Der gläserne Mensch und die Ambivalenz des Datenflusses

Google

Google Buzz gerät ins Visier der Datenschützer

Mit Google Buzz steig Anfang Februar der Suchmaschinengigant in das Kurznachrichten-Geschäft ein – und kassierte sofort Kritik von Seiten der Verbraucherschützer. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner wirft dem Dienst massive Verletzungen der Privatsphäre seiner Nutzer vor. Denn Google Buzz ist in den Email-Dienst Gmail integriert und hat Kontaktdaten aus den Email-Konten seiner Nutzer ohne explizite Freigabe an Buzz weitergegeben.

Data Mining vs. Datenschutz

Google Buzz steht nicht allein im Mittelpunkt der jüngsten Bemühungen der Verbraucherschützer. Auch andere soziale Netzwerke kommen immer wieder in die Kritik, Nutzerdaten nicht nur zu speichern, sondern auch für eigene Zwecke zu nutzen oder gar an unbefugte Dritte weiterzugeben. Die Grenzen des Datenschutzes werden immer häufiger ausgetestet. Das sogenannte Data Mining wird laut WirtschaftsWoche in den kommenden Jahren sogar noch weiter gehen und die virtuelle Welt mit der realen verknüpfen. Den Möglichkeiten der Datennutzung sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Von der Handy-Zahlung an der Kasse, über dem ticketlosen Fahren, das die Deutsche Bahn zur Zeit unter dem Namen „Touch und Travel“ testet, bis hin zur Anwendung für Rettungs- und Pannendienste, die immerzu wissen, wo sich die verunglückte Person befindet.

“Big brother” is watching you

Neue Technologien wie der RFID-Chip, der ab November bundesweit in Personalausweisen stecken wird, bringen mehr Sicherheit, Effizienz und große Chancen für beinahe alle Wirtschaftszweige. Die mehr oder weniger unerwünschte Nebenwirkung ist der „gläserne Mensch“. Denn auch das letzte Hemd hat der Verbraucher unbemerkt bald schon ausgezogen. Nicht nur Netzwerke wie Facebook und Twitter, sondern auch die Lebensmittelkasse, die Bahn und auch die Bank werden in naher Zukunft alle Geheimnisse des Verbrauchers kennen. Mal abgesehen von den unzähligen Missbrauchsmöglichkeiten, ist schon die legale Datennutzung besorgniserregend. Denn spätestens wenn ein Algorithmus über das Schicksal von realen Menschen entscheidet, ist es vorbei mit der Menschlichkeit. Der erste Schritt in diese Richtung ist jetzt schon getan – unbemerkt bringen Kontaktbörsen und Netzwerke im Internet mehr Distanz als Nähe in unser Leben.

Digitale Welt

Die Grenze zwischen real und digital wird immer schmaler

Neuen Technologien den Kampf ansagen?

Was können wir aber tun, um diesem Datenfluss zu entkommen? Um unser Leben vor fremden Blicken und aufdringlichen Verkaufsangeboten zu schützen? Asketisch in die Berge ziehen und sich dem virtuellen und technologischen Fortschritt versperren wäre da eine Möglichkeit. Als zweites bleibt noch die Anpassung an das wachsame Auge von „Big brother“. Wer schnell lernt, damit umzugehen und sich den Datenfluss zu Nutze zu machen, wird wohl zu den Gewinnern der neuen Weltordnung gehören.

3 Antworten zu Der gläserne Mensch und die Ambivalenz des Datenflusses

  1. Claudia sagt:

    Das Recht auf Datenschutz sollte im Grundgesetz stehen! Petition: Grundgesetz – Festschreibung des Datenschutzes als Grundrecht vom 05.02.2010 online mitzeichnen!!!

  2. christine grabs sagt:

    Es bereitet mir ein Unbehagen, überhaupt noch etwas mit einer EC Karte einzukaufen, oder beim Arzt meine Krankenkassenkarte vorzuzeigen, bald wird Elster auch noch die Kommunikation zwischen Arbeitgeber, Finanzamt und der ARGE oder Familienkasse – und was weiß man schon, welche Daten wirklich auf den Chips verborgen sind. Der moderne Mensch – wir sind ja alle so spontan und frei – ist nur noch ein Häufchen Elend, völlig bewacht und kontrolliert. Ich schreibe dies, schon in entschärfter Form, richtig getobt habe ich, als ich bei der Deutschen Bank mein Konto ausgleichen musste, und wirklich alles – einfach alles hinterfragt und bewertet wurde. Warum ich wann wieviel gekauft habe, einfach mein ganzes finanzielles Desaster auf einen harten Stein gehauen. Ich war nach dem Gespräch richtig down.

  3. christine sagt:

    Es bereitet mir ein Unbehagen, überhaupt noch etwas mit einer EC Karte einzukaufen, oder beim Arzt meine Krankenkassenkarte vorzuzeigen, bald wird Elster auch noch die Kommunikation zwischen Arbeitgeber, Finanzamt und der ARGE oder Familienkasse – und was weiß man schon, welche Daten wirklich auf den Chips verborgen sind, erleichten. Der moderne Mensch – wir sind ja alle so spontan und frei – ist nur noch ein Häufchen Elend, völlig bewacht und kontrolliert. Ich schreibe dies, schon in entschärfter Form, richtig getobt habe ich, als ich bei der Deutschen Bank mein Konto ausgleichen musste, und wirklich alles – einfach alles hinterfragt und bewertet wurde. Warum ich wann wieviel gekauft habe, einfach mein ganzes finanzielles Desaster auf einen harten Stein gehauen. Ich war nach dem Gespräch richtig down.

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