Das Gesetz zur unterirdischen Speicherung von CO2 sollte eines der letzten klimapolitischen Projekte der großen Koalition werden. Nun scheiterte das Vorhaben – wegen Widerständen aus der Union. Das Verfahren zu Abtrennung und Speicherung von CO2 unter der Erde wird also vorerst in Deutschland keine Anwendung finden.
Das Carbon Capture and Storage-Verfahren (CCS) ermöglicht die Absonderung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kohlekraftwerken. Anschließend kann es verflüssigt und unterirdisch gelagert werden. Das Verfahren soll den Ausstoß klimafeindlichen Kohlendioxids aus Kohlekraftwerken in die Atmosphäre massiv verringern können – der für die Zukunft umstrittenen Wirtschaftlichkeit von Kohlekraftwerken wäre so ein ganzes Stück näher gerückt. Stephan Kohler – Chef der Deutschen Energieagentur (DENA) bedauerte das Scheitern des Gesetzesentwurfs gegenüber Spiegel Online: Er halte es für schädlich, wenn das CCS-Gesetz nicht komme. Beim Klimaschutz habe man keine Zeit. Thomas Holzmann – Viezechef des Bundesumweltamts (UBA) warnte jedoch davor, die Rolle des CCS-Verfahrens zu überschätzen und bezeichnete es gegenüber der Berliner Zeitung „allenfalls (als) eine Übergangstechnik“.
Die CCS-Technik ist im Prinzip nicht neu – im Bereich der Erdgasförderung findet es schon seit einiger Zeit Anwendung, um die Ausbeuterate von Ölfeldern zu erhöhen. Im Falle der Verabschiedung des Gesetzes hätten von der EU bezahlte Pilotanlagen in Deutschland gebaut werden können, um den Einsatz des CCS-Verfahrens auch bei Kohlekraftwerken hinreichend zu testen und zu einer Marktreife zu entwickeln.
Energieriesen wie Vattenfall und RWE waren immer für eine schnelle Verabschiedung des Gesetzes. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand. Die Alternative zur CO2-Verscharrung und damit zu einer CO2-neutralen Energieproduktion (wie beispielsweise von Vattenfall bis 2050 angestrebt) wäre eine massive und enorm teure Forcierung der erneuerbaren Energien. Auf der anderen Seite stehen die bereits abgeschriebenen Kohlekraftwerke, die den Strom billig produzieren und an denen sich enorm viel Geld verdienen lässt. CCS bietet den Konzernen Möglichkeiten, auch in Zukunft auf ihr „schwarzes Gold“ zu setzen, die teuren CO2-Verschmutzungsrechte billig zu umgehen und gleichzeitig noch Subventionen von der EU zu erhalten.
Dass sich die Herren von Vattenfall und Co. also nun entrüsten und auf eine schnelle Lösung zum Thema CCS drängen, ist verständlich, hätte man doch für die nächsten Jahre Ruhe vor dem „Feind CO2“ haben können. Aber was dann? Umweltschützer bezeichnen unterirdische CO2-Lager als „geologische Zeitbomben“. Teuer ist das Ganze außerdem, was sich durch findige Argumente der Konzerne vermutlich auch bald in den Strompreisen bemerkbar machen würde. Da die unterirdischen Müllkippen das CO2-Problem sowieso nicht dauerhaft in Luft auflösen können, wäre das Geld in regenerative Energien doch wesentlich effektiver investiert – zumal dort böse Überraschungen ausgeschlossen sind.
Diese ewige DENA Lobbyisten nerven. Diese Funktionäre sind ganz einfach gestrickt: Kohlendioxid ab in den Boden da kommt ja auch die Kohle her und die lag da schon 20 Mio Jahre lang und so lange ist auch nix passiert. Hier der neueste Plakataufmacher dieser bezahlten Energie-Propagandisten: “Kohle und Atomkraft sind unentbehrlich – die Sonne verglüht ja irgendwann…”
Ich habe lange auf den letzten Absatz gewartet. Eine Lösung die Abfälle einfach in den Boden zu verscharren ist recht riskant. Das ist doch die gleiche *** wie bei dem Atommüll. Also mal schauen was nach der Bundestagswahl passiert.
Moin Leute da bin cih mal wieder.
Wollte eigentlich nur einen Kommentar @ Randy abgeben. Das ist ja wohl nen wahnsinns Werbeslogan. “Kohle und Atomkraft sind unentbehrlich – die Sonne verglüht ja irgendwann…” Wenn die das ernst meinen dann prost Mahlzeit.
In diesem Sinne Mahlzeit.
also bei den Jugs aus der dena lobby bin ich mir nicht sicher ob das nicht tatsächlich ernst ist zuzutrauen währe es ihnen