In der gesetzlichen Krankenversicherung haben einige Krankenkassen steigende Zusatzbeiträge bestätigt. Die Branche rechnet damit, dass es weiter zu Beitragserhöhungen auf breiter Frost kommen wird. Die Vorstandschefin des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, sagte gegenüber dem Deutschlandfunk, dass fast alle gesetzlich Versicherten spätestens im nächsten Jahr mit Zusatzzahlungen konfrontiert werden.
Riesen-Defizit kaum zu bewältigen
Mit einem Defizit von 7,8 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) kaum noch Spielraum. Laut Experten wird zur Jahresmitte jedes zweite der rund 51 Millionen Kassen-Mitglieder von einem Zusatzbeitrag betroffen sein. Insgesamt sind in Deutschland 51 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Mit den beitragsfrei Mitversicherten kommt die GKV auf rund 70 Millionen Versicherte.
Kritik am Gesundheitssystem vorprogrammiert
Indes macht sich die Branche Sorgen um wechselwillige Mitglieder – der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten, Wolfram-Arnim Candidus, riet davon ab, wegen der Zusatzbeiträge die Kasse zu verlassen. Ob man dann besser wegkomme, wisse man nicht. Nur auf die Einnahmen und Ausgaben zu reagieren, sei falsch. Die Politik traue sich nicht, die Strukturen zu verändern und das Gesundheitswesen effizienter zu machen. Die Wohlfahrtsverbände kritisierten die Zusatzbeiträge wiederum als unsozial. Arbeitnehmer und Rentner würden noch stärker belastet, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der «Frankfurter Rundschau».

Krankenkassen kämpfen mit Defizit in Millardenhöhe
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte
Während sich Gesundheitsbranche, Regierung und Wohlfahrt streiten, geht die Private Krankenversicherung als Sieger hervor. Hier gibt es im neuen Jahr auch steuerliche Vorteile. Durch das neue Bürgerentlastungsgesetz sinkt der Beitrag nach Steuern für die privat Versicherten erheblich. Da in Deutschland Krankenversicherungspflicht besteht, kann der Versicherte einzig durch einen Wechsel der Versicherung weiteren Zusatzbeiträgen entgehen. Kein Wunder also, dass die privaten Krankenkassen immer mehr Mitglieder zählen, wird man doch als Privatpatient bekanntlich auch besser behandelt.
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Leider wird sich die Wohlstandsschere weiter auseinander klappen.
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