Google unter Druck – Buch-Deal wird geändert

US-Justizministerium kritisiert Google

US-Justizministerium kritisiert Google

Dem stark umstrittenen Arrangement zwischen Multi-Konzern Google und der amerikanischen Buch-Branche wird vorerst ein Riegel vorgeschoben. Nach dem das US-Justizministerium Einwände geäußert hatte, beantragten Autoren- und Verlegerverbände nun eine Verschiebung der geplanten gerichtlichen Anhörung. Das Vergleichsangebot von Google sollte Autoren für die Digitalisierung von Millionen von Büchern pauschal entschädigen.

Im Streit um die vorgesehene Online-Bücherei des Internetriesen Google geht es in die nächste Runde. Nach Informationen von WELT ONLINE baten Amerikanische Verlage und Autoren das zuständige Gericht die geplante Anhörung um einen Monat auf Anfang November zu verschieben. Grund dafür ist die Aufforderung des US-Justizministeriums an das mit der Sache befassten Gericht, die Vereinbarung abzulehnen. Die Schriftsteller-Vereinigungen begründeten ihren Verschiebungsantrag damit, dass sie vorab mit dem Justizministerium gemeinsam an strittigen Fragen arbeiten wollen. Die bisherige Vereinbarung zwischen Google und der Buchbranche räumt dem Internetriesen für 125 Millionen US-Dollar das Recht ein, Millionen von Büchern aus Universitäten und Bibliotheken einzuscannen und abzubilden.

Von der Einigung sind auch urheberrechtlich geschützte Bücher betroffen. Vor allem darum kam es zum Streit. Google-Wettbewerber wie Amazon und auch europäische Politiker und Verleger warnten mit Nachdruck vor einer Monopol-Stellung für Google. Dass die Einigung in der aktuellen Form nicht eingehalten werden kann, wurde mit der Ablehnungs-Aufforderung des US- Justizministeriums klar. Gründe dafür sind laut WELT ONLINE vor allem Urheberrechts- und Wettbewerbsbedenken seitens des Ministeriums.

Die deutsche Buchbranche begrüßt die Verschiebung der Anhörung: „Das ist ein guter Tag für das Urheberrecht“, sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gegenüber WELT ONLINE. Die Open Book Alliance von Googles Erzrivalen Microsoft zeigte sich ebenfalls sehr erfreut.

Urheberrechte durch Einmalzahlung außer Kraft?

Urheberrechte durch Einmalzahlung außer Kraft?

Google scannt bereits fleißig seit fünf Jahren, vor allem in den USA, aber auch in Europa. Die bisherige Sanftmut der EU und auch der US-Regierung gegenüber dem größten Datenschützer-Alptraum war für die Betroffenen enttäuschend. Nun scheint die wachsende Monopolstellung von Google endlich dafür gesorgt zu haben, dass auch das US-Justizministerium aufgewacht ist. Die Verschiebung der Anhörung lässt darauf hoffen, dass verletzte Urheberrechte vielleicht doch nicht für eine Pauschale zu legalisieren sind.

Eine Antwort zu Google unter Druck – Buch-Deal wird geändert

  1. Lara sagt:

    Ein Glück. Diese Schnarchnasen, wenn das mal noch nicht zu spät ist jetzt. das ganze Projekt sollte baden gehen, wie können manche Menschen sich nur von einem so unsympatischen Geizhals kaufen lassen

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