Immer mehr Verbraucher setzen auf regenerative Energien: Mehr als 2,1 Millionen deutsche Haushalte bezogen im letzten Jahr „grünen Strom“. Löst „nachhaltig“ „billig“ als zentrales Kriterium für den Stromanbieterwechsel ab?
2,1 Millionen Ökostromkunden bedeuten einen Zuwachs von 90 Prozent – im Vergleich zu 2007 haben sich die Kundenzahlen der Ökostromanbieter also fast verdoppelt! Das Fachmagazin „Energie & Mangagement“ („E&M“) enthüllte die Rekordzahlen am Montag gemeinsam mit dem Ökostromanbieter Naturstrom AG und der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW).
„E&M“ führt seit 2005 eine jährliche Studie über die Bewegung am Ökostrommarkt durch, die unter Experten als die extensivste und signifikanteste Übersicht über die aktuelle Marktentwicklung gilt. Laut „E&M“ bezogen im letzten Jahr neben 2,1 Millionen Privathaushalten auch rund 150.000 Gewerbebetriebe Ökostrom. Insgesamt wurden 2008 rund 11 Milliarden Kilowattstunden abgesetzt – in Form von 263 Ökostromprodukten. 180 Versorger beteilgten sich an der Studie.
Der gewaltige Sprung bei Kunden- und Absatzzahlen zeige, dass Ökostrom heute ein Muss-Produkt für jeden Energieversorger ist, erklärt „E&M“-Redakteur Ralf Köpke gegenüber dem Presseportal „News Aktuell“. Das Wachstum, so Köpke, würde sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen – allerdings höchstwahrscheinlich nicht so enorm, wie in diesem Jahr. Vera Litzka, die Geschäftsführerin der ASEW, kommentierte gegenüber „News Aktuell“, der Ökostrom sei im Mainstream angekommen. Was vor Jahren noch als Exotenprodukt galt, ist heute Standard.
Bevor man bei Angaben wie „90 Prozent Zuwachs“ oder „Verdoppelung der Kundenzahl“ in Euphorie ausbricht, sollte man bedenken, dass 2,1 Millionen Haushalte nur gute 5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Auch unter den Ökostromanbietern befinden sich schwarze Schafe. Die Bezeichnung “Ökostrom” ist in Deutschland nämlich rechtlich nicht geschützt – so investieren einige Anbieter zwar in Klimaschutzprojekte, liefern aber gleichzeitig Atomstrom unter dem Label „Ökostrom”. Bei einem Anbieterwechsel sollte man sich darüber informieren, ob der Versorger Ökostrom-Zertifikate vorweisen kann. Anerkannt sind das „Grüner Strom Label“ (GSL), das „ok-power Label“, das „Öko-Strom“-Gütezeichen der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) und die unterschiedlichen TÜV-Zertifikate.
Positiv ist die aktuelle Entwicklung dennoch: Beim Wechsel entscheidet sich immerhin jeder fünfte Haushalt für Ökostrom. Das Klischee überteuerter Tarife sollte endlich der Vergangenheit angehören – ein nachhaltiger Tarif ist heutzutage kein Luxus mehr.
Also ich habe auch zum Ökostromanbieter gewechselt. Datt sollten wir alle mal besser machen, denn sonst wird das nix mit dem erreichen der Klimaziele. Aber ja durchaus positiv was hier zu lesen ist.
Find ich auch! warum atom, wenns zu vergleichbaren preisen auch öko gibt? die leute sind da teilweise noch sehr festgefahren und halten öko für generell teuer. das ist wie im supermarkt: Bio gleich teuer
leute:erleichtert euer gewissen! kauft ökostrom, eier von glücklichen hühnern und biogemüse, das alles kostet nicht wirklich mehr, als das „normale“ produkt. man muss nur drauf achten, dass auch öko, bzw. bio drin ist..
@ sina: Generell unterstütze ich deine Aussage. Allerdings ist Öko doch etwas teurer und nicht jeder kann es sich leisten aber du hast recht der unterschied ist oft nicht mehr sehr groß. Von daher bin ich auch der meinung, dass derjenige der es sich leisten kann auch öko kaufen sollte.
Also leute ich würde sagen die zahlen sind gut aber ausbaufähig.
Vorallem ist es wichtig, dass man darauf achtet, dass es sich wirklich um Ökostrom handelt. Habe da letztens ne Reportage drüber gelesen, wie manche Anbieter da rumtricksen.
in dem sinne allet gute doei blind
Augen auf beim Ökokauf! Schade das mit dem Begriff schon wieder schindluder getrieben wird. Viele wünschen sich doch schon eine ökologisch gesicherte Zukunft. So gibt es natürlich viele Anbieter, darunter leider auch schwarze Schafe. Verbraucher sollten sich aber nicht entmutigen lassen, ihre Stimme also ihr Einkauf zählt und beeinflusst die Marktgegebenheiten. Kaufen mehr Menschen Bio und Ökoprodukte steigt die Nachfrage und langfristig nicht nachhaltig, sinkt der Preis.
Bin seit einem halben Jahr bei einem Ökostrom Anbieter und vollends zufrieden. Die Kosten liegen sogar unter denen meines Ortsversorgers. Das ist sicherlich bei vielen anderen ebenfalls der Fall.
Gruß Andy