„Desertec“ – Milliardenprojekt für Solarstrom aus Afrika

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung planen rund zwanzig zumeist deutsche Großkonzerne ein gigantisches Solarstromprojekt in Afrika zur künftigen Versorgung deutscher Haushalte mit alternativer Energie. Der Zusammenschluss verschiedener Konzerne, unter denen sich Siemens, die Deutsche Bank, RWE und die Münchener Rück befinden, will in der Nordafrikanischen Wüste unter dem Projektnamen „Desertec“ riesige Solarkraftwerke bauen. Die Kosten dafür sollen sich auf bis zu 400 Milliarden Euro belaufen.

Das Prinzip der gigantischen Solaranlagen ist bekannt: Über Spiegel wird Sonnenlicht gebündelt, dadurch wird ein Spezialöl erhitzt, dessen Wärme für den Antrieb von Turbienen in Wasserdampf umgewandelt wird. Das Konsortium setzt die Messlatte für ihr Vorhaben hoch. So sei es das Ziel, in zehn Jahren den ersten Strom zu liefern und im Endeffekt rund 15 Prozent des europäischen Stromverbrauchs abdecken zu können. Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek sagte der Süddeutschen Zeitung, das Projekt sei technisch realisierbar, wichtigstes Kriterium sei aber, dass die Anlagen in politisch stabilen Ländern gebaut würden.

Für die Zukunft sollen auch europäische Partner für das Projekt gewonnen werden. Hier kommen bereits positive Signale aus Spanien, Italien und Nordafrika, die mittelfristig auf eine gute Zusammenarbeit hoffen lassen könnten.

Die Solarstrom-Großoffensive gibt bescheidenen Anlass zur Hoffnung, dass Großversorger und andere interessierte Unternehmen ihre Gewinne sinnvoll in die Hand nehmen und einen Beitrag zur nachhaltigen Energiegewinnung leisten. Seit Jahren steigt der der Anteil erneuerbarer Energien stetig an, was nun durch den Bau der riesigen Solarkraftwerke um ein entscheidendes Stück vorangetrieben würde. So könnte die Solarenergie längerfristig eine reelle Chance haben, Kohle- und Atomkraftwerke vom Markt zu verdrängen, was dem mehrheitlichen Wunsch der Bevölkerung Rechnung tragen würde. Inwieweit sich „Desertec“ aber wird realisieren lassen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die im Raum stehenden Investitionen im Milliardenbereich sind auch für Energieriesen wie RWE – gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise – schwer zu stemmen. Insofern bleibt zu hoffen, dass „Desertec“ nicht zu einem Papiertiger verkommt und das Projekt in einem wirtschaftlich sinnvollen und nachhaltigen Rahmen umgesetzt werden kann.

4 Antworten zu „Desertec“ – Milliardenprojekt für Solarstrom aus Afrika

  1. Desertec fan sagt:

    ich wäre begeistern, wenn es wirklich umgestzt wird.

    I like!!

  2. Zeimen sagt:

    Hallo erstmal.

    @Desertec fan: Ich finde die Idee auch gut. Aber es klingt doch stark nach der Bildung eines neuen Strommonopols. Ob das dem Wettbewerb gut tut bleibt abzuwarten.

    Grüße vom Zeimen

  3. Raffaele sagt:

    Ich halte die Konzentrierung privater Macht in dem Projekt auch für bedenklich. Was für eine Vorstellung, wenn die Solarenergie wie das Öl und Gas auch in ein Oligopol eingebunden würde. Dabei braucht die Welt dieses Projekt dringend. Ich denke hier wäre staatliches Engagement (ausnahmsweise) mal wünschenswert.

  4. thoben_efeld_11 sagt:

    Ich kann meinem Vorschreiber da nur zustimmen. Man sollte verhindern, dass sich hier wieder ein Oligopol aufbaut. Ich glaube ich schreibe der Angie mal.

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