Wolken am Solarhimmel: Koalition beschließt Kürzung der Förderung

Solarstrom

Schwarz-Gelb kürzt Solarförderung

Nach monatelangen Diskussionen hat sich Schwarz-Gelb auf die Kürzung der Solarförderung verständigt. Demnach wird die Förderung neuer Solaranlagen auf Dächern mit Wirkung zum 1. Juli 2010 um 16 Prozent gekürzt. Nachdem bereits zum Jahresanfang die Solaranlagen-Betreiber 9 Prozent weniger Förderung hinnehmen mussten, sind die Einbußen nun insgesamt auf fast 25 Prozent angestiegen. Neue Solaranlagen auf Ackerflächen werden ab Juli nur noch in Ausnahmefällen gefördert.

Solarbranche sieht Insolvenzwelle anrollen

Deutlich weniger Solarförderung – die Entscheidung der Koalitionspartner hat zu scharfer Kritik seitens der Solarbranche geführt. Der Bundesverband Solarwirtschaft befürchtet, dass durch die hohen Fördereinbußen Arbeitsplätze verloren gehen und Pleiten drohen. Gerade der „Billigmacher im Solargeschäft“, die Freiflächenanlagen, werde zurechtgestutzt, so der Solar-Projektentwickler juwi gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. Trotz zahlreicher Demonstrationen in ganz Deutschland will die Koalition die Änderungen zügig durch Bundesrat und Bundestag bringen. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche (CDU), sagte Mitte der Woche nach dpa-Angaben, Unternehmen, Handwerk und Verbraucher brauchten jetzt Planungs-Sicherheit.

Sonnenenergie

Schlupfloch: Solarstrom für den Eigenbedarf weiter lukrativ

Hohe Kosten durch Überförderung

Strom aus Sonnenkraft ist teuer und weiterhin ein Nischenprodukt, dem die staatliche Förderung in den letzten Jahren zu einem enormen Hoch verhalf. Weniger als ein Prozent des Endenergieverbrauchs wird durch Solarstrom gedeckt. Durch die erhöhte Einspeisevergütung erlebte die Branche jedoch goldene Zeiten. Die installierte Fläche stieg in der jüngsten Zeit sprunghaft an und führte zu einer Überförderung. Die Folgekosten für den Verbraucher gehen von Jahr zu Jahr weiter in die Höhe und sind kaum noch finanzierbar. Positiv für die Branche ist hingegen die weiterhin hohe Förderung des Eigenverbrauchs von Sonnenenergie. Jeder Anlagenbetreiber soll künftig eine Vergütung von bis zu 41 Cent pro kW erhalten, wenn er seinen Sonnenstrom selbst verbraucht.
Bild © Thaut Images – Fotolia.com

2 Antworten zu Wolken am Solarhimmel: Koalition beschließt Kürzung der Förderung

  1. Tobi sagt:

    Na bloß gut wurden in den letzten 3 Jahren soviele Firmen in der Solarbranche aufgebaut, soviele Arbeitsplätze in gerade strukturschwachen Regionen geschaffen, damit nun wieder alles verändert wird! so hört es sich zumindest an! Auf der anderen Seite subventioiniert die Politik soviel und irgendwann ist doch jede Milchkuh mal leer! Aber wenn die Hartz4 Sätze angehoben werden, muss ja auch Geld da sein ;)

  2. Tim sagt:

    Es ist eine schwierige Diskussion. Die erneuerbaren brauchen eine Unterstützung, damit sie sich nach und nach weiter entwickeln kann, bis sie schließlich auch in der Realität wettbewerbsfähig sind (wenn man die Klimasünden in Rechnung stellen würde, wären sie es schon heute). Ich finde für die EE auch das Arbeitsplatzargument sehr wichtig. Hoffen wir mal, dass die Auswirkungen nicht so drastisch sind.

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