Strompreise steigen weiter – EnBW marschiert voran

Mit Blick auf die Strompreise wird auch 2009 kein gutes Jahr für die Verbraucher werden. Nachdem bereits zu Beginn des Jahres rund zwei Drittel aller Stromversorger ihre Tarife um durchschnittlich 8 Prozent erhöht haben, werden weitere Unternehmen in den kommenden Wochen und Monaten folgen.

So rechnet nach einer Umfrage der Personalberatung Russell Reynolds Associates in Zusammenarbeit mit der Financial Times Deutschland (FTD) die Mehrheit der befragten Versorger nicht mit sinkenden Strompreisen, bzw. erwartet sogar eine Verteuerung der Tarife noch in diesem Jahr.

Diese Situation ist für den Verbraucher paradox. Seit der zweiten Hälfte des letzten Jahres sinken die Einkaufspreise der Versorger an der Leipziger Strombörse (EEX). Mittlerweile haben sich die Bezugskosten seit den Höchstständen 2008 gar halbiert. Und die Konzerne? Sie drehen trotzdem weiter an der Preisschraube.

Wie ist das zu verstehen? Die Unternehmen argumentieren damit, dass der Strom, den die Kunden in diesem Jahr erhalten, bereits im vergangenen Jahr gekauft wurden, als die Bezugspreise noch wesentlich höher lagen. Aktuell greift auch die EnBW auf diese Begründung zurück und verkündet, dass die Preise für die Grundversorgung mit Strom ab Juli um 7,5 Prozent steigen werden. Ähnliches konnte man vorher auch schon unter anderem bei der RWE und E.ON beobachten.

Lediglich Vattenfall ließ zum Jahreswechsel seine Preise konstant und verspricht eine Preisgarantie bis Ende 2009. An diesem Beispiel zeigt sich klar, welche Marktmacht die Verbraucher tatsächlich haben, wenn sie den Wettbewerb am Strommarkt durch die Wahl günstigerer Anbieter forcieren. In diesem Sinne musste auch Vattenfall auf den Verlust mehrerer Hunderttausend Kunden verkraften.

Klar dürfte sein, dass die Verbraucher in Zukunft die Versorger beim Wort nehmen werden. Wer 2009 von steigenden Preisen wegen hoher Bezugskosten spricht, der muss angesichts fallender Einkaufspreise 2009 diese spätestens im kommenden Jahr an seine Kunden weiterreichen.

3 Antworten zu Strompreise steigen weiter – EnBW marschiert voran

  1. Anne88 sagt:

    Also wer daran glaubt, dass die Konzerne 2010 die Preise senken, da der Strom den sie jetzt einkaufen günstig ist der hat meiner Meinung nach viel Vertrauen in die großen Versorger.

    Ich jedenfalls glaube nicht dran.

  2. Becks_22 sagt:

    Also das ist ja mal wieder typisch. Steigt der Ölpreis, steigt der daran gekoppelte Strompreis auch sofort. Sinken die Preise an der Strombörse, dann soll der Preis angeblich erst im nächsten Jahr fallen.

    Wie lange soll der Strompreis eigentlich noch an dem Ölpreis gekoppelt sein? Meiner Meinung nach ist das Konzept zu alt.

    Habe heute übrigens noch eine Studie gelesen, dass die vier großen Versorger lediglich 1% des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien fördern. Im durchschnitt liegt der Anteil aber bei 10%.

    Wir brauchen endlich mehr konkurrenz.

  3. dena sagt:

    Zumindest bei den kleineren Versorgern und Stadtwerken dürfte es z.T. unterschiedliche Entwicklungen geben. Auf dem Gasmarkt z.B. haben sich einige von denen im letzten Jahr hektisch eingedeckt, als man noch glaubte, die Preise gehen durch die Decke. Dort wurden zum Teil große “Bänder” geordert, auf denen man nun sitzenbleibt. Nicht jeder hat dann die Chance, Preise zu senken. Bei den großen Versorgern ist das allerdings überhaupt nicht nachvollziehbar

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