Das Internet: Medienimperium oder Dummheit 3.0?

Surfen

Internet-Debatte erhitzt die Gemüter

Neues Medium – neue Regeln. Das forderten im September letztes Jahres 15 bekannte deutsche Blogger in ihrem Internet-Manifest. Das Werk enthält 17 Thesen zum Journalismus von heute: Von „Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information“ über „Tradition ist kein Geschäftsmodell“ bis hin zu „Die Freiheit des Internet ist unantastbar“ zielen die Grundsätze auch auf das Internetgebaren von Verlegern, Wirtschaft und Politik. Buchautor Markus Reiter vertritt mit seinem Buch „Dumm 3.0“ die gegenteilige Meinung und sagt das Internet sei „ein riesiger Misthaufen“.

Internet = Ende der Demokratie?

„Das Internet verkürzt, vereinfacht und schafft eine neue Realität“, schreibt Reiter in seinem Buch. Menschen falle es schwer, Informationen zu bewerten. Wer im Internet surfe, müsse aber auswählen. Dabei könnten die meisten Menschen zwar Wissen anhäufen, aber nicht selektieren. Kommentieren, twittern, Videos einstellen – hier sieht der Autor ebenfalls eine Gefahr, denn jeder kann sich ins Internet einbringen. Doch laut Reiter werde Demokratie im Netz nicht gelebt, sondern zerstört.

Ähnliche Inhalte, keine Vielfalt

„Die Internet-Anonymität ist eine gefährliche Grundlage“, so Reiters Urteil gegenüber der HNA. Anonyme Plattformen würden extreme und ausgeartete Inhalte erlauben. Und auch sonst sei die Wahrnehmung gestört und nicht objektiv. Das zeige auch das Beispiel Facebook. Indem man Artikel-Empfehlungen von Facebook-Freunden erhält, ist von Vornherein ein bestimmter Inhalt ausgewählt und es kommt keine kritische Auseinandersetzung zustande. Man lese nur noch Artikel, die sowieso der eigenen Meinung entsprächen, so Reiter.

Digitale Internetnutzung

Das Internet ist die Welt ist das Internet - oder doch nicht?

Dummes Internet oder dumme Menschen?

„Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet“, heißt es unter Punkt Drei des Internet-Manifests. Und schon allein diese Aussage lässt alle Argumente des Buchautors blass aussehen. Denn wie kann eine Gesellschaft durch ihr eigenes Schaffen verdummen? So wie man früher unbequeme Bücher verbrannt hat, will man heute das Internet zensieren und die Menschen ihrer Meinungsfreiheit berauben. Vielleicht sind Teile des Internets tatsächlich „Misthaufen“, aber zu einer freien Gesellschaft gehört auch extremes Denken. Wer sich dadurch gestört fühlt, kann jederzeit nach China auswandern und einer etwas anderen Internet-Kultur frönen.

2 Antworten zu Das Internet: Medienimperium oder Dummheit 3.0?

  1. loa sagt:

    Das internet gehört trotz aller mängel doch nun mal ziu unser aller leben! ich stimme ja zu, dass man wenig kontrolle hat,ich wünschte ich könnte mein Kind besser kontrollieren, aber letztendlich wird das internet nun nicht mehr uns unserem Leben ausradiert und es kann auch nicht ein “Internet restricted” geben, es sei denn wir werden ein zweites China. LOL!

  2. Internet Freak sagt:

    Ein sehr kontroverses Thema, wie ich finde…Das Internet hat klare Vor- und Nachteile. Aber unter Srich betrachtet muss ich loa rechtgeben. Ohne Internet würde heutzutage einfach nichts mehr funktionieren!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

Gravatar
WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.