Russland und die Türkei einigen sich nach jahrelanger Diskussion auf den Bau der Gas-Pipeline „South Stream“ durch das Schwarze Meer. Dem EU-Konkurrenzprojekt „Nabucco“ wurde damit ein harter Dämpfer versetzt.
Im Wettbewerb um eine Gas-Pipeline durch die Türkei hat sich der russische Ministerpräsident Wladimir Putin nun Unterstützung von seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan geholt.
Beide unterzeichneten nun ein Abkommen, das Russland grünes Licht für die Umsetzung seines Mega-Pipeline-Projekts „South Stream“ gibt. Auf einer Pressekonferenz betonte Erdogan allerdings, dass „South Stream“ und „Nabucco“ sich gegenseitig nicht ausschließen würden. „Man sollte „Nabucco“ und „South Stream“ nicht als Konkurrenten betrachten, sondern als Vielfalt“, so Erdogan.
Der Baubeginn für „South Stream“ ist spätestens für das nächste Jahr geplant. Durch die Pipeline soll russisches Erdgas durch türkisches Hoheitsgewässer nach Europa gelangen. Andere Ex-Sowjet-Staaten, wie auch die Ukraine, werden von Russland auf diesem Weg umgangen.
Die EU will ihre Abhängigkeit von russischem Gas verringern, was nicht zuletzt auf den folgenschweren Gasstreit im letzten Winter zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen ist.
„Nabucco“ soll ein Baustein dieses Vorhabens sein, unabhängiger von russischen Importen, die immerhin 25 Prozent des europäischen Gesamtverbrauchs ausmachen, zu werden. Brüssel und Moskau wetteifern seit Monaten um den Abschluss von Verträgen mit Erzeuger- und Transitstaaten wie der Türkei.
Mit Blick auf die Preissetzung, soll „Nabucco“ Gazprom ein Stück Macht entziehen. Dieses Vorhaben wird nun durch den Partner Türkei an Russlands Seite deutlich erschwert werden. Gasdagobert Russland will sein Zepter nicht so schnell aus der Hand geben. Ob er längerfristig dazu gezwungen wird, wird sich in absehbarer Zeit zeigen.
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Die Russen kommen!