Aktuelle Benzinpreise in der Kritik

Benzinpreis erreicht Jahreshoch

Benzinpreis gestiegen

Benzinpreise auf Jahreshoch

Die Spritpreise werden immer teurer – auch wenn diese Aussage schon altbekannt ist, hat der derzeitige Preisanstieg mehr als nur ein Stirnrunzeln der Endverbraucher gefordert. Aktuell befindet sich der Benzinpreis auf einem neuen Jahreshoch. So kostet der Liter Superbenzin momentan 1,43 Euro – was stolze 13 Cent teurer ist als noch vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Der Preis für Diesel beläuft sich derzeit auf 1,21 Euro. Der enorme Preisanstieg stößt auf Kritik des Automobilclubs ACE. So kritisierte Wolfgang Rose, Präsident des Auto Club Europa in der Bild, dass es dafür keine wirtschaftlich begründete Erklärung gäbe. „Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund, die Preise für Kraftstoffe weiter zu erhöhen.“ Anstelle einer Erhöhung der Preise müsste eher ein Rückgang zu beobachten sein, denn während das Fass Rohöl noch vor zwei Jahren 150 Dollar gekostet habe, liegt der Preis heute bei nur noch 80 Dollar. Dies würde keineswegs den Anstieg der Benzinpreise rechtfertigen.

Mineralölwirtschaftsverband vs. ACE

Laut Branchenexperten werden zu hohe Preise für Benzin verlangt. Durchschnittlich seien 5 Cent pro Liter über dem Preis, der – verglichen mit Rohöl und Dollar – eigentlich dafür berechnet werden dürfte. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) rechtfertigt sich damit, dass für den Benzinpreis auf dem Rotterdamer Großmarkt deutlich höhere Einkaufskosten verlangt werden und sich der Benzinpreis damit allein in den letzten 5 Monaten um ca. 10 Cent den Liter verteuert habe. Weiterhin werde mit Beginn der Autosaison („driving season“) eine steigende Nachfrage aus den USA erwartet. Der ACE verlangt dagegen Maßnahmen von der Politik, die Oligopolstellung der Großkonzerne einzuschränken. Die EU-Staaten müssten handeln und die Konsumenten vor Wucherpreisen schützen. Wettbewerb müsse geschaffen werden!

Kampf um günstiges Benzin – ein Erfahrungsbericht

Seit diesem Dienstag kündigen die Anzeigeschilder der Tankstellen nichts Gutes an, was den ein oder anderen bereits im Voraus veranlasste, den Tank noch einmal so richtig voll zu machen und wenn möglich sogar Reservekanister bis an den Rand mit Treibstoff zu füllen. An manchen Tankstellen entstand ein regelrechtes Gerangel um den letzten Tropfen Benzin zum günstigeren Preis von 1,30 Cent. Denn während die eine Tankstelle bereits den Gashahn zum billigen Benzin zugedreht hatte, hatte man in der Tankstelle um die Ecke noch die Gelegenheit, für vergleichsweise wenig Geld sein Auto zum Rollen zu bringen.

Doch selbst in der heutigen düsteren Zeit für Autofahrer gibt es einen kleinen Trost: Wer in der Regel zum Wochenwechsel seinen Tank füllt, kann ein paar Cents bei den Benzinpreisen sparen!
©iStockphoto.com/alexsl

3 Antworten zu Aktuelle Benzinpreise in der Kritik

  1. SunShineJ sagt:

    Zum Glück wird nun das Wetter wieder besser … es lohnt sich also noch wieder zum Drahtesel zu greifen.

    Die Politik kann eben nichts gegen diese Strukturen machen … oder will es nicht

  2. Steffi sagt:

    Ich kenne kaum ein anderes Land, in dem die Spritpreise so hoch sind. Die Steuer muss runter!

  3. @krib DAT sagt:

    ich habe in der letzten Zeit unterschiedliche Analyseprogramme
    für den Energiesektor entwickelt und bin der Meinung, dass durch die
    Eröffnung der ersten Ölpipeline zwischen Russland und China ab 3.01.2011 unsere Ölpreise jetzt richtig in die Höhe gehen. Ab Ende 2015 sollen dann auch noch vom Energiekonzern Gazprom jährlich 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas an die staatliche China Petroleum geliefert werden. Denn nun will Moskau den Öl + Gasverkauf auf den asiatisch-pazifischen Märkten ausweiten und damit seine Abhängigkeit von europäischen Kunden verringern. Diesbezüglich werden in Zukunft enorme Energie Preisveränderungen auf uns zu kommen.

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