen Kunden für Konfusionen. Besonders lustig sind hier die geschilderten Einzelfälle in der „Bild“, die eine gewisse Hilflosigkeit erkennen lassen. Oder ist es gar eine Abhängigkeit, die die Fähigkeit zu kreativem Denken und Handeln degenerieren lässt? Vor 20 Jahren, einer (gefühlt) weit entfernten Zeit, in der es kaum Handys gab, waren die Leute auch fähig, mit anderen Mitteln (Festnetz) zu kommunizieren oder Informationen zeitnah zu übermitteln. Bedenklich, wenn dies heute im Alltag bei vielen Menschen bereits daran scheitert, wenn das Handy sagt: „Anruf fehlgeschlagen“.
Aber für alle T-Mobile-Geschädigten des letzten Tages gibt es auch gute Nachrichten. Der Konzern will seine Kunden am kommenden Sonntag mit Gratis-SMS entschädigen. Bleibt bloß zu hoffen, dass das System unter dem Ansturm der Schreibwütigen nicht wieder zusammenbricht.
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20. Apr 2009
Alle Internet-Nutzer kennen sie und für alle sind sie einfach nur lästig – die Spam-Mails. Dabei ist die unerwünschte Werbung für den User nicht nur ärgerlich sondern frisst auch erhebliche Energieressourcen.
Wie Klimaforscher des Beratungsinstituts ICF International jüngst errechnet haben, verbrauchten 62 Billionen weltweit versandte Spam-Mails im vergangenen Jahr rund 33 Milliarden Kilowattstunden Strom durch Übertragung, Sichtung, Filterung und Löschung. Dieser Wert entspricht dem jährlichen Stromverbrauch einer Großstadt mit rund 2,4 Millionen Haushalten.
Auch für die Umweltbilanz sind diese Zahlen der Sudie zufolge verheerend. So verursacht der durch die Spams entstehende Stromverbrauch einen Ausstoß an Treibhausgasen, der dem Verschmutzungswert von 3,1 Millionen Autos im Jahr entspricht. Positiv ist allerdings, dass durch moderne Filterprogramme ein weitaus größerer Teil an Stromverbrauch und CO2-Ausstoß bereits vermieden werden kann.
Derartige Studien sind nicht neu. Ähnliche Analysen beschäftigten sich bereits in der Vergangenheit mit der Frage, wie hoch der Stromverbrauch bei einer Google-Abfrage oder bei Community-Plattformen wie Facebook oder studivz ist.
Insgesamt zeigen die Studien das große Problem auf, wie energielastig die Arbeit und der Umgang mit der Informationstechnologie geworden ist. Das Fatale daran: Der Einzelne bekommt davon relativ wenig mit, erst in der Summe der Gesamtnutzung tritt die Tragweite sichtbar hervor.
So erzeugt laut ICF-Studie bereits ein User durch seinen elektronischen Postverkehr im Jahr so viel Treibhausgas, wie ein moderner PKW bei 1.000 km Fahrleistung. Insgesamt haben die Emissionen, die auf Informationstechnologie zurückzuführen sind, mittlerweile den Umfang der Emissionen des weltweiten Flugverkehrs erreicht.
Da in Zukunft eher mit einer Zunahme bei der IT-Nutzung auszugehen ist, stehen sowohl Hardware- als auch Software-Entwickler vor zwei großen Aufgaben. Zum einen muss es gelingen, die Geräte noch energieeffizienter zu gestalten und zum anderen, der weltweiten Spam-Flut durch noch bessere Filtersysteme den Kampf anzusagen.
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17. Apr 2009
Lang lang ist es her, als den Deutschen noch das Prädikat eines Volkes von Dichtern und Denkern angehängt wurde. So schrieb der Schriftsteller Wolfgang Menzel 1836: „Das sinnige deutsche Volk liebt es zu denken und zu dichten, und zum Schreiben hat es immer Zeit.“
Ein paar Generationen später scheint von diesem Image allerdings nicht mehr allzu viel übrig geblieben zu sein. Bereits in den 1960er Jahren wurde der Bildungsnotstand ausgerufen, und einige Pisa-Studien später fühlen wir uns allemal im Mittelmaß versunken.
Allerdings zeigt sich im digitalen Zeitalter der Massenkommunikation und -information ein kleiner Silberstreif am Horizont. Die deutschen Dichter und Denker sind wiederauferstanden – zumindest bei Wikipedia.
So gab der Gründer des freien Online-Lexikons Wikipedia, Jimmy Wales, jüngst zu Protokoll, dass das deutschsprachige Wikipedia eine wesentlich höhere Qualität hat als die englischsprachige Version. Auch scheinen die Deutschen wieder viel Zeit zum Schreiben gefunden zu haben. Nach „Englisch“ als der Weltsprache stellen die deutschsprachigen Artikel die zweithäufigsten Beiträge dar. Rund jeder 10 Beitrag des Online-Lexikons ist in deutscher Sprache verfasst, bei 250 Sprachen insgesamt.
Scheinbar hat das intellektuelle und schriftstellerische Potential in uns nur geschlummert und auf den richtigen Moment gewartet, wie Phönix aus der Asche ans Tageslicht treten zu dürfen. In diesem Sinne sei Jimmy Wales ein herzliches Dankeschön gesagt, den scheinbar denk- und schreibfaulen Deutschen mit Wikipedia aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst zu haben.
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16. Apr 2009
Mit Blick auf die Strompreise wird auch 2009 kein gutes Jahr für die Verbraucher werden. Nachdem bereits zu Beginn des Jahres rund zwei Drittel aller Stromversorger ihre Tarife um durchschnittlich 8 Prozent erhöht haben, werden weitere Unternehmen in den kommenden Wochen und Monaten folgen.
So rechnet nach einer Umfrage der Personalberatung Russell Reynolds Associates in Zusammenarbeit mit der Financial Times Deutschland (FTD) die Mehrheit der befragten Versorger nicht mit sinkenden Strompreisen, bzw. erwartet sogar eine Verteuerung der Tarife noch in diesem Jahr.
Diese Situation ist für den Verbraucher paradox. Seit der zweiten Hälfte des letzten Jahres sinken die Einkaufspreise der Versorger an der Leipziger Strombörse (EEX). Mittlerweile haben sich die Bezugskosten seit den Höchstständen 2008 gar halbiert. Und die Konzerne? Sie drehen trotzdem weiter an der Preisschraube.
Wie ist das zu verstehen? Die Unternehmen argumentieren damit, dass der Strom, den die Kunden in diesem Jahr erhalten, bereits im vergangenen Jahr gekauft wurden, als die Bezugspreise noch wesentlich höher lagen. Aktuell greift auch die EnBW auf diese Begründung zurück und verkündet, dass die Preise für die Grundversorgung mit Strom ab Juli um 7,5 Prozent steigen werden. Ähnliches konnte man vorher auch schon unter anderem bei der RWE und E.ON beobachten.
Lediglich Vattenfall ließ zum Jahreswechsel seine Preise konstant und verspricht eine Preisgarantie bis Ende 2009. An diesem Beispiel zeigt sich klar, welche Marktmacht die Verbraucher tatsächlich haben, wenn sie den Wettbewerb am Strommarkt durch die Wahl günstigerer Anbieter forcieren. In diesem Sinne musste auch Vattenfall auf den Verlust mehrerer Hunderttausend Kunden verkraften.
Klar dürfte sein, dass die Verbraucher in Zukunft die Versorger beim Wort nehmen werden. Wer 2009 von steigenden Preisen wegen hoher Bezugskosten spricht, der muss angesichts fallender Einkaufspreise 2009 diese spätestens im kommenden Jahr an seine Kunden weiterreichen.
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8. Apr 2009
Auch die Bundeswehr geht mit gutem Beispiel voran und hat in den letzten beiden Jahren rund 1,5 Milliarden Kilowattstunden Energie eingespart. Dadurch konnte die Armee im Rahmen der „mission E“ ihre Energiekosten um 107 Millionen Euro verringern und 400.000 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids vermeiden.
Wie die EnergieAgentur.NRW als Partner der gemeinsamen Energiesparkampagne mitteilte, sind die Einsparungen durch ein verändertes Nutzerverhalten der Bundeswehrangehörigen und durch Wärmedämmmaßnahmen an Gebäuden realisiert worden.
Jede Medaille hat aber zwei Seiten, so auch in diesem Fall. Die enormen Einsparungen zeigen nämlich unter anderem, wie hoch der Sanierungsbedarf in vielen Kasernen tatsächlich war und immer noch ist. Jahrelang hat man es versäumt, hier im entsprechenden Etat die nötigen Ressourcen freizugeben. Von daher muss natürlich auch die kritische Frage erlaubt sein, wie viel Milliarden Kilowattstunden Energie vor „mission E“ auf Grund zurückgehaltener Sanierungsmaßnahmen „verheizt“ wurden.
Nichts desto trotz bleibt die Maßnahme als solche lobenswert, in der Hoffnung, dass sich die Bundeswehr jetzt nicht auf ihren Lorbeeren ausruht, sondern weiter im Sinne der Energieeffizienz am Ball bleibt.
Dazu fünf kleine Tipps und Vorschläge zu weiteren Einsparmöglichkeiten:
1) Eine Kaffeemaschine hat eine Leistung von etwa 800 Watt. Eine Reduzierung des Kaffeekonsums in der Armee böte ein erhebliches Einsparpotential.
2) Der Zapfenstreich wird eine Stunde vorverlegt, dadurch kann das Licht früher gelöscht werden.
3) Morgens – vor allem in der dunklen Jahreszeit – wird eine Stunde später geweckt, das spart zusätzlichen Strom für die Beleuchtung.
4) Geduscht wird nur noch kalt. Luxus gibt’s dann wieder Freitags nach 13 Uhr im Hotel „Mama“.
5) Im Rahmen des Trainings für Auslandseinsätze in wärmeren Regionen wird in Zukunft im Sommer auf den Einsatz von Ventilatoren verzichtet.
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7. Apr 2009
Grenzenlose Mobilität und Freiheit, das versprechen sich viele von einem Handy. Damit es mit der Freiheit auch im Ausland klappt, besitzen Handys die Fähigkeit zum Roaming. Dadurch können auch in einem fremden Netzwerk beispielsweise Anrufe empfangen und getätigt oder auch Daten ausgetauscht werden.
Dumm nur, wenn sich das Handy automatisch in in ein ausländisches Funknetz einwählt, obwohl sich der Teilnehmer noch im Inland befindet. Dieses Phänomen kommt oft in Grenznähe vor, wenn die Funkwellen ausländischer Netze stärker sind als das heimatliche Signal. Darauf weist der Anbieter E-Plus hin.
Hier kann es für den Handynutzer schnell zu erhöhten Kosten kommen, wenn sich das Gerät automatisch „rauswählt“ und man aus dem „Ausland“ telefoniert oder angerufen wird. Spätestens, wenn einem die Roaminggebühren in Rechnung gestellt werden, ist der Ärger groß.
Dabei gibt es ein so einfaches wie wirkungsvolles Mittel, diese Kosten gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein kleines Häkchen bei „manuelle Netzwahl“ oder ähnlichen Optionen verhindert das „Auswandern“ des Mobiltelefons und schont den eigenen Geldbeutel.
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2. Apr 2009
An viele ungewöhnliche Vertriebswege für Produkte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs haben sich die Käufer und Verbraucher schon gewöhnen können. Ob der Computer bei Aldi, Fahrkarten bei Lidl oder das Mofa bei Kaufland, mittlerweile kann den Kunden kaum noch etwas überraschen. Auch die Möglichkeit, seinen Stromanbieter im Supermarkt wechseln zu können, ist nicht mehr neu.
Ab April steigt nun die Postbank in das Stromgeschäft ein und bietet ihren Kunden die Möglichkeit des Wechsels zum Anbieter Yello Strom an. Die Idee dahinter: Wer mal eben schnell Geld abheben geht oder eine Überweisung tätigt, der kann mit einem einfachen Wechsel des Stromanbieters die soeben getätigten Ausgaben über die offerierten Einsparungen wieder reinholen.
Im Grundsatz ist es ein guter Ansatz beider Vertriebspartner, den Wettbewerb auf dem Strommarkt durch eine gemeinsame Kooperation zu fördern. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Bei der Postbank kann sich der interessierte Verbraucher lediglich für das Produkt eines Anbieters entscheiden. Umfassende Vergleiche zu anderen Wettbewerbern fallen dem Kunden so naturgegeben schwerer. Eventuell günstigere Angebote, mit denen sich noch mehr Einsparpotential erreichen ließe, bleiben so außen vor.
Auch wenn der Prozess des Anbieterwechsels mittlerweile schnell und einfach funktioniert, so sollte die Entscheidung darüber wohldurchdacht und vorbereitet sein. Dazu bieten Vergleichsportale im Internet wie TopTarif umfangreiche Möglichkeiten, sich über die Preise in der jeweiligen Region und über die verschiedenen Anbieter zu informieren.
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Verfasst von toptarif
1. Apr 2009
Nur ein Jahr nach dem Start kommt nun das Ende für den Wikipedia-Ableger Wikia Search. Eigentlich sollte mit der neuen Suchmaschine nicht nur am Stuhl des allmächtigen Google gesägt, sondern auch die Internetsuche revolutioniert werden. Diese Revolution fällt nun erst einmal aus.
Das größte Problem von Wikia Search lässt sich paradoxerweise mit dem riesigen Erfolg des Flaggschiffs Wikipedia erklären. Ähnlich wie bei dem Online-Lexikon setzte die Riege Gründer um Jimmy Wales auf die Mitmachbereitschaft der Online-Community. Diese blieb aber der Suchmaschine weitgehend fern, konnte der Dienst mit seinen Suchergebnissen doch nicht überzeugen. Zudem zeigte sich, dass das große Plus von Wikipedia, sprich die Bereitschaft der User, an dem Projekt mitzuarbeiten und eigene Beiträge zu verfassen, nicht auf Wikia Search übertragbar war.
Ähnlich wie Wikipedia anderen Online-Lexika den Rang abgelaufen hat, so ist auch Google zum Inbegriff der Suche im Internet geworden. Der Mensch ist und bleibt eben ein Gewohnheitstier. Haben sich mit Blick auf das Internet erst einmal bestimmte Nutzungsgewohnheiten gefestigt, so fällt es schwer, diese zu ändern. Davon profitiert Wikipedia, das viele automatisch als die erste Referenz bei Online-Nachschlagewerken nutzen, aber auch Google, das mittlerweile keine Konkurrenz auf dem Suchmaschinenmarkt mehr fürchten muss.
Insofern bleibt für Wikia Search die Erkenntnis, dass die welt für das Konzept einer Mitmach-Suchmaschine noch nicht bereit ist. Für Wikipedia war die Strategie, auf den User als Teil des Systems zu setzen, brilliant. Bei Wikia Search hingegen konnten sich nur wenige User dafür erwärmen, Teil des Projektes zu werden.
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