Nach über 30 Jahren werden die USA erstmals wieder auf Atomkraft setzen. Anfang der Woche bestätigte Präsident Barack Obama die Vergabe einer staatlichen Bürgschaft in Höhe von acht Milliarden Dollar für den Bau zweier Atomreaktoren in einem bereits existierenden Kraftwerk in Burke im Bundesstaat Georgia.
CO2-Emissionen reduzieren – Klimawandel entgegenwirken
Angesichts des steigenden Energiebedarfs und der Klimaerwärmung setzten die USA wieder auf Kernkraft. Der Bau der zwei Reaktoren ist erst der Anfang. Folgen sollen weitere Kernkraftwerke – durch mehr Atomenergie soll die Nutzung fossiler Brennstoffe reduziert werden. Um die durch Kohle entstehenden CO2-Emissionen zu reduzieren und dem Klimawandel entgegenzuwirken, will Obama die Nutzung von Atomkraft in den kommenden Jahren verdoppeln. Aber auch der Einsatz erneuerbarer Energiequellen werde in den nächsten Jahren verdoppelt, sagte Obama Anfang der Woche in Maryland.
Atomkraft – sicher und sauber?
Über die Aussage des Präsidenten, dass neue, „sichere und saubere“ Atomkraftwerke von Nöten seien, lässt sich durchaus streiten. Denn sauber ist Atomenergie wohl kaum, ist da doch das klitzekleine Problem mit der Endlagerung atomarer Abfallstoffe. Von sicher kann auch keine Rede sein, hatten die USA doch selbst nach einem Reaktorunfall im Jahr 1979 beschlossen, keine weiteren Atomkraftwerke zu bauen.

Läst sich der Ausbau der Ökoenergien mit der Atomkraft vereinbaren?
Handschlag mit den Republikanern
Gleichzeitig sieht Obamas Energiepolitik aber auch den Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine Art Handel mit Emissionsrechten nach europäischem Vorbild vor. Stimmt der US-Senat dem Klimaschutzgesetz des Präsidenten zu, so kann man auf die weiteren Entwicklungen in der US-Klimapolitik gespannt sein. Ob die Gratwanderung zwischen Umweltschutz und Energiekonsum gelingt, steht noch in den Sternen. Auf jeden Fall gelingt es dem US-Präsidenten schon jetzt, überparteiliche Entscheidungen zu treffen, bedenkt man doch, dass die Forderung nach neuer Atomenergie von Seiten der Republikaner kommt. Nun bleibt zu hoffen, dass die Opposition den Handschlag annimmt und als Gegenzug Obamas Klimaschutzziele unterstützt.
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Im Wahlkampf ist es einfach ehrenswerte Ziele zu haben, die Realität holt einen aber meistens ein…