Manus manum lavat hieß es im alten Rom – eine Hand wäscht die andere. Dieses Prinzip scheint in Rom immer noch zu gelten, zumindest in der Oskar Santillis Klasse im römischen Enzo-Ferrari-Gymnasium. Dort lässt der Lehrer seine Schüler elektrische Energie produzieren – ganz klassisch mit dem Dynamo, so ein Bericht von DeutschlandRadio. Was zunächst an den Hamster im Laufrad erinnert, ist bei den Schülern beliebt. Sie können in Santillis Klasse über Ergometer Strom produzieren, der zunächst gespeichert und später für den Schulbetrieb verwendet wird.
Die Wattstunden vor Augen
Zum Ansporn der Schüler gibt es vor der Klasse einen Monitor, der die aktuelle Leistung der Schüler in Wattstunden anzeigt. Das Projekt des 62-jährigen Lehrers konnte unter Mithilfe von ehemaligen Schülern verwirklicht werden und ist seit Oktober vergangenen Jahres in Betrieb. Die „Scuola a pedali“ vermittelt den Schülern die Bedeutung von Energie am eigenen Körper. Santilli sieht es als Erfolg, wenn Schüler verstehen, dass es sinnvoll ist, Energie zu sparen.

Bei strampelnden Schülern bekommt der Begriff Schwarmstrom eine ganz neue Bedeutung.
Neues Strom-Zertifikat
Außerdem haben die Schüler mit der persönlichen Chipkarte die Möglichkeit, ein Energieguthaben aufzubauen, das mit verschiedenen Preisen wie Schokolade oder Kino-Tickets belohnt wird. Die gespeicherte Energie verwendet der Lehrer beispielsweise zum Abspielen eines Dokumentarfilms. Was sich Lehrer nicht alles einfallen lassen, um den Kindern eine Lehre zu erteilen! Macht das Modell in Europa Schule, können wir uns in Deutschland auf ein neues Zertifikat freuen: Das Kinder-Gold-Strom-Label. Trotz des Spotts, den diese Idee auf sich ziehen könnte, hat sie den Vorteil, dass die Schüler sich auch im Unterricht fit halten.
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