Nasa plant Atomkraftwerk auf dem Mond

Ein Atomkraftwerk auf dem Weg zum Mond?

Ein Atomkraftwerk auf dem Weg zum Mond?

Die Nasa beabsichtigt bis 2020 einen kleinen Atomreaktor auf dem Mond zu bauen. Ziel des waghalsigen Vorhabens ist es, die Energieversorgung für eine besetzte Mondstation zu sichern. Während die Nasa-Ingenieure bereits voller Eifer sind, stoßen die Bestrebungen aber auch auf Protest.

Atomstrom für Mondstation?

Das fast unrealistisch wirkende Vorhaben der Nasa könnte schon in naher Zukunft Wirklichkeit werden: Im Jahr 2020 will die Nasa nach Informationen von WELT ONLINE ein Atomkraftwerk auf dem Mond errichten. Bereits vier Jahre später soll die Station dauerhaft von Astronauten besetzt sein. Die dann ständig mit Strom versorgte Raumstation soll dann auch als Zwischenstation für die Besatzungsmitglieder von Weltraumexpeditionen dienen. Bereits jetzt führen Ingenieure der Nasa umfangreiche Tests in ihrem Forschungszentrum in Cleveland durch und geben sich höchst zuversichtlich. Laut WELT ONLINE sprechen die Forscher, die mit der Planung des Projektes befasst sind, von einem Reaktor der „sicher, verlässlich und effizient“ sein werde.

Lange Nächte lasssen Solarstromgewinnung nicht zu

Das Mini-Atomkraftwerk soll alternativ zur Solarenergie Strom liefern. Da Mondnächte bis zu 14 Tagen dauern können, würde die durch Sonnenkraft produzierte Energie nicht zur Versorgung der Station ausreichen. Ein ähnlicher Versuch fand bereits in den 60er Jahren statt, gelang allerdings nicht und wurde wegen Sicherheitsbedenken auch nicht wiederholt. Seit zwei Jahren bastelt die Nasa aber wieder an Ideen zur Errichtung von Kraftwerken auf anderen Planeten. Zur weltweiten Besorgnis, die das jetzige Vorhaben auslöst, äußerte sich Lee Mason, Ingenieur am Glenn Research Center in Cleveland und Forschungsleiter des Mond-Projekts, beruhigend gegenüber WELT ONLINE. Die Nasa sei nicht so naiv zu glauben, dass es in der Bevölkerung keine besorgten Reaktionen auf die Überlegung, einen Kernreaktor auf den Mond zu schießen, geben würde. Die Sicherheitsvorkehrungen seien jedoch extrem hoch und „ein Reaktorunfall beim Start ausgeschlossen“.

Realistisches Vorhaben oder Höhenflug?

Realistisches Vorhaben oder Höhenflug?

Begeisterung und Bedenken

Das waghalsige Projekt begeistert und verängstigt zugleich. Auf der einen Seite steht die Begeisterung, dass die Technik die Umsetzung eines solch utopischen Vorhabens möglich machen könnte – auf der anderen die Angst vor dieser Entwicklung und den möglichen Folgen. Einen Reaktorunfall beim Start von vornherein auszuschließen, wie es Lee Mason tut, erscheint unglaubwürdig. Die immer wieder als sicher bezeichnete Form der Energiegewinnung hat schon mehrmals das Gegenteil bewiesen. Fraglich ist auch, was mit dem anfallenden Atommüll passieren soll. Denn bei den extremen Bedingungen auf dem Mond erscheint eine Endlagerung eher schwierig. Den radioaktiven Abfall auf die Erde zurückzubringen, wo das gleiche Problem seit Jahrzehnten nicht gelöst werden kann, wäre ebenfalls kontrovers. Insofern bleibt zu hoffen, dass ein mit Gefahren behaftetes Vorhaben wie dieses erst gründlich durchdacht wird, bevor es in Angriff genommen wird.

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