Die Debatte um den deutschen Atomausstieg verläuft sich in diesen Tagen in einem Kompromiss. Während einige Meiler bereits im kommenden Jahr vom Netz genommen werden sollen, werden die Restlaufzeiten für andere Kraftwerke um bis zu vierzehn Jahre ausgedehnt. Die letzte Entscheidung über die Restlaufzeiten will die Bundesregierung jedoch erst nach der Sommerpause treffen.
Erhitzte Gemüter in der Atomdebatte
Während ein angeblicher Zusammenschluss verschiedener Bundestagsabgeordneter der Regierungsfraktionen gemeinsam mit einigen süddeutschen Ländern und dem Bundeswirtschaftsministerium laut dem Magazin „Spiegel“ Laufzeitverlängerungen von rund vierzehn Jahren durchsetzen will, strebt Bundesumweltminister Norbert Röttgen weitaus kürzere Fristen an. SPD-Chef Sigmar Gabriel griff Röttgen trotzdem direkt an und sagte gegenüber „Spiegel Online“, der Bundesumweltminister sei entweder zu schwach, um sich gegen die Atomfans in seiner Partei durchzusetzen, oder der Wiedereinstieg in die Kernenergie sei allen Sonntagsreden zum Trotz sein persönliches Ziel. Die Vorsitzende der Grünen Claudia Roth machte der Atomindustrie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa den Vorwurf, ein „unverantwortliches Atom-Roulette“ zu spielen. Die Kraftwerksbetreiber schlugen einen Vertrag mit der Bundesregierung vor, der neben den verlängerten Laufzeiten auch Zahlungen seitens der Stromerzeuger an den Bund vorsieht, mit denen zusätzliche Gewinne abgeschöpft werden sollen.

Nationales Energiekonzept mit Spannung erwartet

Nationales Energiekonzept mit Spannung erwartet
Atomkraft – eine Imagefrage?
Inwiefern die Bundesregierung sich den Interessen der Energieriesen beugen wird, bleibt abzuwarten. Eine endgültige Entscheidung soll erst nach der Sommerpause getroffen werden. Auch die Brennelementesteuer wird von der Koalition weiter verfolgt – die Entscheidung steht ebenfalls noch für dieses Jahr an. Wie das Energiekonzept der Bundesregierung genau aussehen wird, ist noch unklar. Das Konfliktpotential dieses Meilensteins in der deutschen Energiepolitik darf jedoch schon jetzt als brisant eingeschätzt werden. Atomenergiegegner befürchten – wahrscheinlich zu Recht – dass sich die Regierung der Wirtschaft beugen könnte. Hatte man noch vor 32 Jahren im Atomkonsens den Atomausstieg geplant, so ist nun der „Ausstieg vom Ausstieg“ bereits beschlossene Sache. Die folgende Entscheidung ist eine Imagefrage und betrifft auch die Autorität und Glaubwürdigkeit der Bundesregierung.
Bilder ©iStockphoto.com/Inkout, Deejpilot

Die Debatte finde ich witzlos. Die Atommeiler sollten so lange laufen wie sie sicher sind. Schließlich sind da unglaubliche Summen reingeflossen und es wäre schlicht Verschwendung, die vorzeitig abzuschalten. Die vielen Ökofans sollten mal berücksichtigen, dass Ökostrom in Deutschland zum einen übersubventioniert wird – ein Wirtschaftszweig, der sich selbst nicht tragen kann, wird auch nach Abschalten der Atommeiler nicht rentabel sein. Und zum zweiten ist die Technologie, so z.b. die Specherung von Windenergie, noch lange nicht ausgereift.
ne frechheit….
@atomhengst: Wie ist es denn derzeit um die sicherheit der deutschen meiler bestellt? Ich erinnere mal an wiederholte probleme in diesem und im letzten jahr. Die wirtschaftlichkeit der meiler ist auch nicht ohne weiteres gegeben. Die steuern, die du für die lagerung von atomschrott zahlst (falls du überhaupt zu den steuerzahlern gehörst), übertreffen die subventionen für den ausbau regenerativer energien in deutschland ganz locker.
@lothar: Selbstverständlich hat jede Art der Energiegewinnung Nachteile – der atomare Müll muss natürlich fachgerecht entsorgt werden und diese Frage ist in Deutschland noch nicht gelöst. Aber daher wird die Atomkraft auch als “Brückentechnologie” bezeichnet. Und das ist sie auch. Was glaubst du denn, wo dein Strom aus der Büchse herkommen würde, wenn alle 17 Atommeile morgen gleichzeitig abgeschaltet werden? Ideologie und Umweltschutz sind ja schön und gut, aber keiner von euch Umweltschützern ist bereit, dafür auf seinen Lebensstandard zu verzichten. Oder würdest du ohne Strom und Warmwasser leben wollen, um dafür keinen Atommöll zu produzieren?