“Allianz 24″ geht offline

Der Versicherungsriese Allianz stellt seine Internettochter „Allianz 24“ ein. Für Kunden bedeutet das einen deutlich teureren Versicherungsabschluss über die gewöhnliche Allianz-Homepage oder einen Vertreter. Nach FTD-Informationen hat der Konzern schon jetzt alle Kooperationsverträge mit Vergleichsportalen im Internet gekündigt.

Die seit 2005 favorisierte Internetstrategie der Allianz ist damit am Ende. Die Idee war damals, neben einem teuren Angebot über Vertreter einen Billigtarif im Internet anzubieten. Dem Kunden wurden so Einsparungen bis zu dreißig Prozent im Gegensatz zum Normaltarif ermöglicht. Mitte September geht „Allianz 24“ nun offline. Kunden könne Policen dann zwar immer noch über Allianz.de im Internet abschließen, allerdings nicht mehr zu vergleichbar billigen Konditionen. Der Internetpreis wird zwar weiterhin unter dem Standardpreis liegen, der Nachlass wird jedoch nur noch bei ungefähr zehn Prozent liegen.

Ein Sprecher der Allianz bestätigte nun, dass „Allianz 24“ nicht fortgeführt werde. Der klassische Konflikt der Vertriebskanäle spiele dabei eine große Rolle. Er nahm damit Bezug auf den fortdauernden Widerstand der rund 10.000 Allianz-Vertreter. Sie hatten sich heftig gegen die Rivalen aus dem eigenen Hause gewehrt, die mit Niedrigpreisen locken und den Vertretern so das Leben schwer machen.

In der Versicherungsbranche herrscht seit Jahren ein turbulenter Preiskrieg. Besonders hart umkämpft sind dabei die Autoversicherungen, die mit 20 Milliarden Euro Jahresprämien neben der Kranken- und Lebensversicherung das wichtigste Segment der Versicherungsbranche darstellen. Die Allianz büßt in diesem Bereich in letzter Zeit immer mehr Kunden ein. Erzrivale HUK-Coburg naht dagegen mit großen Schritten und ist der Allianz bereits gefährlich nahe gekommen. Während die HUK-Tochter „HUK 24“ mittlerweile mehr als eine Million Fahrzeuge versichert hat, sind es bei der Allianz 24 nur 300.000.

Gerade Direktversicherer agieren immer aggressiver und der Druck durch die Konkurrenz wird permanent stärker. Keiner will untergehen und alle unterbieten sich gegenseitig. Auch der Kampf in Preisvergleichsportalen spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Die Allianz hat für sich die Notbremse gezogen. Was daraus folgt, wird sich im Herbst zeigen. In dem Unternehmen selbst sind jetzt jedenfalls wieder mehr die Mitarbeiter gefragt. In der Allianz hat mit dieser Entscheidung die Tradition gesiegt. Weder konnte die Online-Tochter die erhofften Kundenzahlen erreichen, noch gelang es, den Spagat zwischen traditioneller Versicherung und Direktversicherung im Unternehmen zu meistern. Ob die Allianz mit diesem Schritt ihren Status als größter Versicherer aufrecht erhalten kann, ist angesichts der derzeitigen Wettbewerbssituation mehr als fraglich. Auch ob ein neuer Billigableger, der nicht den Namen Allianz trägt, Erfolg haben würde ist noch nicht abzusehen.

Eine Antwort zu “Allianz 24″ geht offline

  1. hanshansen sagt:

    Also ob das der richtige Schritt der Alianz ist, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube in Zukunft wird der Onlineversicherungsmarkt noch wachsen.

    Naja mal schauen.

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