Neues Verfahren zur Methangewinnung geplant

Im Meeresboden lagern gigantische Mengen Methan, die sowohl das Erdgas, als auch das Erdöl ersetzen könnten. Der Abbau ist allerdings hoch riskant. Im Projekt „Sugar“ (Submarine Gashydrat-Lagerstätten: Erkundung, Abbau und Transport) soll nun eine Technik entwickelt werden, mit der Methan gewonnen und gleichzeitig Kohlendioxid im Meeresboden deponiert werden soll.

Bereits vor einigen Jahren zeigten Untersuchungen des Untergrundes, dass Methan weltweit in riesigen Mengen vorkommt. Forscher schätzten, dass mindestens 3000 Milliarden Tonnen Methan gefördert werden könnten. Das wäre insgesamt das Dreifache der weltweiten Erdgasreserven, die in herkömmlichen Lagerstätten ruhen. Lange Zeit fehlte aber ein geeignetes Verfahren, um das Methan aus der Tiefe zu gewinnen. Steigende Öl- und Gaspreise und die ständige Abhängigkeit unsicherer Importe brachten besonders Nordamerika und Japan dazu, in Forschungsprojekte in diesem Bereich zu investieren. Nun beteiligen sich auch deutsche Wissenschaftler an mehreren Forschungsprojekten. Im Rahmen des „Sugar“-Projekts, soll nicht nur eine Lösung für den riskanten Methan-Abbau gefunden, gleichzeitig soll das Treibhausgas Kohlendioxid, sozusagen im Tausch, auf dem Meeresgrund gelagert werden. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit gut zehn Millionen Euro, beteiligte Firmen bringen bereits drei Millionen auf.

Riskant ist die Förderung unter anderem, da ein enormer Druck nötig ist. Entspricht dieser nicht dem in 400 Meter Wassertiefe, zerfällt das Methanhydrat und wird so unbrauchbar. Viel schlimmer ist allerdings, dass freigesetztes Methan an die Wasseroberfläche aufsteigt und für den Treibhauseffekt 23-mal mehr Wirkung entfaltet, als Kohlendioxid.

Da zur Förderung Bohrungen ins Sediment nötig sind , könnte der Methanabbau auch für die Meereswelt verheerende Folgen haben. Geowissenschaftler fordern deshalb bestimmte Tabuzonen für die Förderung, um sensible Ökosysteme vor einer Zerstörung zu bewahren.

Tonnenweise unberührte Energie klingt viel versprechend. Die seit Jahren nicht begonnene Förderung beunruhigt eher. Klimaforscher warnen vor möglichen Folgen, die in arktischen Gewässern bereits Realität sind. Dort blubbert nämlich bereits unaufhaltsam Methan an die Oberfläche. In fünf Jahren soll es in der Arktis jedoch mit der Förderung losgehen. Die Forscher stehen unter Zeitdruck, denn gerade die Abhängigkeit von russischem Erdgas, macht einige Staatsoberhäupter langsam nervös. Schnell viel Energie gewinnen – das lockt einerseits, macht aber auch stutzig. Denn wie beim Atomstrom, kann auf die Euphorie auch eine Tragödie folgen. Die Methangewinnung birgt mehrere Risiken, die wahrscheinlich auch durch die ausgereiftesete Methode nicht auszuschließen sein werden.

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