Atomvertrag ist beschlossene Sache – Regierung beugt sich dem Wirtschaftsdiktat

Atomkraft, Kernenergie, Atomvertrag, Atomdeal, AtomsteuerDer umstrittene Atomvertrag ist unterschrieben. Darin werden die Laufzeitverlängerungen und auch die Zahlungen der Atomwirtschaft an den Staat festgelegt. Zudem lassen sich die Atomriesen weitreichende Schutzklauseln zusichern, durch die sie beispielsweise die Kosten für Sicherheits-Nachrüstungen für sich deckeln. Darüber hinaus entstehende Kosten werden nicht von den Gewinnen abgeschöpft, sondern durch die Zahlungen der Konzerne für den neuen Ökostrom-Fonds ausgeglichen. Die Opposition ist mittlerweile fassungslos und nun ergreift auch die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International das Wort.

Stromversorger sind nun auch gegen Regierungswechsel gerüstet

Während die Regierung von einem Atomkompromiss spricht, ist die Opposition entsetzt und die Konzerne atmen auf. Der Vertrag über die Laufzeitverlängerungen der deutschen Atomkraftwerke und die Abgaben der Industrie an die Regierung ist in trockenen Tüchern. Während die neuen Restlaufzeiten und die Summen, die von den Konzernen abgegeben werden müssen, bereits vor einigen Tagen bekannt wurden, kommen nun immer mehr Details über den Atomdeal ans Licht. Die Bundesregierung hat nun den Vertrag mit Vattenfall, EnBW, RWE und Eon veröffentlicht. Darin sichern sich die Konzerne beispielsweise gegen teure Nachrüstungen in Bezug auf die Sicherheit der Kraftwerke ab. Wird es teurer als 500 Millionen Euro, werden die Mehrkosten aus dem neuen Ökofonds gezahlt. Auch wenn die Atomsteuer erhöht oder verlängert werden sollte, wird das Geld aus dem Ökostrom-Fonds gezogen. Die Regierung hat damit eine Änderung der Vereinbarung bei einem möglichen Regierungswechsel massiv erschwert. Ex-Umweltminister Jürgen Trittin (GRÜNE) sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur, es handele sich um einen Vertrag zu Lasten der Steuerzahler und der Sicherheit der Bevölkerung. Und nun schaltet sich auch die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International ein und warnt die Bundesregierung davor, demokratische Grundlagen auszuhebeln.

Atomkraft, Kernenergie, Atomvertrag, Atomdeal, AtomsteuerVerspielt die Regierung ihre demokratische Legitimation?

Die einst demokratisch legitimierte Bundesregierung schließt Verträge mit Wirtschaftsbossen und scheint es gar nicht schlimm zu finden, das Demokratieprinzip schlicht zu ignorieren. Unterschriften werden im kleinen Kreis und am Parlament vorbei geleistet. Der Bundesrat wäre ein Problem, seine Einbeziehung wurde daher von vornherein ausgeschlossen. Letztendlich wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob durch den Druck einer Milliarden-Wirtschaft die Gewaltenteilung und das in der Verfassung festgelegte Gesetzgebungsverfahren abgeschafft werden darf.

Bilder: ©iStockphoto.com/Inkout

8 Antworten zu Atomvertrag ist beschlossene Sache – Regierung beugt sich dem Wirtschaftsdiktat

  1. Belle sagt:

    Na klar beugt sich die Regierung den wirtschaftlichen Interessen. Außerdem leisten die Lobbyisten ganze Arbeit. Erst heute hab ich gelesen, dass in Berlin mindestens 5000 Lobbyisten aktiv sind, die
    versuchen, «Argumentationshilfen» im Gesetzgebungsprozess zu geben.

  2. BurgerKing sagt:

    er ist umstritten, er ist kontrovers, vielleicht ist er lobbyistisch, aber wirtschaftlich ist er allemal.

  3. Gesine sagt:

    Gegenübergestellt heißt der Deal:
    Auf der einen Seite: Günstige Strompreise und mehr Geld in der Staatskasse, auch im Ökofonds.
    Auf der anderen Seite: Restrisiko für die Bevölkerung und ungeklärte Endlagerung.
    Dass heute noch ein zweites Tschernobyl passiert, halte ich für unwahrscheinlich. Die Endlagerfrage ist allerdings beunruhigend.
    Insgesamt muss man aber verstehen, dass der Deal in Perspektive schon Sinn macht. Mit den Mitteln aus der Atomwirtschaft wird sicher gestellt, dass die Ökoenergien in 20 Jahren tatsächlich 40 Prozent der Energieversorgung ausmachen.

  4. Martin S. sagt:

    … finde den Deal schon komisch … das erinnert mich stark an Hinterzimmermachenschaften … kein Wunder bei der öffentlichen Meinung, dass die Regierung hier Tatsachen schaffen will, in der Hoffnung, dass das Thema dann bei den nächsten Wahlen keine Rolle mehr spielt …

  5. Maya sagt:

    Natürlich sind das Hinterzimmermachenschaften. Es gibt keinen Atomkompromiss, sondern nur einen AtomDEAL!

  6. Sina sagt:

    er ist nicht umstritten oder lobbyistisch, er ist rechts- und verfassungswidrig! die unqualifizierten beiträge von burger King und co sind wirklich sinnfrei. Kein wunder, dass wir in deutschland eine unterirdische Wahlbeteiligung haben: keiner weiß, keiner will, keiner interessiert sich

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

Gravatar
WordPress.com-Logo

Melde Dich bitte bei WordPress.com an, um einen Kommentar auf deinem Blog zu schreiben.

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.