Wie lange werden sich deutsche Windräder und Solaranlagen noch verteidigen können? Die großen Stromkonzerne ziehen nun gegen private Fotovoltaik- und Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zu Felde, wie einst Don Quijote gegen die Windmühlen. Scheinbar sind sie dabei aber bisher wesentlich cleverer und erfolgreicher als ihr glückloses Vorbild.
Stein des Anstoßes: Im letzen Monat beschloss der Elektrotechnik-Verband VDE – fernab jeglicher Öffentlichkeit und mit der Stimmenmehrheit der großen Stromkonzerne – dass Hausbesitzer in Zukunft wesentlich mehr für die Nachrüstung einer Solarstromanlage oder eines hauseigenen Mikro- Kraftwerkes im Keller zahlen müssen. Trickreich wurden diese Mehrkosten in den sogenannten „Technische Anschlussbedingungen für kleine Stromerzeugungsanlagen“ versteckt. Hausbesitzer müssen nun einen zweiten Stromzähler „am zentralen Zählerplatz“ installieren. Was laut VDE „der besseren Übersichtlichkeit und Ablesbarkeit“ dienen soll, entpuppt sich aber als teurer Spaß.
Konnten früher die Extrazähler direkt am Gerät angebracht werden, so müssen diese heute im eigentlichen Zählerkasten untergebracht werden, inklusive aufwendiger Verlegung des Kabels vom Gerät zum Zähler. Nach Angaben des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung kann dieses Husarenstück der großen Stromkonzerne die Anschaffungskosten der hauseigenen Anlage um bis zu zwanzig Prozent in die Höhe treiben.
Dies entspricht natürlich nicht den Klimazielen der Bundesregierung, sprich der Förderung regenerativer Energien und torpediert die finanziellen Hilfen des Bundes für dezentrale Stromproduzenten.
Warum greifen die Großkonzerne zu solchen Mitteln? Der Anteil der erneuerbaren Energien steigt seit Jahren stetig an und könnte sich mittelfristig zu einer Bedrohung für die Kohle- und Atomkraftwerke entwickeln. Zudem ist die Abnahmeverpflichtung des Stroms privater Produzenten den Versorgern stets ein Dorn im Auge gewesen.
Bereits jetzt fordern zahlreiche Industrieverbände, den neuzeitlichen Don Quijotes Einhalt zu gebieten. Insofern ist hier der Gesetzgeber gefragt, die Verbraucher vor der Angst der Konzerne vor zu vielen Selbstversorgern zu beschützen. Die Maßnahme des VDE ist ein teurer Schildbürgerstreich, der dem Wandel hin zu einem ökologischeren Energiemix in der Zukunft ernsthaft ausbremsen könnte. Vielmehr sollten auch gerade die Großversorger endlich einmal ihre Gewinne sinnvoll in die Hand nehmen und selbst einen entsprechenden Beitrag zu Wandel beitragen.
man glaubt das nicht, jetzt ziehen die einem schon das geld aus der tasche, wenn man etwas gutes tun will und den vorschlägen der bundesregierung folgt.
Un dem ganzen ist man wahrscheinlich wieder machtlos gegenüber was für eine sauerrei!!
Das is doch mal wieder typisch für diese Abzocker. Erst drücken sie die Preise an der Börse hoch und dann nehmen sie auf eine solch linke Tour der Konkurrenz den Wind aus den Segeln. Warum greift die Politik da nicht ein???