Europa soll helfen urkrainische Gasschulden zu begleichen

Erneuter Gaskrieg?

Erneuter Gas-Krieg?

Um Europa auch diesen Winter eine sichere Gasversorgung aus Russland zu garnatieren, hat Regierungschef Putin eine Milliarde Dollar mehr gefordert. Diese soll das Transitland Ukraine dabei unterstützen, russische Gasrechnungen zu begleichen.

Putin warnt EU vor Lieferengpässen

Mit Beginn der kalten Jahreszeit ziehen eisige Töne aus Russland nach Westeuropa: Warnungen über mögliche Lieferengpässe beim Gas. Der russische Regierungschef Wladimir Putin warnt die EU vor eventuell auftretenden Problemen mit dem Gastransit durch die Ukraine, wie Spiegel-Online berichtet. In dem russischen Nachbarland verlaufen die wichtigsten Leitungen für die Gasversorgung vieler europäischer Länder, zu denen auch Deutschland gehört. Für eine lückenlose Versorgung soll die EU diesen Winter etwas tiefer in die Tasche greifen, fordert Putin. Grund dafür sind Gas-Schulden der Ukraine in Höhe von 338 Millionen Euro gegenüber Russland. Brüssel ist in diesem Zusammenhang momentan allerdings zurückhaltend – einen Gaskrieg wie Anfang des Jahres erwartet dort wohl noch niemand.

Ukraine unzufrieden mit Gasverträgen

Stein des Anstoßes sind fortdauernde Unstimmigkeiten zwischen Russland und der Ukraine: Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko ist noch immer unzufrieden mit den im Januar zwischen Putin und Kiews Regierungschefin Julia Timoschenko beschlossenen Gasverträgen. Die Russen erhalten nach diesen Verträgen viel zu hohe Abgaben von der Ukraine. Er fordert nun neue Verträge und will darüber hinaus die Transitgebühren für die Europäer erhöhen. In Moskau hört man das gar nicht gern. Hinzu kommen unbezahlte Gasrechnungen der Ukraine.

Der Ukraine droht möglicherweise ein erneuter Gaskrieg mit seinen russischen Nachbarn, der wiederum verheerende Auswirkungen für die Gasversorgung Europas haben könnte. Putin möchte diesen nach eigener Aussage allerdings vermeiden und nimmt daher Brüssel ins Visier. Die EU habe nach seiner Meinung finanzielle Hilfszusagen nach dem letzten Gas-Streit nicht erfüllt. Bei einem Besuch des dänischen Regierungschef Lars Loekke Rasmussen in Moskau sagte Putin, Russland habe schon 2,5 Milliarden Dollar bezahlt, „ein Milliärdchen sollten auch Sie erübrigen können, Sie haben doch Geld.“

Gasherd-Flamme

Die Abhängigkeit von russischem Gas wird immer mehr zum Problem

„Gas-Putin“ scheint zu wissen, wie er den Westen unter Druck setzen kann und spielt seine Trümpfe geschickt aus. Europa deckt immerhin rund 25 Prozent seines Gesamtgasverbrauchs mit russischem Erdgas, in Deutschland sind es sogar 37 Prozent. Mit dem in diesem Jahr beschlossenen Bau der von Russland unabhängigen Pipeline „Nabucco“ will sich Europa endlich unabhängiger machen. So soll dem russischen Gas-Königreich Gazprom ein Stück Macht entzogen werden, um so einen langwierigen und mittlerweile unsachlichen Streit zu beenden.

Bilder: ©iStockphoto.com/Luso

Einen Kommentar hinterlassen