Atomkraftgegner kündigen einen heißen Herbst an, Kraftwerksbetreiber drohen bereits und die Bundeskanzlerin versucht krampfhaft, Haltung zu wahren. Die Atomfrage spaltet die Nation – oder?
Regierung ist für Laufzeitverlängerungen
Die Regierungskoalition will die deutschen Atomkraftwerke länger am Netz lassen, als es bisher vorgesehen war. Wie lange genau ist noch immer unklar. Bekannt ist jedoch, dass die Kraftwerksbetreiber eine Gegenleistung erbringen müssen. Um deren Ausgestaltung dreht sich der aktuelle politische Diskurs in Windeseile. Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist laut Spiegel online der Meinung, dass das Geld unter anderem in die Sanierung des maroden Atommülllagers Asse fließen soll, laut einem Sprecher der Bundeskanzlerin werden die Einnahmen aus der geplanten Brennelementesteuer jedoch dem Bundeshaushalt zu gute kommen. Nun soll unter Umständen noch eine weitere Abgabe der Energieversorger hinzukommen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, plant die Regierung freiwillige Investitionen, um eine zu große Belastung der Energiekonzerne zu vermeiden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach kürzlich von einem zusätzlichen Beitrag für Öko-Energien, ließ dabei jedoch die Form eines solchen Beitrages offen. Als denkbar gilt auch ein verpflichtender Beitrag.
Was sagt ihr zu Laufzeitverlängerungen, Brennelementesteuer und weiteren Abgaben?
Widersprüchliche Aussagen seitens der Regierung, Atomriesen, die ihre Machtposition ausspielen möchten und Umweltschützer, die auf die Barrikaden gehen – bei aller Unsicherheit, wie hoch die geplanten Abgaben werden und wie lange deutsche Kraftwerke am Netz bleiben, ist eines sicher: die Laufzeitverlängerung ist unumgänglich. Uns interessiert eure Meinung: Was haltet ihr von der geplanten Brennelementesteuer, von weiteren Abgaben und von der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke?
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Öko besser als Atom besser als Kohle
Wieso „Atomriesen, die ihre Machtposition ausspielen möchten“?
Das ganze Trara um den Ausstieg zeigt doch, dass die Politik in dieser Frage der Atom-Lobby brav hinterhertrottet wie ein folgsamer Hund.
Bombe, ich kann dir nur beipflichten. Atomgegener haben einen heißen Herbst versprochen und ich werde das unterstützen. Atomenergie ist längst überholt. Riesenunternehmen haben sich mit ihr auf Kosten der Steuerzahlen und in Bezug auf das Risiko der gesamten bevölkerung auch. Es gilt Deutschlands Vorreiterrolle beim Ausbau erneuerbarer Energiequellen voranzutreiben, denn das hat, im Gegensatz zur Atomenergie, Zukunft.
Mein lieber Bombe, ich find dich ziemlich Granate. Wolln wir es mal richtig knallen lassen auf der Anti Atom Demo am 18. September?
Hallo liebe Atomgegner,
geht doch schön demonstrieren!!! Das ändert nichts an der Laufzeitenverlängerung und das aus gutem Grund. Die ist nämlich wirtschaftlich nötig und sinnvoll. Ihr könnt nicht die Augen davor verschließen und denken, ohne Atomkraft wäre alles besser! Nichts gegen erneuerbare Energien, aber das sofortige Abschalten aller Kernkraftwerke wäre gleichzustellen mit wirtschaftlichem Selbstmord. Ein paar Jahre länger am Netz heißt auch nicht für immer! Natürlich steigt die Regierung diesbezüglich mit den Konzernen ins Bett, die muss so wirtschaften, dass der Lebensstandard in Deutschland aufrechterhalten bleibt und damit gewährleisten, dass sie wiedergewählt wird.
ey aber mal ganz ehrlich – ohne Atom gehts doch anscheinend nicht. Noch nicht. oder kann heir jemand vorschlagen, was mind. genausoviel energie erzeugt?
einfach weniger Energie verbrauchen wäre eine bzw. die beste Option überhaupt…
Die AKW-Laufzeiten verlängern, die Zusatzgewinne abschöpfen, in die Sanierung der Endlager stecken und die erneuerbaren fördern – das ist der einzig richtige Weg.
Ich kann die ganze Aufregung nicht verstehen. In anderen Ländern sind die Laufzeiten der Meiler doch auch auf 60 bis 80 Jahre ausgelegt und keinen stört es. Deutschland ist das einzige Land, dass sich den Luxus einer zeitnahen Komplettabschaltung gönnen will. Warum sollten wir in diesem Bereich unsere technologieführerschaft leichtfertig verschenken?
Generell finde ich es gut, die Konzerne a) an den Kosten der Entsorgung (Asse) zu beteiligen und b) bei einer Laufzeitverlängerung einen Teil der zusätzlichen Gewinne in die Entwicklung der erneuerbaren Energien zu stecken. Dazu sollte ein gesetzlicher Fonds eingeführt werden, so dass nicht die Konzerne selbst über den Einsatz der Mittel entscheiden. Damit ließe sich auch verhindern, dass die Großen Vier auch weiterhin ihr Oligopol zementieren können
Atomkraft ist voll der Burner! Vorwärts in eine stahlende Zukunft, wo die atomare Sonne scheint …
… was ist eigentlich mit der kernfusion ??? wenn die eh bald kommt, dann ist die diskussion hier doch hinfällig und die atombonzen können ihre strahlewerke vom netz nehmen …
also habt ihr sie nicht alle. wat denn für eine atomare sonne? wenn wir der erde weiterhin schaden zufügen, wird es für die erdenbürger in naher zukunft weder sonner, noch baum oder wiese geben. WACHT DOCH MAL AUF! die atomdebatte ist teil einer viel größeren frage: wollen wir den planeten schützen und noch für millenia erhalten oder denken wir egozentrisch wie der mensch nun mal ist nur an unseren wohlstand?
Hopp Hopp Hopp – Atomkraftwerke Stopp !!!
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, Atomkraft wird und bleibt gefährlich. Nur weil Konzerne an dieser Technik festhalten wollen sollte Deutschland da nicht mit machen!
Fossiler Strom sollte bald der Vergangenheit angehören und der EE die Zukunft sein!
@Erdenbürger:
Dir ist schon klar, dass der Strom für deinen Rechner, mit dem du diesen Kommentar geschrieben hast, aus Biblis, Lingen oder anderen schönen Orten mit großen Kraftwerken kommt. Bitte ewas weniger Idealismus und etwas mehr Realismus! Danke
lieber siggi73,
danke für den hinweis, da wär ich ja nie draufgekommen. ich weiß nicht, warum du meinst, idealismus wäre etwas schlechtes. der idealismus ist es doch, der prosperität bringt. neue ziele und wege braucht die menschheit und nicht starre meinungen und konzepte!
@Mienchen:
Klar doch! Vielleicht sollten wir vorher bei einem Bier mal erörtern, wie wir da genau vorgehen.
blalkasjd
Die Frage muss auch heißen: wohin mit dem Atommüll? Es gibt nach wie vor kein sicheres (geophysikalisches) Endlager weltweit. Auch Gorleben nicht, oder warum sind mal benachbarte Salzstöcke (Arendsee, Rudower See) nach Seefall eingestürzt? Solange also der Müll nicht sicher irgendwo hingeschossen werden kann (und ich meine damit nicht in die Erdumlaufbahn, da fliegt schon genug gefährlicher Müll rum), verbietet sich dieses Verunglimpfen von Halbwertzeiten. Interessant wäre mal ein Umfrage, welcher der Laufzeit-Befürworter z.B. schon über 60 ist, denn die haben ja eine nicht mehr so lange „Laufzeit“, anders läßt sich die Ignoranz gegenüber den nächsten 100 Generationen nicht erklären… Fazit: Es können weltweit doch Atomkraftwerke wie Pilze aus dem Boden schießen, trotzdem ist Deutschland als Exportnation und Innovationsmotor weltweit führend und geschätzt gerade auf dem Gebiet der alternativen Energie. Wieso erholt sich denn die deutsche Wirtschaft gerade so erstaunlich? Bestimmt nicht dank der altbackenen Neo-Kohl-Regierung unter Merkel. Nicht dem globalen atomaren Herdentrieb folgen, sondern die Führungsrolle beibehalten und mit gutem Beispiel vorangehen, die selbst von Obama als mustergültig angesehen wurde. Eine unsinnige Diskussion ist es unkritisch dabei zu belassen, es bauen ja alle überall AKWs. Spätestens beim nächsten GAU wird die Nachfrage nach Alternativen da sein. Dem deutschen „Ingenör ist nichts zu schwör!“ Wenn Siemens & Co schon überall ihre Finger drin haben beim Bau neuer AKWs (z.B. in Finnland), dann werden andere sichere Techniken auch mit einem Made in Germany exportfähig werden…
es sind noch viele bäume da für die grüne mafia,
)