Schlecht für Vattenfall, gut für den Wettbewerb am deutschen Strommarkt -
Bei der geplanten Übernahme des niederländischen Stromerzeugers Noun durch den schwedischen Energiekonzern Vattenfall stellt sich die EU quer und macht hohe Auflagen. So darf Vattenfall Nuon nur übernehmen, wenn die deutsche Noun-Tochter komplett abgegeben wird.
Eigentlich wollte man beim schwedischen Energieriesen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits sollte durch die Übernahme des zweitgrößten niederländischen Stromversorgers die Wettbewerbsposition im europäischen Raum gestärkt werden. Andererseits sollten in Deutschland rund 275.000 Strom- und Gaskunden durch die Übernahme der Noun Deutschland GmbH „eingekauft“ werden.
Das Interessante an den 275.000 Kunden: Der Großteil der Haushalte, die in den letzten Monaten und Jahren zu Nuon gewechselt sind, haben in Berlin und Hamburg dem örtlichen Grundversorger den Rücken gekehrt. Und dieser heißt – Ironie der Geschichte – Vattenfall. Späte Genugtuung wäre es für den Konzern gewesen, hätten die „Abweichler“, statt Schutz beim „Nederlandse Leeuw“ zu finden, wieder das Lied von den „Tre Kronors“ singen müssen, getreu dem Motto: „Wes Strom ich nutz, des Lied ich sing“.
Für den Wettbewerb auf dem Strommarkt ist die Entscheidung der EU indes ein richtiges und wichtiges Signal. Dabei geht es weniger um die 275.000 Haushalte, die wieder an Vattenfall gefallen wären, was einem Marktanteil von 0,625 Prozent an allen Haushalten in der Bundesrepublik entspräche. Vielmehr geht es um das Vertrauen der Kunden in den Wettbewerb am Strommarkt und darüber stehend in die Handlungskompetenz der nationalen und europäischen Entscheidungsgremien, die ja eben zum Wohle des Volkes und nicht zum Wohle der Konzerne entscheiden sollen. Wie viel von diesem Vertrauen hätte in die Brüche gehen können, hätte Vattenfall seine Pläne vollständig umsetzen können. Dies hätte ein folgenschweres Signal an den Markt gehabt, dass sich a) der Wechsel nicht lohnt und b) der Wettbewerb als solcher eine Farce wäre, da der Verbraucher früher oder später eh wieder von einem Großunternehmen zurückgekauft wird.
Hallo Leute,
das ist ja eine recht erfreuliche Nachricht. Hoffen wir mal, dass die deutsche Tochter jetzt nicht an Eon geht aber da werden unsere EU-Komissare in Brüssel schon aufpassen.
lg Bibo
Mehr Wettbewerb misten = sinkende preise. juhu