Die Verlierer der Kopenhagen-Pleite

Kraftwerk neben Windrad

Die Klimafrage spaltet die Nationen

Der Weltklimagipfel in Kopenhagen endete ohne ein verbindliches Klimaschutzabkommen. Die einen wurden vorgeführt, die anderen müssen bereits in naher Zukunft unter den Folgen der globalen Erwärmung leiden. Umweltschützer setzen nun auf neue Verhandlungen. Doch das Kopenhagen-Desaster wirft einen langen Schatten auf die Rettungsversuche ambitionierter Umweltschützer.

Ohne ein global verbindliches Klimaabkommen zur Begrenzung der umweltschädlichen CO2-Emissionen drohen der Erde dramatische Folgen. Der Weltklimagipfel in Kopenhagen endete als ein totales Fiasko – es wurden weder verbindliche Werte beschlossen, noch der Weg für ein späteres Abkommen geebnet. Die Folgen der globalen Erwärmung werden alle Staaten zu spüren bekommen. Es gibt jedoch einige, die bereits in naher Zukunft ihrer Lebensgrundlage beraubt werden könnten. So zum Beispiel kleine Inselstaaten wie die Malediven oder Tuvalu, denn sie drohen im wahrsten Sinne des Wortes zu versinken. Sie forderten in Kopenhagen eine Deckelung des Temperaturanstiegs auf maximal andertalb Grad – und scheiterten. Die bisherigen Zugeständnisse der Staaten werden nach Schätzungen verschiedener Forscher jedoch zu einem Temperaturanstieg von bis zu 4 Grad führen, wie SPIEGEL ONLINE berichtet.

Die politischen Großmächte wollten den Rest der Welt wenigstens von einem Minimalkompromiss überzeugen. Doch statt eine verbindliche Einigung zu erzielen, wurden sie bis auf die Knochen blamiert, obwohl sie bis zuletzt versuchten ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Barack Obamas Besuch in Kopenhagen wurde groß angepriesen, brachte de facto jedoch nichts. Dass selbst er keine verbindlichen Zugeständnisse machte, war sehr ernüchternd. Die totale Kompromisslosigkeit Chinas machte ein verbindliches Abkommen wohl gänzlich unmöglich

Kraftwerk neben Windrad

Keine Einigung in Kopenhagen

Die EU wollte für den Klimaschutz kämpfen und erreichte nichts. Auch die UNO stieß an ihre Grenzen. Kleine Staaten wurden nicht erhört und mit ihren Problemen allein gelassen, während andere zu keinem Kompromiss bereit waren, besonders China. Dänemark hätte sich gewünscht am Ende des Gipfels die Weltrettung verkünden zu können – beschlossen in Kopenhagen. Stattdessen gehören sie nun ebenfalls zu den Versagern. Zum Scheitern verurteilt durch den eigenen Premier Lars Løkke Rasmussen, der trotz einer völlig destruktiven Verhandlungsführung als Gipfelpräsident erst viel zu spät zurücktreten musste. Das nachhaltige Versagen in Kopenhagen war das Ergebnis chaotischer Verhandlungen. Der Klimagipfel, der alles retten sollte, kam zu keinem Ergebnis und kostete viel Geld das wohl besser in den Umweltschutz investiert worden wäre. Im November nächsten Jahres wird ein weiteres Treffen in Mexiko stattfinden, das hoffentlich mehr zur Klimarettung beitragen kann, als die Kopenhagener Chaostage.

Bilder: ©iStockphoto.com/Deejpilot, Andreas Weber

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