RWE beendet Atomkraftwerks-Projekt in Bulgarien

RWE beendet riskantes KraftwerksvorhabenDer Essener Energieversorger RWE steigt aus dem bulgarischen Atomkraftwerks-Projekt Belene aus. RWE kündigte nach eigener Aussage den Kooperationsvertrag wegen ungelöster Finanzierungsfragen.

RWE war zu 49 Prozent an Belene beteiligt

Der Energieriese RWE war als strategischer Investor zu 49 Prozent an der Projektgesellschaft für das bulgarische Kernkraftwerk Belene an der Donau beteiligt. Nun bestätigte die Direktorin der staatlichen bulgarischen Energieholding (BEH), Galina Toschewa, ebenfalls die Kündigung des Joint Venture Agreements, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Grund für den Ausstieg sei neben der Wirtschaftskrise auch die unsichere Finanzierung von Belene, sagte Toschewa. Das Kraftwerk sollte laut Vertrag eigentlich bis 2015 von dem russischen Unternehmen Atomstroiexport erbaut werden. Sicherheitsbedenken bezüglich des russischen Anlagekonzeptes haben laut RWE bei der Entscheidung jedoch keine Rolle gespielt. Kritiker des Projekts hatten mehrmals vor dem Bau des Reaktors gewarnt, da Belene in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt.

Bulgarien sei nun dazu gezwungen, im Ausland nach neuen Investoren zu suchen, sagte die stellvertretende Wirtschafts- und Energieministerin Maja Hristowa laut der dpa. Außerdem soll nach einem Berater für das Milliarden-Vorhaben gesucht werden. Der Bau von Belene müsse nun für bis zu eineinhalb Jahre eingestellt werden.

„Sargnagel für die Atomenergie“

Während der Ausstieg von RWE aus dem Projekt in Bulgarien eine politische Debatte auslöst, sieht ihn die Umweltorganisation Greenpeace als beispielhaften Erfolg. In Brüssel bezeichnete Jan Haverkamp von Greenpeace den Entschluss von RWE als „Sargnagel für die Atomenergie“ und forderte Bulgarien auf, das Projekt vollständig zu beenden.

Hoffentlich nicht der zukünftige Anblick von BeleneRWE-Chef Großmann hat eingelenkt

RWE hat es in letzter Minute geschafft die Notbremse zu ziehen und aus einem der weltweit gefährlichsten Kernkraft-Projekten auszusteigen. Während Umweltorganisationen seit Bekanntwerden des Bauvorhabens Sturm laufen, war RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann lange Zeit unbeirrter Verfechter von Belene. Nun musste er sich anscheinend dem internen und externen Druck beugen – sicherlich nicht nur aus Gründen der Finanzierung.

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