
Die Deutsche Bank konnte durch ihr Investmentbanking im zweiten Quartal 2009 Milliardengewinne einfahren, die alle Erwartungen übertrafen. Einen bitteren Beigeschmack hat der Triumph jedoch: Der Kostenaufwand für die Risikovorsorge versiebenfachte sich gegenüber dem letzten Jahr.
Die Deutsche Bank scheint sich wieder erholt zu haben. Nach zwei Jahren Krise scheint es, dank der Schnellgenesung des Investmentbankings, wieder vorwärts zu gehen. Der Überschuss im zweiten Quartal legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum über sechzig Prozent zu und betrug 1,1 Milliarden Euro. Der Handel mit Zinsprodukten und Geldanlagen wächst und gedeiht, während sich andere kränkelnde Bereiche kaum zu erholen scheinen. Bankchef Josef Ackermann äußerte sich im aktuellen Quartalsbericht zu den Aussichten im Kreditbereich kritisch. Die Deutsche Bank rechne auch weiterhin mit hohen Belastungen im Kreditumfeld. Auch wenn sich die Wirtschaft langsam wieder erhole, müsse mit hohen Ausfällen und vielen Insolvenzfällen im Privat- und Firmenbereich gerechnet werden.
Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Devisen läuft weiterhin besonders gut. Teilweise wurden sogar Rekordergebnisse erzielt und mit 2,6 Milliarden Euro ein Drittel des Gesamtgewinns erwirtschaftet. Der Grund für diesen Boom ist simpel: Sowohl Staaten, als auch Firmen haben momentan einen extremen Kapitalbedarf, den sie mit verschiedenen Zinsprodukten zu decken versuchen, da die Konditionen in diesem Bereich momentan sensationell günstig sind. Und das – da sind sich die Experten einig – soll auch noch mindestens bis zum Jahresende anhalten. Längerfristig wird die Nachhaltigkeit des Erfolges der Deutschen Bank allerdings stark angezweifelt.
Trotz des hohen Gewinns hatte die Deutsche Bank im letzten Quartal mit vielen außerplanmäßigen Störfaktoren zu kämpfen, die sich insgesamt auf über 600 Millionen Euro beliefen. Der Rechtsstreit um die geplatzte Übernahme der US-Chemiefirma Huntsman und viele Abfindungen für entlassenen Mitarbeiter konnten auch durch einmalige Gewinne wie zum Beispiel durch den Verkauf von Industriebeteiligungen, oder dem Postbank-Einstieg nicht ausgebügelt werden.
Gewinnmeldungen wie diese sind meistens mit Vorsicht zu genießen. Dass es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht und dass das Investmentbanking der Deutschen Bank floriert, könnte den Ottonormalverbraucher direkt optimistisch stimmen. Was allerdings fehlt, ist das Vertrauen in die Banken generell, besonders aber auch in die Deutsche Bank – gerade in Zeiten von gewissen Spitzelaffären. Was im Quartalsbericht als Belastung am Rande erwähnt wird, sind gekündigte Mitarbeiter, beziehungsweise deren Abfindungen. Die Bank sieht den Kreditbereich in Zukunft kritisch – dass es den Kunden es massiv erschwert wird, einen Kredit bewilligt zu bekommen, ist hinzunehmen. Gerüchte, dass das Investmentbanking der Deutschen Bank aufgrund des Kaufs wertloser Papiere blüht und Ackermann in diesem Sinne nicht im Einklang mit dem Handelsgesetzbuch lebt, erhärten sich jedenfalls.
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Das ganze stinkt doch bis zum Himmel.
Die Banken fahren wieder Gewinne ein wie vor der Krise mit den gleichen Geschäften wie vorher. Das kann doch nur zum gleichen Ergebnis führen. Der Staat bzw die EU haben es verpasst Regulierungsvorschriften einzuführen. Noch ist es dafür nicht zu spät. Hoffen wir mal, dass von parlamentarischer Seite noch was kommt.
Es scheint ja so, als ob die Deutsche Bank sich etwas früher aus dem Handel mit faulen Papieren rausgehalten hat und sie daher schon wieder auf einem recht gutem Weg ist. Obwohl ich Kredithai zustimmen muss es sieht so aus, als würde alles beim alten bleiben.