Der 18.01.2012 ist im wahrsten Sinne des Wortes ein schwarzer Tag für das Internet. Als Protestaktion gegen zwei Gesetzesentwürfe aus den USA zum Urheberrechtsschutz trägt die englische Version der freien Enzyklopädie Wikipedia heute schwarz. Auch andere Internetgrößen wie Google oder WordPress zeigen deutlichen Widerstand gegen SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) und die geplanten Netzsperren. Denn sie alle sehen die freie Meinungsäußerung im Falle eines Inkrafttretens bedroht. Schließlich sehen die Gesetze vor, dass IP-Adressen komplett aus dem Internet gelöscht und in Suchmaschinen auftauchende Websites herausgenommen werden können. Amerikanische Besitzer von Urheberrechten soll es also ermöglicht werden, die unrechtmäßige Veröffentlichung und Verbreitung von ihren Inhalten im Internet zu untersagen. Am 24. Januar wird der Senat erstmalig über die Gesetzesentwürfe abstimmen. Doch zwischen dem Weißen Haus und dem Repräsentantenhaus herrscht Uneinigkeit.
SOPA und PIPA: Zensur wie in China?
Die Kritiker befürchten eine Zensur des Internets und die Unterdrückung seiner offenen Struktur. Auch US-Präsident Barack Obama schlägt sich auf die Seite der Internetindustrie, berichtet die Süddeutsche. Er sehe zwar die Internetpiraterie als große Bedrohung an, jedoch wolle er keine Gesetze unterstützen, die die Meinungsfreiheit beschränken und das globale und innovative Internet gefährden. In Deutschland regen sich ebenfalls Proteste gegen die Gesetzesvorlagen. Eine Partei, die sich damit auskennen sollte, die Piratenpartei, zog sogar einen Vergleich mit der chinesischen Zensur des Internets. Bleibt abzuwarten, ob die politischen Oberhäupter in den USA auf die Proteste eingehen und von der Verabschiedung von SOPA und PIPA absehen.
Das Internet der Zukunft
Wie wäre die Welt ohne freies Wissen, fragt sich Wikipedia. Macht man sich in Zukunft strafbar, wenn man einem Freund einen Link zu einem Song auf Youtube schickt oder diesen gar bei Facebook postet? Verletzt man dann das Urheberrecht? Was müssen Otto-Normal-Verbraucher beachten, um das Internet „rechtsmäßig“ zu benutzen? Wird man mit einem unüberlegten Post zum Straftäter? Die neuen Gesetze könnten das Internet und seine Möglichkeiten beschneiden und damit auch die digitale Gemeinschaft. Google hat deshalb eine Online-Petition gestartet und die Online-Community stellt ihren Zusammenhalt bereits unter Beweis: Die Liste wächst rasant und viele namhafte Internetunternehmen haben sich bereits eingetragen. Auch wir lehnen SOPA und PIPA ab! Bleibt zu hoffen, dass der US-Regierung durch die Proteste wieder einer der wichtigsten Grundsätze der USA vor Augen geführt wird: Freedom of speech.
Bilder © Wikipedia, © Google


In diesem Sinne:
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