Altersarmut in Deutschland betrifft vor allem Frauen

Altersarmut: Info

Altersarmut in Deutschland: Leidtragende sind vor allem Frauen.

Die Rentenzeit stellen sich viele Menschen in Deutschland in rosigen Farben vor. Sie träumen von Freiheit, Freizeit, Reisen und anderen Annehmlichkeiten. Nur über ihre Finanzen denken sie dabei wenig nach. Dabei hätten vor allem Frauen allen Grund zur Sorge, denn Altersarmut in Deutschland betrifft vor allem sie. Schlecht bezahlte Jobs und Ausfälle, um Kinder zu betreuen, lassen ihre Rente in weniger starkem Maß wachsen als die der Männer.

 

Ehe kein Garant für gutes Auskommen im Alter

Viele Frauen irren, wenn sie glauben, dass sie eine Ehe mit einem gut situierten Mann finanziell für alle Zeiten absichert. Dabei ist eine Ehe kein Garant für ein Leben ohne Altersarmut. In Deutschland werden viele Ehen geschieden, Männer sterben statistisch gesehen früher als ihre Frauen. Haben Frauen nicht rechtzeitig vorgesorgt, stehen sie nach der Ehe ohne finanzielle Absicherung da.

 

Ostdeutsche Frauen weniger von Altersarmut in Deutschland betroffen

Vor allem jungen Frauen ist das Thema Rente nicht so wichtig. Dabei könnte eine frühe private Absicherung schon allein aufgrund der langen Beitragsdauer helfen, in Bezug auf eine spätere Altersarmut gegenzusteuern. Problematisch ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, das bei Frauen besonders zum Tragen kommt. Sie leben länger, haben mehr Ausfälle und sind schlechter bezahlt. Im Bundesdurchschnitt stehen Frauen in den neuen Bundesländern besser da als in den alten. In der DDR war es Usus, nach einer Geburt schnell wieder ins Berufsleben zurückzukehren. Auch bei der Bezahlung gab es geringere Geschlechterunterschiede, sodass Bürgerinnen und Bürger der DDR konstanter für ihre Rente eingezahlt haben, was sich auch heute noch bemerkbar macht. Doch auch heutzutage können Frauen für die Rentenzeit vorsorgen. Ein schneller Wiedereinstieg in den Beruf nach der Babypause, eine Vollzeitbeschäftigung anstelle von Minijobs und die finanzielle Unabhängigkeit schon in jungen Jahren helfen, der weiblich geprägten Altersarmut in Deutschland entgegenzuwirken.

 

Frauen müssen mit schlechten Voraussetzungen leben

Schnell zurück in den Job und immer Vollzeit arbeiten – das ist natürlich leicht gesagt. Die Voraussetzungen dafür sind in Deutschland aber auch heute noch denkbar schlecht. Betreuungsplätze für Kinder unter einem Jahr sind rar und auch für Kinder unter drei Jahren ist es trotz Rechtsanspruch in vielen Gegenden schwierig, einen Kita-Platz zu bekommen. Selbst wenn ein Betreuungsplatz vorhanden ist, ist dieser nicht immer kompatibel mit einer Vollzeitarbeitsstelle. Hinzu kommt die schlechtere Bezahlung von Frauen, kombiniert mit geringeren Aufstiegschancen. Natürlich müssen Frauen auch selbst aktiv werden. Solange sie jedoch aufgrund ihrer biologisch zugewiesenen Rolle in der Berufswelt diskriminiert werden, werden sie immer auch stärker von Altersarmut in Deutschland betroffen bleiben.

 

Mit Material von mopo.de

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