Virtuelle Kraftwerke sollen erneuerbare Energiequellen bündeln

Virtuelle Kraftwerke könnten solche Bilder vielleicht bald beenden.

Virtuelle Kraftwerke könnten uns solche Bilder vielleicht bald ersparen.

Ein Zusammenschluss mehrerer kleiner Kraftwerke soll das Stromnetz in Zukunft stabilisieren. Da erneuerbare Energiequellen, wie zum Beispiel die Windenergie, mal mehr, mal weniger Strom erzeugen, könnte durch die Kombination mehrerer kleiner Kraftwerke ein Chaos verhindert werden.

Aus der Steckdose kommt für gewöhnlich immer Strom, Tag und Nacht. Eigentlich ist das erstaunlich, denn wenn morgens besonders viele Kaffeemaschinen, Lampen und Toaster angehen, steigt der Verbrauch drastisch an. In diesem Fall werden allerdings zusätzliche Kraftwerke angeschaltet, damit der Mehrverbrauch kompensiert werden kann. Bei Ausfällen zentraler Großkraftwerke, wie unlängst das Kernkraftwerk Krümmel, kann das dramatische Folgen für den Verbraucher haben. So fiel das Ampelsystem Hamburgs in Folge der Schnellabschaltung des AKW Krümmel aus.

Die Bundesregierung fordert, dass die Stromversorgung durch regenerative Energien bis zum Jahr 2020 bei dreißig Prozent liegen soll. Das bedeutet, dass wesentlich mehr saubere Energie erzeugt werden muss. Das Ausfallrisiko steigt jedoch, je mehr kleine Kraftwerke unabhängig von einander Strom liefern. Eine Alternative soll nun durch so genannte virtuelle Kraftwerke geschaffen werden. In diesem Fall verbünden sich viele kleine Energieerzeuger und bilden nach außen hin ein einziges großes Kraftwerk. Alle Versorger innerhalb dieses Verbunds werden durch ein zentrales „Gehirn“ gesteuert und überwacht. Auf diesem Weg könnte der Verbund schnell auf Stromschwankungen reagieren und diese ausgleichen, ist sich Ralf Simon von der Transferstelle für rationelle und regenerative Energienutzung in Bingen sicher. Im Falle eines Engpasses sendet die Leitstelle via Internet oder Mobilfunk ein Signal an die angeschlossenen Notstromanlagen. Diese gehen daraufhin an und produzieren Energie, die sich äußerst gewinnbringend absetzen lässt, weil sie dringend benötigt wird.

Dieser Anblick könnte uns bald erspart werden

Dieser Anblick könnte uns bald erspart werden

Die virtuellen Kraftwerke können die bestehenden Netzstrukturen der zentralen Großkraftwerken nicht vollständig ersetzen. Allerdings eröffnet das Konzept die Chance, bestehende Strukturen des Energieversorgungssystems zu ergänzen und zu optimieren. Momentan stellen hohen Kosten für die zentrale Steuerung der virtuellen Kraftwerke und allgemeine Akzeptanzprobleme noch ein Hemmnis zur Verbreitung dieses zukunftsorientierten Konzeptes dar. Um das Ziel der dreißig prozentigen Einspeisung erneuerbaren Energiequellen in den Gesamtstromverbrauch zu erreichen, ist die Gewährleistung einer sicheren Versorgung jedoch unabdingbar. Aus diesem Grund stellt die Idee des virtuellen Kraftwerkes eine gelungene Alternative zu unabhängigen dezentralen Kleinkraftwerken dar.

Bilder: ©iStockphoto.com/Deejpilot

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