China disqualifiziert EU mit neuer Pipeline

Gasversorgung

Neue Gaspipeline führt nach China

Mit der Eröffnung einer neuen Gas-Trasse lässt China die EU alt aussehen. Gemeinsam mit den Präsidenten der zentralasiatischen Republiken Usbekistan, Turkmenistan und Kasachstan eröffnete der chinesische Staatschef Hu Jintao nun die über 1800 Kilometer lange Pipeline.

Über Usbekistan und Kasachstan gelangt das Gas nach China

In Turkmenabat, einem Ort im Osten Turkmenistans, würde die neue Gas-Pipeline nach China Anfang der Woche feierlich in Betrieb genommen, wie die Agentur Itar-Tass berichtet. Bis zu 40 Milliarden Kubikmeter Gas sollen künftig jedes Jahr durch Usbekistan und Kasachstan nach China gepumpt werden. Der nun geschlossene Vertrag erstreckt sich auf eine Dauer von 30 Jahren.

Bisher pumpte Turkmenistan nur Gas nach Russland und in den Iran. Der Vertrag mit China wurde jedoch bereits im April 2006 beschlossen. China will so versuchen, seinen steigenden Bedarf an Rohstoffen zu tilgen, um ein schnelles Wirtschaftswachstum weiterhin zu gewährleisten.

EU strebt Unabhängigkeit vom russischen Gas an

Auch die EU strebt seit Jahren mehr Unabhängigkeit vom russischen Gas an. Mit der geplanten „Nabucco“-Pipeline durch Aserbaidschan wollte sich Europa ein Stück weit der Willkür des russischen Gasmonopolisten Gazprom entziehen. Angesichts der neuen Verpflichtung gegenüber Moskau und China werde Turkmenistan nun jedoch nicht mehr genügend Gas für das „Nabucco“-Projekt übrig haben, sagte der Präsident der russischen Gasgesellschaft, Waleri Jasew, laut der Nachrichtenagentur dpa.

Gasversorgung

Neue Gaspipeline führt nach China

„Nabucco“ sollte Gazprom Macht entziehen

Die Chancen für „Nabucco“ stehen schlecht. Das Pipeline-Projekt sollte ein Baustein sein, Importe breiter zu streuen und sich nicht ausschließlich der Willkür von Gazprom auszusetzen. Es ist absehbar, dass der Importbedarf weiter steigen wird, denn die Möglichkeiten zur Eigenförderung in Europa werden immer knapper. Bereits jetzt deckt die EU rund ein Viertel seines Gasbedarfs mit russischem Gas. Mit „Nabucco“ sollte Gazprom ein Stück Macht im Hinblick auf die Preissetzung entzogen werden – so hätte auch der Verbraucher langfristig profitieren können. Nun scheint das Vorhaben jedoch gefährdet. Es bleibt abzuwarten, ob „Nabucco“ nun noch eine Chance hat oder ob die künftige Versorgung Europas vielleicht auch von den beiden anderen Pipeline-Projekten „Nord Stream“ und „South Stream“ getragen werden wird. Beide Projekte sehen eine direkte Versorgung aus Russland vor. So würde zwar die Gefahr eines erneuten russisch-ukrainischen Gasstreits umgangen, die gewünschte Unabhängigkeit läge jedoch in weiter Ferne.

Bilder: ©iStockphoto.com/Luso

Eine Antwort zu China disqualifiziert EU mit neuer Pipeline

  1. Sina sagt:

    Die Chinesen wollen die Weltherrschaft. angsam werden sie in vershciedensten Bereichen gefährlich. Gas-Unabhängigkeit ist erstmal gelaufen. Den Klimagipfel haben sie ebenfalls regelrecht sabotiert. Wo soll das hinführen udn ist es nicht eher schwach, wenn man statt für etwas zu stehen sich nur blockativ quer stellt?

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